Verhärtete Fronten

Liftstreit am Grünten: Die Gegendarstellung

Grünten
+
Keine Skisaison 2021/2022 an den Grüntenliften.

Rettenberg – Streit um die Inbetriebnahme des Skilifts am Grünten: Jetzt meldet sich der Grundstückseigentümer zu Wort.

„Der Grundstückseigentümer stimmt einer weiteren Nutzung der bestehenden und betriebsbereiten Doppelsesselbahn nicht zu. Aus diesem Grund ist ein Skibetrieb im kommenden Winter am Grünten nicht möglich. Bereits in den vergangenen Monaten habe der Grundstückseigentümer immer wieder darauf hingewiesen, dass sogar notwendige vorbereitende Revisionsfahrten und -arbeiten an der Sesselbahn zu unterlassen seien“, beschrieb Anja Hagenauer in einer Medienmitteilung zur Skisaison am Grünten, nachdem der Antrag der Betreiberfamilie Hagenauer auf einstweilige Verfügung vom Landgericht Kempten zurückgewiesen worden war.

Nun meldete sich der besagte Grundstückseigentümer in eigener Stellungnahme zu Wort. Dass in der Berichterstattung über Gerichtsverfahren durch Verwendung des Klarnamens die Identität eines Beteiligten offen gelegt werde, sei völlig unüblich, rechtlich umstritten und entspreche keinesfalls den anerkannten ethischen Standards, kritisiert Hubert Müller aus Rettenberg.

Interesse an Skibetrieb nicht echt?

„Dennoch hat Familie Hagenauer diesen Weg gewählt.” Deswegen sehe er, Müller, sich genötigt, obwohl es sich um eine private Grundstücksangelegenheit handele, ebenfalls an die Öffentlichkeit zu gehen.

Das Interesse der Familie Hagenauer an einem weiteren Skibetrieb hält Müller für geheuchelt: Der Betreiber der Liftanlagen habe vielmehr 2019 über den damaligen vorläufigen Insolvenzverwalter selbst und aus freien Stücken die Löschung des Betriebsrechtes auf dem Grundstück veranlasst. „Nachdem die Löschung des Rechtes im Dezember 2019 vollzogen worden war, informierte ich den Rechtsanwalt der Familie Hagenauer darüber, dass der weitere Betrieb des Sesselliftes einer Einigung bedarf”, stellt Müller fest.

Zusage per Handschlag

Bereits einen Tag später habe er mit ihm wesentliche Punkte einer solchen Einigung besprochen. „Wichtigster Punkt war, dass der von Familie Hagenauer ja bereits wiederholt erklärte Verzicht auf die Rollgleideranlage verbindlich und rechtsicher dokumentiert wird.”

Per Handschlag habe er die Zusage erhalten, dass die Vereinbarung in der zweiten Januarwoche 2020 würde vervollständigt und beurkundet werden, worauf er, Hubert Müller, den vorläufigen Betrieb des Sesselliftes erlaubt habe. Der erst später zugesandte Urkundenentwurf sei dann aber „völlig unzureichend formuliert” gewesen und habe die getroffenen Zusagen nicht wiedergegeben.

Hagenauers lehnten Gespräche ab

Müller: „In der Folge machte ich wiederholt darauf aufmerksam, dass die Einigung noch aussteht und der Sessellift nur in Betrieb genommen werden darf, wenn eine Einigung vollständig hergestellt und beurkundet worden ist.” Entgegen der Darstellung in der Pressemitteilung habe es während der letzten anderthalb Jahre keinen einzigen Versuch der Familie Hagenauer gegeben, eine einvernehmliche Lösung herzustellen. Verschiedene Gesprächsangebote habe die Betreiberfamilie stets abgelehnt.

„In dem Verhandlungstermin am Landgericht Kempten erklärte ich mich bereit, den Betrieb des Sesselliftes zu erlauben, wenn die Familie Hagenauer im Wesentlichen die im Dezember 2019 zugesagten Punkte, angepasst an die jetzige Planungssituation, bereit ist, zu beurkunden”, so Müller in seiner Stellungnahme weiter. „Kurz gesagt: Familie Hagenauer hätte also nur halten müssen, was ihr Rechtsanwalt vom Sinn und Zweck her bereits versprochen hatte. Dieser Einigungsvorschlag wurde aber abgelehnt.”

Hubert Müller: „Hetzkampagne gegen mich“

Der Gegenvorschlag der beiden Rechtsanwälte der Familie Hagenauer habe vielmehr darin bestanden, die ihm, Müller, verursachten Prozess- und Rechtsanwaltskosten zu übernehmen und zudem eine Wohlwollens-Erklärung bezüglich seiner Person abzugeben. „Sprich auf die jetzt losgetretene Kampagne gegen mich zu verzichten”, meint Müller.

Er verstehe das als „öffentlichkeitswirksame Hetzkampagne” gegen sich, für den Fall, dass er den Betrieb des Sesselliftes nicht erlaube. „Da es nicht meinen Grundsätzen entspricht, derlei versteckten Drohungen nachzugeben, bin ich darauf nicht eingegangen.”

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Wachwechsel
Sonthofen
Wachwechsel
Wachwechsel

Kommentare