Mahnwache am „Miteinander-Brunnen“ in Sonthofen

»Rassimus kommt nicht in die Tüte«

Christian Wilhelm, Hajo Nast-Kolb, Miriam Duran und Petra Müller
+
Unser Foto zeigt Sonthofens Bürgermeister Christian Wilhelm (hinten) und (vorne von links) die und Stadtrat Hajo Nast-Kolb, Migrationsbeauftragte Miriam Duran, und Stadträtin Petra Müller.

Sonthofen – Im Rahmen der Wochen gegen Rassismus setzten auch in Sonthofen zahlreiche Menschen ein Zeichen gegen Rassismus und Nationalismus. Der Integrationsbeirat Oberallgäu e.V. hatte dazu aufgerufen. An der Mahnwache am „Miteinander-Brunnen“ haben ca. 50 Personen teilgenommen.

Obwohl die Corona-Pandemie seit vielen Monaten das gesellschaftliche Miteinander erschwert, wird der alltägliche Rassismus in seinen unterschiedlichen Erscheinungsformen davon nicht ausgebremst. „Unser Anliegen ist es, trotz Lockdown weiterhin politisch aktiv zu sein und uns klar gegen Rassismus zu positionieren”, begrüßte Ercan Senoldu, als Stellvertretender Vorsitzender des Integrationsbeirates Oberallgäu e.V. die Teilnehmenden.

„Rassistische Gedanken sind da – oftmals zeigen sie sich nur in Kleinigkeiten. Aber auch dieser Alltagsrassismus, von dem wir vielleicht denken, damit schade ich doch niemanden konkret – wirkt wie permanente Nadelstiche“, ermahnte Sonthofens Bürgermeister Christian Wilhelm. Seine Forderung lautet deshalb: „Wir dürfen nicht als schweigende Masse weiter zusehen, wenn gegen Menschen gehetzt wird.“

Menschen mit Migrationsgeschichte leben häufig mit einem ungesicherten Aufenthalt im Land, weshalb sie schwer Zugang zu Sprachkursen und Beratungsstrukturen finden. „Diese Menschen sind zudem häufig von rassistischer Diskriminierung betroffen. Es ist an der Zeit, dass wir hier genauer hinschauen und die Ursachen bekämpfen. Menschenfeindliche Tendenzen dürfen in unserer Gesellschaft keinen Platz haben – wer schweigt, stimmt zu“, so Miriam Duran, Migrationsbeauftragte des Landkreises Oberallgäu. Übrigens: Im Oberallgäuer Integrationsplan wurde zum Thema interkulturelles Zusammenleben folgendes festgeschrieben: „Integration heißt, ein Bewusstsein für Vorurteile zu schaffen, entschieden gegen Diskriminierung und Rassismus vorzugehen und Verständnis füreinander zu wecken.“

Die hauptamtliche Integrationslotsin, Hülya Dirlik ergänzte: „Diese schwierigen Lebensumstände haben die vielen ehrenamtlichen Helfer vor Ort mehrfach kennengelernt. In vielfältiger Weise helfen sie Geflüchteten aller Ethnien – gerade auch denjenigen, die oft isoliert in Gemeinschaftsunterkünften in der Fläche des Landkreises Oberallgäu leben.“

Als sichtbares Zeichen für Toleranz und Menschlichkeit wurden bunte Steinbotschaften rund um den Miteinanderbrunnen gelegt. Die Botschaften zur Aktion „Rassismus und Nationalismus kommt mir nicht in die Tüte“ sind bei AGABY und Integrationsbeirat Oberallgäu auf www.in-oa.de, Facebook und Instagram und zu finden.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bundes-Notbremse: Diese Corona-Regeln gelten in Bayern
Bundes-Notbremse: Diese Corona-Regeln gelten in Bayern
Corona-Ticker Oberallgäu: Aktuelle Inzidenzwerte und Meldungen
Corona-Ticker Oberallgäu: Aktuelle Inzidenzwerte und Meldungen
Polizei kontrolliert Wildcamper im Oberallgäu
Polizei kontrolliert Wildcamper im Oberallgäu
Corona "Drive-In" in Sonthofen und Kempten öffnen wieder
Corona "Drive-In" in Sonthofen und Kempten öffnen wieder

Kommentare