Lohn der Ausbildung

Kempten/Oberallgäu - Die Ausbildung eines qualifizierten Nachwuchses genießt bei der Innung Spengler, Sanitär und Heizungstechnik Kempten-Oberallgäu schon seit längerem höchste Priorität und besondere Förderung. Auch bei der jüngsten Jahresversammlung stand dieser Punkt wieder auf der Tagesordnung und erneut beschlossen die Mitglieder, dass Innungs-Mitgliedsbetriebe, die ausbilden, einen Zuschuss zur überbetrieblichen Schulung erhalten. Pro Azubi erhält der Innungsbetrieb 160 Euro, was sich immerhin für die Innung auf insgesamt rd. 10000 Euro pro Jahr beläuft. Doch, so waren sich die Mitglieder einig, dieses Geld ist gut investiert.

Wichtigster Punkt der Tagesordnung waren in diesem Jahr die Neuwahlen, die in großer Harmonie über die Bühne gingen. Die Führungsspitze mit Obermeister Klaus Dieter Scholl und stellvertretendem Obermeister Walter Hartmann wurde einstimmig im Amt bestätigt, ebenso die Vorstandsmitglieder. Fast der gesamte Beirat, Klaus Schindler, Klaus Still, Thomas Stetter, Karl Waibel, und Peter Weber, hatten sich für eine weitere Amtszeit bereit erklärt. Nur Raphael Fischer kandidierte nicht mehr. Für ihn kamen Alexander Schönfeld und Karl Karderabek neu in den Vorstand. Obermeister Klaus Dieter Scholl konnte in seinem Bericht auf ein ereignisreiches Jahr zurückblicken. Besonders engagierte sich die Innung um den Verbleib der Spengler-Ausbildung in Kempten. Vielfältige Aktionen hatte die Vorstandschaft in diesem Zusammenhang gestartet, wobei sie auf starken Rückhalt der übrigen Allgäuer Innungen bauen konnte, wie der Obermeister hervorhob. Klaus Dieter Scholl hatte auch den Besuch der Staatssekretärin im Wirtschaftministerium, Katja Hessel, beim politischen Frühschoppen der Kreishandwerkerschaft anlässlich des 1. Kemptener Handwerkerfests genutzt, um dieser das Problem vorzutragen. Noch ist, so berichtete der Obermeister den Innungs-Mitgliedern, keine Entscheidung gefallen, aber der zuständige Ressortleiter im Ministerium will mit der Regierung von Schwaben die Angelegenheit besprechen. Bessere Chancen Wichtige Informationen zu Vorschriften und Gesetzen gab es auch wieder von Gottfried Voigt, dem Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft. Ob es sich um die Sofortmeldung von Beschäftigungsverhältnissen handelt, die Belehrung der Mitarbeiter über die Mitführung von Ausweispapieren oder bei einer GmbH und die rechtzeitige Meldung des Jahresabschlusses im elektronischen Bundesanzeiger, die Nichteinhaltung dieser Vorschriften kann hohe Bußgeldforderungen zur Folge haben. Auf der anderen Seite, so Gottfried Voigt, sollen die Mitglieder darauf achten, dass ihre Kommunen bei Ausschreibungen die Möglichkeit der erleichterten Vergabe voll ausschöpfen. So haben die heimischen Betriebe bessere Chancen, was wiederum den Einnahmen zugute kommt. Ein Fachvortrag zum Thema „Brandschutz bei haustechnischen Anlagen“ rundete das Informationsangebot der diesjährigen Versammlung ab. Gerade solche Informationen machen die Mitgliedschaft in der Innung so wertvoll, allerdings sollten die Mitglieder diese Informationsquellen besser nutzen, bedauerte Obermeister Scholl die Zurückhaltung beim monatlichen Stammtisch oder Forum, wie es nun heißt. Druck durch "Große" Jeden ersten Dienstag im Monat gibt es hier ein Referat zu aktuellen oder Fach-Themen, wie auch der Gedanken- und Informationsaustausch unter den Mitgliedern nicht zu unterschätzen ist. Ein Problem, mit dem die Fachbetriebe zu kämpfen haben, seiendie Heizwerke, die von immer mehr, auch kleineren Gemeinden gebaut werden. „Es kann nicht sein, dass große Firmen nicht nur das Heizwerk und das Netz bauen, sondern auch die Hausstationen, und die heimischen Firmen leer ausgehen“, betonte der Obermeister. Hier sei Gesprächsbedarf auch mit dem Zweckverband für Abfallwirtschaft gegeben. Die Entsorgung von Verpackungsmaterial und dadurch neu entstandene Kosten für die Betriebe war ein weiteres Diskussionsthema. Hier habe der einzelne Betrieb wenig Chancen, sondern die Innung müsse aktiv werden. Schließlich wurde noch die Konzeption des neuen Internet-Auftritts der Kreishandwerkerschaft vorgestellt. Unter dem Dach der Kreishandwerkerschaft können sich die Innungen dann individuell präsentieren. Zu diesem Zweck wurde eine Arbeitsgruppe gegründet. Auch eine Ehrung gab es. Zehn Jahre hatte Oliver Dalla Tore den Vorsitz im Gesellenprüfungsausschuss Anlagenmechaniker inne. Dafür wurde er von der Innung mit einer Dankesurkunde geehrt.

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