Ein „Like“ für den Online-Unterricht

Mittelschule Sonthofen und Albert-Schweitzer-Schule suchen gebrauchte Laptops und Tablets

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Damit das Lernen zu Hause für alle gut funktionieren kann, werden jetzt gebrauchte Laptops und Tablets gesucht.

Seit fünf Wochen sind die Schulen geschlossen und LehrerInnen wie Eltern stehen immer noch vor der Frage: Wie soll der Unterricht für zu Hause am besten organisiert werden? Einige Familien haben nur ein Smartphone zur Verfügung, auf dem die Kinder nun lernen  müssen. Die Schulen suchen deshalb gebrauchte Laptops und Tablets, die sie den betroffenen Familien spenden können.

Der Schulleiter der Mittelschule, Reinhard Gogl zieht ein Fazit über die letzten Wochen mit Homeschooling: „Zum Glück hatten wir schon gute Voraussetzungen. Im Kollegium nutzen wir Threema Work.“ Mit dem datenschutzfreundlichen Messenger verteilt er Informationen an seine Lehrkräfte. Auch an der Albert-Schweitzer-Schule greift sein Kollege Eberhard Vaas auf den Dienst zurück: „Wir sind super vernetzt!“

Außerdem betreiben beide Schulen über das Programm Humhub seit gut fünf Jahren eine Austauschplattform für ihre Kollegien. Dies funktioniert wie ein soziales Netzwerk: Beiträge einstellen, Dateien tauschen, Umfragen erstellen und kommentieren. Das Beste: Es handelt sich um eine freie Software, die kostenlos auf dem Schulserver eingerichtet werden kann.„Unser Systembetreuer Matthias Tholl hatte die Idee, ein solches Netzwerk kurzfristig auch für unsere Schüler zu installieren“, berichtet Gogl. Durch den guten Kontakt zum Förderzentrum in Sonthofen wurde dieser Plan verfolgt: Die Schüler registrierten sich mit einer E-Mail-Adresse und gingen in die Gruppen, die für sie bereitgestellt waren. Es gibt Klassen- und Fachgruppen – alles in einem passwortgeschützten Bereich. Die Lehrkräfte betreuen die Lernprozesse. Am Telefon leisteten sie Hilfestellung und helfen bei Problemen.

Die Plattform wird von allen aktiv genutzt: Schüler posten Fragen und ihre Arbeitsergebnisse. Die Lehrkräfte laden Aufgaben hoch und erklären in Videos was zu tun ist. Dafür gibt es viele „Likes“, aber auch Kritik taucht in den Kommentaren auf – nicht funktionierende Links oder fehlende PDFs mahnten die Schüler an. Für viele Lehrkräfte ist das eine ganz neue Erfahrung. „Eine sehr intensive Zeit“, so Tholl. Die Arbeitstage seien weit länger und stressiger als ein normaler Schultag. „Es gilt viel Support zu leisten, aber das lohnt sich, denn die „digitale“ Lernkurve ist bei Schülern wie Lehrern sehr steil!“

Gebrauchte Laptops und Tablets gesucht

Eine Online-Umfrage in den Schulfamilien ergab: Viel Lob, wenig Kritik. Etwas weniger Aufgaben wünschen sich die Schüler. Manche Eltern sind verzweifelt, da im Haushalt nur ein Handy als Arbeitsgerät verfügbar sei.

Hier wollen die Schulen nun schnell und unbürokratisch helfen: „Wer zu Hause noch einen gebrauchten, funktionsfähigen Laptop oder ein Tablet hat, kann sich bei den Schulen melden“, so Vaas. Eine Arbeitsgruppe reinige die Geräte und spiele ein aktuelles Betriebssystem auf. Eltern können die Geräte dann ausleihen. „Alle Schüler sollen auch von zu Hause aus gut lernen können“, meinen beide Schulleiter übereinstimmend.

Wer ein Gebrauchtgerät abzugeben hat, schreibt bitte ein Mail an lernenwollen@ms-sf.de oder ruft unter 08321/60950060 bzw. 08321/66070 an.

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