Lebensnerv Tourismus

Zwei aktuelle Themen standen auf der Tagesordnung beim Besuch von Staatssekretär Dr. Gerd Müller in Balderschwang: Die Sanierung der Dorfstraße und der Ausbau der Liftanlage zum Riedberger Horn. „Im Oberallgäu und im angrenzenden Österreich rüsten die Bergbahnen auf. Wenn wir da nicht mithalten, werden wir touristisch abgehängt.“, sagte CSU-Ortsvorstand Rudi Torghele. „Wir haben die Konkurrenz im Nacken.“

Geplant ist ein zusätzlicher Lift, der von der Endstation des Riedberger Hornliftes aus auf den Gipfel führt und der die beiden Skigebiete Balderschwang und Grasgehren mit einander verbindet. „Es entsteht hier also kein neues Skigebiet“, sagte der Bundestagsabgeordnete Dr. Müller, „es wird lediglich ein Verbund zwischen zwei bestehenden Skigebieten geschaffen.“ Der Verbund sei deshalb von so großer Bedeutung für Balderschwang, weil „man dann mit den Wintersportorten in der Region mithalten könne“, so die Orts-CSU. „Wir brauchen da oben auch keine Schneekanonen einsetzen“, meinte Vorsitzender Torghele. Im Gipfelbereich des Riedberger Horns gäbe es nämlich den ganzen Winter über genug Schnee. Auch in Sachen Verkehrsbelastung sei der Verbund eine sinnvolle Sache. Wenn beide Skigebiete zusammenhängen, gäbe es weit weniger Autos auf der Passstraße. „Das Projekt ist also ökologisch machbar und ökonomisch wichtig“, fasste Dr. Gerd Müller zusammen. Er steht dem Projekt grundsätzlich positiv gegenüber. In Deutschlands kleinster und höchstgelegener Gemeinde Balderschwang machen jährlich rund 42000 Gäste Station bei rund 200000 Übernachtungen. „Wir sind hier alle vom Tourismus abhängig“, argumentierte Bürgermeister Werner Fritz. Wobei der Winter die touristisch stärkste Zeit im Jahr sei. „Wenn wir unseren Wintergästen nicht mehr bieten können, werden sie über kurz oder lang wegbleiben. Deshalb brauchen wir diesen Verbund.“ Zum Ortstermin an der Talstation waren auch Fischens Altbürgermeister Toni Vogler und die CSU-Ortsvorsitzende Ursula Müller, Obermaiselsteins Bürgermeister Peter Stehle, Gemeindevertreter aus Balderschwang und der Chef der Betreibergesellschaft Grasgehren Berni Huber gekommen. Ein weiteres Thema bei der Vor-Ort-Diskussion war der Zustand der Dorfstraße. Die Straße wird in Teilbereichen durch die Bolgenach unterspült und ist derzeit in katastrophalem Zustand. „Jedes Jahr entstehen neue Abrisskanten und mittlerweile ist der Hang in Bewegung“, berichtete Gemeinderat Konrad Jenn und Bürgermeister Werner Fritz meinte: „Wenn das so weitergeht, bekommen wir Probleme mit dem Gebäudeschutz.“ Die Bolgenach markiert im Gebiet bei Balderschwang die Landesgrenze zu Österreich. Für die Sanierung der Straße seien beide Staaten gleichermaßen zuständig.

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