Saisonstart auf der Kippe

MdB Thomae (FDP): Wintersport ist ohne weiteres möglich

Gondel in Skigebiet
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Gut gerüstet für einen „Winter mit Corona“ zeigen sich die Bergbahnen in der Region. Zahlreiche Politiker im Allgäu fordern eine Öffnung von Liften und Bergbahnen und einen Saisonstart vor Weihnachten.

Allgäu – Reichlich Kritik wurde laut an den Überlegungen von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, Wintersport-Einrichtungen – nicht zuletzt Lifte und Seilbahnen – bis auf weiteres wegen der Pandemie-Bekämpfung nicht zu öffnen. Der Allgäuer FDP-Bundestagabgeordnete Stephan Thomae aus Kempten hält das nicht für sachgerecht: „Ein verantwortungsvoller Skibetrieb ist mit geeigneten Abstands- und Hygieneregelungen ohne weiteres möglich.“

Mit der Verlängerung und Verschärfung des Teil-Lockdowns denke Ministerpräsident Markus Söder nun auch an eine europaweite Schließung von Skigebieten in der anstehenden Wintersaison, ktitisiert Thomae. Der Änderungsantrag der FDP, den die Fraktion unter Federführung von Thomae zum Dritten Bevölkerungsschutzgesetz vergangene Woche eingebracht habe, zeige hier nochmals die Überlegenheit zum pauschalen Lockdown der Großen Koalition: Betriebe, die ein gutes Hygienekonzept nachweisen können, sollen demnach die Möglichkeit erhalten, ihren Betrieb zu öffnen.

„Dort, wo die Infektionsgefahr auf ein Minimum reduziert werden kann, wo trotz sinkender Einnahmen in Schutzmaßnahmen investiert wurde, sollen die Unternehmer profitieren und unter Einhaltung der Abstands- und Hygienemaßnahmen öffnen“, erklärt Thomae. Gerade bei den vielen kleinen Familien-Liftbetrieben mit Schleppliften oder Zweier-Sesselliften im Allgäu sei es kaum nachzuvollziehen, weshalb diese nicht öffnen sollten. Auch bei größeren Skiliften seien entsprechende Schutzmaßnahmen vorstellbar. Durch vorheriges Online-Buchen der Tickets könnten lange Warteschlangen an den Kassen ebenso leicht vermieden werde. Körperliche Betätigung im Freien sei gerade für Familien im Winter vielleicht das Gesündeste, was man empfehlen könne. Das wohl größte Problem laut Thomae sei, dass eine europaweit einheitliche Schließung der Pisten nicht zu erwarten sei. „Wenn Nachbarländer wie Österreich ihre Pisten für Ski- und Snowboardfahrer öffnen, fahren die Menschen natürlich dorthin, um ihrem Hobby nachzugehen. Damit werden Wettbewerbsnachteile unserer inländischen Tourismuseinrichtungen verstärkt und dem Infektionsschutz wenig geholfen“, so der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion weiter.

Als Beispiel, wie absurd ein solches Verbot wäre, dienen die Skilifte Fellhorn und Kanzelwand. Demnach wäre der Skilift in Oberstdorf geschlossen, während die Menschen im Kleinwalsertal das zusammenhängende Skigebiet nutzen könnten und sich dort dann Menschenmengen sammeln. Eine Öffnung möglichst vieler Skibetriebe und eine Entzerrung des Wintersports sei sogar sinnvoller, als alles auf wenige Pisten in der Grenzregion zu konzentrieren. „Die ganze Diskussion zeigt nur wieder einmal, wie manche der getroffenen oder geplanten Maßnahmen an der Realität der Menschen vorbeigehen. Den Unternehmern jetzt auch noch die wichtigen Einnahmen aus den Wintermonaten zu nehmen, ist nicht mehr nachvollziehbar. Am Wintersport hängt die gesamte Tourismus-Branche. Wir müssen jetzt die Reißleine ziehen, um eine Pleitewelle und das Zerstören ganzer Existenzen zu verhindern!“, mahnt Thomae abschließend.

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