Ein Freibad mit Mehrwert

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Kräftig „aufgemöbelt“ zur Freizeitanlage präsentiert sich das runderneuerte Altstädter Freibad.

Sonthofen-Altstädten - Auf eine lange Badesaison hoffen alle in Altstädten. Pünklich zum Ferienbeginn wurde die neue Freizeitanlage eröffnet - und von den großen und kleinen Badegästen sofort erobert.

Die Altstädter haben lange und entschlossen für den Erhalt „ihres“ Freibades gekämpft. Bekommen haben sie schließlich sogar viel mehr: Das einstige marode Freibad, Baujahr 1938, wurde umgekrempelt und zu einer attraktiven Freizeitanlage, die nicht nur zum Baden einlädt, sondern sogenannte „Verweilqualität“ aufweist. Denn das „neue Freibad“ soll nicht nur in den heißen Sommerwochen Zuspruch finden. Stadtrat und Planer wollten die Anlage möglichst für einen Ganzjahresbetrieb fit machen. Grillabende sollen hier genauso möglich sein wie der Spaziergang mit Kinderwagen oder eine Runde Beachvolleyball. Zwei Badebecken für Schwimmer und Nichtschwimmer, Kiosk, Sitzbänke, Liegewiese, Waldspielplatz, Bachlauf, Spielfeld, Schachfläche, Wanderwege... Planer Michael Borth kann sich sogar vorstellen, die Wasserbecken im Winter zur Eislauffläche umzufunktionieren. „Eine runde Sache“, so das erste Urteil der Stadträte bei der Besichtigung. Noch läuft alles unter Probebetrieb; die offizielle Eröffnung der Freizeitanlage ist für die nächste Badesaison im Frühjahr 2014 vorgesehen.

Lange haben die Bürgerinnen und Bürger in Altstädten für „ihr“ Freibad gekämpft. Jetzt wurde der Einsatz belohnt: seit wenigen Tagen läuft der Probebetrieb in der Freizeitanlage. Besucher des neuen Bades mit Mehrwert sind genauso begeistert wie die Sonthofer Stadträte. Der „echte Probelauf“ habe schon vor etlichen Wochen begonnen, berichtete Sonthofens Bürgermeister, Hubert Buhl, beim Tag der offenen Tür. Denn kaum war des erste der beiden Becken fertig und geflutet, fand sich die Dorfjugend aus Altstädten ein und eroberte die Bad-Baustelle - ungeachtet der Baumaschinen und Arbeiter. Und, so verriet Buhl weiter, Planer Michael Borth sei selbst einer der Ersten gewesen, der sich ins Becken stürzte... „Es ist Borths Baby schlechthin...“, so Buhl. 

Mit Blick auf die neue „Bäderlandschaft“ hatte der Bürgermeister den Eindruck „es funktioniert alles“. Und auch Michael Borth als verantwortlicher Planer der Anlage freut sich über den inoffiziellen Startschuss der Betriebseröffnung. Seine Philosophie sei es gewesen, möglichst viele Elemente aus dem alten Freibad in die neue Anlage „sinnvoll zu integrieren und zu nutzen“. So wurden etwa die beiden alten rechteckigen Becken saniert statt abgebrochen. Die neuen Sanitäreinrichtungen wurden in die Arena der bestehenden Umkleiden einbezogen. Und der Clou: der gesamte Hangbereich, der unmittelbar ans eigentliche Bad anschließt, ist jetzt Teil der Anlage und durch Gehwege erschlossen. Das „gigantische Potenzial“ werde so genutzt und weiterentwickelt, freut sich Planer Borth über den Wurf. Auch die Nachbarschaft ist nicht ausgesperrt, sondern kann zum Teil über eigene Zugänge das Gelände betreten. 

Aus dem einstigen Freibad Altstädten ist damit eine Freizeitanlage geworden. Das neue Konzept ermöglichte eine Förderung durch die Direktion für ländliche Entwicklung Schwaben, die von den Gesamtkosten von rund 750 000 Euro immerhin ein Drittel übernimmt. Borth und Buhl lobten nichtzuletzt die Baufirma Höbel, die sich mit ihren Subunternehmern richtig ins Zeug gelegt habe, um den geplanten Eröffnungstermin Anfang August zu halten. Weitgehend an natürlichen Effekten orientiert sich die Wasserreinigung. Das alte Prinzip „über sieben Steine muss Wasser laufen“ bis es sauber ist, so erklärt Sonthofens Tiefbau-Chef Klaus Häger, werde genutzt und das Badewasser über einen Kaskadenanlage geleitet und in einen kleinen Klärteich bis zur erforderlichen Qualität gereinigt. Warmes Wasser für die Badebecken kann bei Bedarf aus der eigenen Solaranlage auf dem Dach dazugeschossen werden. Alles Dinge, die deutlich zur Senkung der Betriebskosten beitragen. 

Ganz so glasklar wie im aufbereiteten Badewasser eines herkömmlichen Freibades ist das Wasser im Altstädter Bad aber nicht. Die graugrüne Färbung stammt von den Algen, die sich unter den naturnahen Bedingungen nicht verdrängen lassen. Dafür sei das Wasser angenehm weich, fast samtartig. Buhl hofft, das sich in Altstädten bald ein Verein bildet, der die Betreuung der Anlage übernimmt. „Helfen Sie alle mit“, appellierte Bürgermeister Buhl an die Bürgerinnen und Bürger. Ziel ist es, das neue Freizeitbad in einem Ganzjahresbetrieb zu unterhalten. Über die eigentliche Freibadsaison hinaus soll sich in der Anlage was rühren: ein Spaziergang mit Kinderwagen ist ebenso möglich, wie eine Schachpartie, eine Runde auf dem Beachvolleyballfeld oder der gemütliche Grillabend. Im Winter kann sich Borth sogar Eislauf auf den umgerüsteten Schwimmbecken vorstellen. Eintritt kostet das neue Freizeitbad übrigens keinen, wohl aber werden in Zukunft Parkgebühren für PKW fällig. Ein Badebetrieb ist täglich von 9 bis 18 Uhr vorgesehen. Grundsätzlich gilt für die gesamte Anlage „auf eigenes Risiko“, betont Buhl.

Josef Gutsmiedl

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