Für mehr "Lernlandschaften"

Der Landtagsabgeordnete Thomas Gehring (links) und Immenstadts dritter Bürgermeister Werner Oppold bei der Eröffnung der Ausstellung „Lebensraum Schule.“ Foto: Heinrich Bonert

Bei der Eröffnung der Ausstellung „Lebensraum Schule“ in der Immenstädter Schrannenhalle sprach sich der Grünen-Landtagsabgeordnete Thomas Gehring deutlich für eine bessere Ausstattung der Schulen aus. „Der Neu- und Umbau von Schulen muss als pädagogische Chance begriffen werden für die Gestaltung eines positiven Lernumfeldes und für die Schule als Lebensraum“, so Gehring in seinem Vortrag. Auf den Bildwänden sind positive Beispiele von Lernräumen aus der ganzen Bundesrepublik zu sehen.

Anlass für die Grünen, die Ausstellung ins „Städtle“ zu holen, ist auch der Bau der neuen Königsegg-Grundschule. Eine „zähe Geburt“, der ausgedehnte Diskussionen im Stadtrat vorausgegangen waren, so Immenstadts 3. Bürgermeister Werner Oppold in seiner Begrüßung. Die Ausstellung sei das Ergebnis eines Fachgesprächs in der Landtagsfraktion, so Gehring. Als kleiner Ausschnitt vieler Möglichkeiten soll sie Anregung bieten, bei einer Neugestaltung Chancen zu nutzen. Schon in der Planungsphase sei es wichtig alle Betroffenen - Lehrkräfte, Architekten, Schülern und Eltern, Schul- und Baubehörden - in den Dialog mit einzubeziehen, erklärte der Abgeordnete. Nur so könne man mit den vorhandenen Mitteln ein optimales Ergebnis erreichen. „Lernfabriken gehören der Vergangenheit an“, plädierte Gehring unter Anderem für die Einrichtung so genannter „Lernlandschaften”, mehr Platz für Bewegung, individuelle Lernbereiche und flexible Klassenzimmer. Eine ökologische Bauweise sorge für ein gutes Raumklima, was wiederum eine positive Auswirkung auf die Leistung der Schüler habe. Bei Ganztagesschulen – auch wenn hier in Bayern noch erheblicher Nachholbedarf bestehe – solle darauf geachtet werden, dass ein Ort der sozialen Begegnung entsteht. Etwa beim gemeinsamen Mittagessen. Größte Hürde für solche Konzepte stellt – wie üblich - die Finanzierung dar. Die Schul- bauverordnung setze einen Mindeststandard, von dem die Kommunen abweichen können, erläuterte Gehring. Allerdings wird die Förderung nur für die Mindestfläche anerkannt, was bei der angespannten Finanzlage vieler Kom- munen die Spielräume stark einschränkt. In einer Diskussion mit den Besuchern wurde deutlich, wie eng das „Korsett des Schulbaurechts“ und die Finanzierungsmöglichkeiten sind. Auch für Rektor Bernhard Gessenhardter werden die vorgesehenen Flächen den pädagogischen Anforderungen nicht gerecht. Die Grünen setzen sich auf Landesebene ein, höhere Quadratmeterzahlen zu finanzieren, machte Gehring deutlich. Auch mit Blick auf die Inklusion, wonach Schüler mit Lernschwächen und Behinderungen am normalen Schulbetrieb teilnehmen sollen. Die Mangelverwaltung setze sich in der Personalplanung und der Fortbildung fort, kritisierte er auch das Fehlen von Lehrkräften. Oppold sprach sich dafür aus, mehr Verantwortung auf die Kommunen zu verlagern und diese auch entsprechend finanziell auszustatten. Für die Sonthofener Elternbeiratsvorsitzende Petra Deil ist es wichtig, „Schulen zu schaffen, in denen flexible pädagogische Konzepte überhaupt möglich sind“.

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