Für die Grünen ist am Riedberger Horn noch nicht Schluss

Dank an die „Widerständler“

+
Thomas Frey (vorne 2. von rechts) vom Bund Naturschutz und der Landtagsabgeordnete Thomas Gehring (links davon) mit den beiden Europaabgeordneten Barbara Lochbihler (vorne links) und Maria Heubuch (rechts) am Gipfelkreuz auf dem Riedberger Horn.

Das Riedberger Horn ist immer ein beliebtes Wanderziel im Oberallgäu. Ob von Balderschwang aus oder die kürzere Variante von Grasgehren - gerade in dieser Jahreszeit zeigt es sich als einer der schönsten Blumenberge der Voralpen.

Die Oberallgäuer Grünen wählten mit den beiden Europaabgeordneten Barbara Lochbihler und Maria Heubuch den schweißtreibenderen Weg. Nicht zuletzt um sich ein besseres Bild zu machen, welche Folgen der Bau der umstrittenen Skischaukel auf Natur und Umwelt gehabt hätte. Die Teilnehmer zeigten sich angesichts der prächtigen Landschaft erleichtert, dass die Pläne gestoppt wurden.

Das Aus für die Liftpläne sei nur durch den engagierten Einsatz von Bürgern, Naturschutzverbänden und den Grünen möglich gewesen, bedankten sich die Europaabgeordneten bei den „Widerständlern“. Für die Grünen sei das Thema noch nicht zu Ende, denn die Änderung des Alpenplans bleibe vorerst bestehen. „Die Verwässerung des Alpenschutzes stellt für uns nach wie vor einen großen Rückschritt für den Umwelt- und Landschaftsschutz in Bayern dar“, erklärte der Oberallgäuer Landtagsabgeordnete Thomas Gehring. Anträge, den Alpenplan in der alten Form wieder wiederherzustellen, seien an der CSU-Mehrheit im Landtag gescheitert. Auch Für Lochbihler gehört das Riedberger Horn zurück in die Schutzzone C des Alpenplans. „Freiwilligkeit im Artenschutz, Beratungsangebote und Appelle sind nicht genug. Der Artenschutz muss auf die politische Agenda, mit klaren Konzepten und Sanktionsmechanismen“.

Der versprochene Geldsegen von Ministerpräsident Söder für Umweltprojekte in den beiden Gemeinden Balderschwang und Obermaiselstein muss aus Sicht der Grünen hinterfragt und von der Staatsregierung konkretisiert werden. Man gönne den Gemeinden eine Kompensation für die entgangene Liftverbindung. Das Geld soll aber nicht für teure Prestigeobjekte ausgegeben werden sondern für Projekte, die nachhaltig die Wertschöpfung in der Region steigern. Die Frage, ob es dafür gleich 20 Millionen brauche, müsse erlaubt sein. „Wir brauchen einen nachhaltigen und zukunftsfähiger Tourismus in ganz Bayern“, so Gehring.

Thomas Frey erläuterte, warum der Bund Naturschutz (BN) gegen die Änderung des Alpenplans klagt. Eine Bebauung des Gebietes sei weiterhin möglich: „Nur, wenn die Änderung des Alpenplans rückgängig gemacht wird, gibt es einen dauerhaften Schutz für die einmalige Flora und Fauna am Riedberger Horn“. Frey kritisierte auch den Standort für den Bau eines Schneiteichs in einem „äußert sensiblen Gebiet“. Barbara Lochbihler überreichte den Vertretern des BN unterm Gipfelkreuz einen Scheck über 1 200 Euro für ihr Sommer-Jugendlager als Dankeschön für ihren hartnäckigen und engagierten Kampf zum Erhalt des Riedberger Horns und anderer Naturschönheiten im Allgäu.

Heinrich Bonert

Auch interessant

Meistgelesen

Babyglück im Allgäu
Babyglück im Allgäu
Bahnstreik auch im Oberallgäu - Schüler und Pendler müssen warten
Bahnstreik auch im Oberallgäu - Schüler und Pendler müssen warten
Keine Stille Nacht allein unterm Baum
Keine Stille Nacht allein unterm Baum
Kreisbote-Aktion "Spenden & Helfen": 5 200 Euro für Kinderschutzbund Sonthofen
Kreisbote-Aktion "Spenden & Helfen": 5 200 Euro für Kinderschutzbund Sonthofen

Kommentare