"Bewegen und Mitgestalten"

+
Martin Beckel

Oberstaufen – Nun ist er schon knapp 120 Tage im Amt, Oberstaufens neuer Erster Bürgermeister Martin Beckel. Ob und wie sich der Nachfolger des langjährigen Bürgermeisters Walter Grath schon eingelebt hat – wir haben nachgefragt.

Herr Beckel, wie haben Sie die ersten knapp 120 Tage als Bürgermeister empfunden?

Martin Beckel: „Es war eine spannende wie stressige Zeit, denn es sind viele Aufgaben auf mich zugekommen, in die ich mich erst einmal einarbeiten musste. Mein Vorgänger Walter Grath hat mit dem bisherigen Gemeinderat ja noch viele Dinge angestoßen, die nun erst einmal abgearbeitet werden müssen. Das nimmt sicher noch eine Weile in Anspruch. Insgesamt empfinde ich das neue Amt aber als sehr schön – ich kann etwas in meiner Heimatgemeinde bewegen und sie mitgestalten.“

Haben Sie sich schon „eingelebt“ in Ihr Amt?

Beckel: „Ich fühle mich schon sehr wohl damit, wenngleich es sich auch komisch anfühlt, nun mit „Herr Bürgermeister“ auf der Straße angesprochen zu werden.

In Bezug auf die Alltagsarbeit war nicht viel Zeit, mich „einzuleben“. Da ging es gleich in der ersten Arbeitswoche los mit Entscheidungen treffen, Unterschriftsmappen bearbeiten und Sitzungen vorbereiten.“

Was waren für Sie die größten Herausforderungen zu Beginn Ihrer Amtszeit?

Beckel: „Neu für mich war das Thema ‘Personalführung’, wo ich mich erst noch hineinfühlen muss. Es ist schon eine neue Erfahrung und eine große Verantwortung, wenn man jetzt einer Gemeinde vorsteht mit insgesamt rund 120 Mitarbeitern.

Große Herausforderung war und ist es auch, sich in die Themen in der Tiefe einzulesen und einzuarbeiten. Da bin ich ganz dankbar, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung mir mit Rat und Tat zur Seite gestanden sind und auch weiterhin zur Seite stehen.“

Gab es besonders schöne Erlebnisse?

Beckel: „Ja natürlich, sogar mehrere! Da sind die Besuche bei runden Geburtstagen oder Ehejubiläen. Der Besuch einer Schulklasse im Rathaus oder die Eröffnung der Kinderkrippe in Thalkirchdorf. Die Kinder gehen ganz offen auf einen zu und sprechen auch ganz offen ihre Wünsche an. Besonders schön empfand ich auch den Abschied unseres langjährigen Bürgermeisters mit Serenade im Kurpark. Das war ein unvergessliches Erlebnis – nicht nur für Walter Grath, sondern auch für mich.“

Funktioniert die Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat?

Beckel: „Die Zusammenarbeit ist sehr gut. Die meisten Mitglieder kenne ich ja schon aus früherer Zeit. Ich bin guter Dinge, dass wir auch in Zukunft eine gute Diskussionskultur haben und gemeinsam lösungsorientierte Sachpolitik betreiben werden.

Das muss nicht zwangsläufig heißen, dass es nur einstimmige Beschlüsse gibt. Aber im Großen und Ganzen stelle ich fest, dass Ziele und Zukunftspläne weitestgehend deckungsgleich sind und dies auch im Wahlkampf schon waren.

Wir werden im Herbst miteinander in Klausur gehen, wo wir Ziele formulieren möchten, wie wir unsere Gemeinde weiter voranbringen können.“

Konnten Sie schon etwas von den Dingen, die sie sich als Bürgermeister vorgenommen hatten, anpacken?

Beckel: „Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich momentan noch ziemlich in der Alltagsarbeit fest stecke. Nichtsdestotrotz versuche ich natürlich, den Dingen auch meinen Stempel aufzudrücken.

Es ist aber auch nicht so, dass ich noch gar nichts angepackt hätte. Nur geht das halt alles nicht so schnell, dass man schon über Ergebnisse berichten könnte.

Kleinere Sachen, die mir im Wahlkampf berichtet wurden, haben wir oftmals schon über den ‘kleinen Dienstweg’ im Rathaus lösen können.“

Was sind derzeit die dringlichsten Aufgaben?

Beckel: „Zuerst möchte ich sagen, dass die Gemeinde gut bestellt an mich übergeben worden ist. Dennoch gibt es natürlich Dinge, die nun anstehen. Und es kommen natürlich auch unvorhergesehene Situationen dazu. Wie beispielsweise die beabsichtigte Schließung der Firma Allgäuer Alpenwasser zum 31. Dezember. Hier gilt es dahingehend zu unterstützen, dass auch nach dem 31.12. bestes Quellwasser in Oberstaufen abgefüllt und vermarktet wird.

Weitere Aufgaben, die vorangebracht werden müssen, ist die Zusammenführung der Skilifte Thalkirchdorf mit den Hündle-Bergbahn. Außerdem gilt es, den flächendeckenden Breitbandausbau in Angriff zu nehmen und den Landkreis zu unterstützen bei der Suche nach Unterkünften für Asylbewerber.“

Was steht als nächstes auf dem Plan?

Beckel: „Beruflich: Die Teilnahme an einem Standesbeamten-Kurs, um künftig Trauungen von Freunden und Bekannten vornehmen zu können und das Standesamt etwas zu entlasten. Privat: eine Urlaubsreise nach Kanada.

Die Fragen stellte Eva Veit

Meistgelesen

In Oberstdorf wird Wasser zu Bier
In Oberstdorf wird Wasser zu Bier
Kreisjagdverband: Kein Kuhhandel am Riedberger Horn
Kreisjagdverband: Kein Kuhhandel am Riedberger Horn
Bockbierfest in Oberstdorf
Bockbierfest in Oberstdorf
Babyglück im Allgäu
Babyglück im Allgäu

Kommentare