Kampf den Müllbergen: Mehrwegbecher für Coffee-to-go

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Michael Waginger (von links) von der Bäckerei Waginger ist von den ReCup-Bechern absolut überzeugt und möchte auf lange Sicht die Einwegbecher aus seiner Bäckerei verbannen. Auch der ZAK, hier vertreten durch Andreas Breuer, die stellvertretende Landrätin Ulrike Hitzler und Sonthofens 1. Bürgermeister Christian Wilhelm stehen fest hinter dem Mehrwegbechersystem. Was der Nikolaus dazu sagt, konnten wir leider nicht erfahren.

Positive Stimmen gab es am Freitag auf dem Sonthofer Rathausplatz, als erste Erfahrungen der ReCup-Becheraktion, die im April in der Region angelaufen ist, ausgetauscht wurden.

In der Bäckerei Waginger beispielsweise werden die Mehrweg-Coffe-to-go-Becher sehr gut angenommen, doch sollten sich, so die Meinung der Anwesenden, noch wesentlich mehr Unternehmen an der Aktion beteiligen. Hintergrund ist die Vermeidung von Müllbergen durch Coffee-to-go-Becher.

Im Rahmen des Christbaumschmückens wollte die Stadt Sonthofen nochmals auf die ReCup-Aktion aufmerksam machen, die bereits zum 1. April angelaufen ist. ReCup ist ein deutschlandweites Mehrwegbecher-Pfandsystem für Coffee-to-go und bietet mit dem ReCup-Pfandbecher eine nachhaltige Alternative zum Einwegbecher. Gegen 1 Euro Pfand bekommt der Kunde den Coffee-to-go im Mehrweg-Pfandbecher. Nach dem Kaffeegenuss kann der Becher bei allen teilnehmenden Partnern zurückgegeben werden. Dort wird das Pfand erstattet, der Becher gespült und direkt für den nächsten Kunden bereitgestellt.

Angestoßen hatte die Aktion im Oberallgäu die Stadt Sonthofen, die in einer Infoveranstaltung Anfang des Jahres gemeinsam mit ReCup die umliegenden Kommunen und Unternehmer der Region eingeladen hatte, um über das System zu informieren. Prompt fanden sich auch einige Unternehmen, die von dem System begeistert waren und mitmachen wollten. Das Landratsamt Oberallgäu, der ZAK und die Stadt Sonthofen übernahmen zum Start der Aktion die Druckkosten für 8 000 ReCup-Becher mit speziellem Allgäu-Aufdruck.

Das System ist erfolgreich: waren deutschlandweit Anfang des Jahres rund 600 Partner beteiligt, sind es inzwischen mehr als 1 800. Eine wirklich tolle Sache, kann man sich doch in Sont­hofen einen Kaffee kaufen, mit dem Zug nach Sylt fahren, und dort den Becher zurückgeben. In und um Sont­hofen sind derzeit neben der Bäckerei Waginger die Bäckerei Konditorei Härle, das Klinikum Immenstadt, Bäcker Mayer im Rewe Sonthofen und die Vollwert-Bäckerei Kornblume in Westerhofen mit dabei. „Es besteht noch Handlungsbedarf im Oberallgäu“, sagte die stellvertretende Landrätin Ulrike Hitzler; in Kempten sei das System bereits viel weiter verbreitet. Bürgermeister Christian Wilhelm betonte, dass das Pfandsystem nur dann Sinn mache, wenn möglichst viele Unternehmen daran beteiligt seien.

Michael Waginger von der Bäckerei Waginger jedenfalls ist begeistert vom ReCup-System. Allerdings, hob er hervor, wüssten viele Kunden noch gar nichts davon. Die Mehrwegbecher müssten konsequent in den Geschäften angeboten werden, dann, so seine Erfahrungen, nehmen die Leute das Angebot auch wahr. Sein Ziel ist es, über kurz oder lang, die Einwegbecher aus seiner Bäckerei zu verbannen.

„Ihr lebt vom Müll, warum wollt ihr ihn vermeiden?“, wollte Moderator Thomas Häuslinger von Andreas Breuer vom ZAK wissen, warum sich der Zweckverband für Abfallwirtschaft beim ReCup-System engagiere. Sie haben, so Breuer, den gesetzlichen Auftrag, die Wiederverwertung zu fördern und Müll zu vermeiden. Die Müllberge seien auch so schon groß genug.

Infos zu ReCup sowie einen Überblick über die Partner gibt es unter www.recup.de.

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