Sonthofen will die "Kleine Gartenschau"

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Bürgermeister Hubert Buhl (rechts) und Wolfgang Grubwinkler sind offensichtlich mit dem Stadtentwicklungskonzept äußerst zufrieden.

Sonthofen – Die Teilnehmer der Strategiekonferenz zum „Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) Sonthofen“ versammelten sich vergangenen Donnerstag zum sechsten und letzten Mal im Haus Oberallgäu.

Gesellschaftsbereiche Sonthofens und der Stadtratsfraktionen hatten zuvor in verschiedenen Arbeitsgruppen Stadtentwicklungsmöglichkeiten diskutiert und ihre Stellungnahmen dazu vorgetragen. Dabei ging es nicht nur um eine Betrachtung, wie die – voraussichtlich – ab 2018 frei werdenden Liegenschaften der Bundeswehr, die Konversionsflächen, genutzt werden können, sondern um eine gesamtstädtische Planung, also auch eine Berücksichtigung innenstädtischer Bereiche wie zum Beispiel des Marktangers. So soll das Tannach-Wäldchen als Naherholungsgebiet erhalten bleiben. Die Liegenschaft im Tannach (StOV) soll langfristig als Wohngebiet ausgeplant werden. 

In der Jägerkaserne sollen die Gebäude 2 (Turm) und 1 (Stabsgebäude) quasi als „Bibliothek/Gesundheitszentrum“, das Gebäude 10 (Hörsaalgebäude) als „Bildungseinrichtung“ und das Gebäude 23 (Offizierskasino) als Haus der Vereine künftig genutzt werden. Desweiteren sollen dort im Nordwestbereich ein Gewerbegebiet und im Süden ein Mischgebiet ausgewiesen werden. Im Ostzipfel soll eine öffentlicher Bedarfsfläche für ein Feuerwehr- und Rettungszentrum entstehen. Ein sogenanntes „Stadtforum“ als neues Zentrum für Veranstaltungen, Kultur und Tourismus soll allerdings nicht in der Jägerkaserne, sondern auf dem Marktanger entstehen. 

Die größte Herausforderung war die Neuplanung der riesigen Grüntenkaserne. Hier sollen nach den Vorstellungen der ISEK-Strategen alle Gebäude abgerissen werden, einschließlich Sporthalle, Sportplatz und Kleinspielfelder. Im Zuge des Salzweges ist ein Mischgebiet vorgesehen. Westlich davon ist ein großes Wohngebiet mit einer weitläufigen Parkanlage „Ostrach-Park“ und Gewässerlandschaften unter dem Motto „Leben am Fluss“ geplant. Diese Parkanlage sollen im Zuge einer „kleinen Gartenschau“ geschaffen werden. Die Grünanlagen würden Sonthofen als Wohnstandort deutlich aufwerten. Als südlichste Gartenschau Deutschlands könnte unter dem Thema „Natur in der Stadt“ ein attraktives Profil entwickelt werden. Laut Stadträtin Gertrude Goldner hatte der Kulturbeirat die Anregung dazu gegeben, sich für diese kleine Gartenschau im Jahr 2021 zu bewerben. Das ISEK hat dieses Vorhaben in das Stadtentwicklungskonzept eingearbeitet. Bürgermeister Buhl habe bestätigt, dass die Bewerbung dem Stadtrat auf seiner Juli-Sitzung vorgelegt werde. Die Einreichung der Planungsunterlagen für die „kleine Gartenschau“ 2021 müssten noch heuer erfolgen. 

Der Leiter und Moderator der ISEK-Konferenz, Wolfgang Grubwinkler, freute sich über die einstimmige Verabschiedung des Ziel- und Handlungskonzeptes zur Stadtent- wicklung, welche nun als Empfehlung dem Stadtrat zur weiteren Entscheidung vorgelegt werde. Bürgermeister Hubert Buhl bedankte sich bei allen Konferenzteilnehmern und bei Herr Grubwinkler für die Erarbeitung des Stadtentwicklungskonzeptes. „Wir haben damit eine Weiche gestellt.“ sagte Buhl, „Bis 2018 ist es noch lange hin, aber wir müssen jetzt schon die Planungen angehen und frühzeitig die erforderlichen Maßnahmen in die Wege leiten.“ Die Finanzierung der Maßnahmen sei eine große Herausforderung für die Stadt. Sie könne ohne finanzstarke Partner/Investoren dieses Projekt aber nicht stemmen. Er zähle hauptsächlich auf die Investoren vor Ort, aber alle anderen seien ebenso herzlich willkommen. „Ich freue mich schon,“ erklärte Buhl, „wenn es dann endlich los geht und die Mauern um diese Kasernen fallen.“

Hans Ehrenfeld

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