Mehrerlöse durchreichen!

In Dietmannsried forderten die Milchviehalter vom Einzelhandel, Verantwortung bei der Markt-

Oberallgäu – Auf den bundesweiten Molkerei-Aktionstag des Bundesverbandes der Deutschen Milchviehhalter BDM folgte nun der angekündigte Aktionstag „5 nach 12“ beim Handel.

Das BDM-Kreisteam Oberallgäu übergab in Dietmannsried die Resolution, deren Kernforderung lautete: Die jetzt möglichen Mehrerlöse vollständig und umgehend an die Milchviehhalter durchreichen! Kontraktabschlüsse sollen so gestaltet werden, dass schnellstmöglich 40 Cent an die Milchviehhalter ausbezahlt werden können.

Nachdem Milchviehhalter des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter BDM e.V. eine Woche zuvor bei den Molkereien vorstellig wurden, besuchen sie mit der Aktion „5 nach 12“ bundesweit Ladengeschäfte und Zentralen der großen Handelsketten, um auch dort eine Resolution zu übergeben. Ein Schauplatz war dabei Dietmannsried.

„Wir besuchen bewusst beide Seiten, um zu verdeutlichen, dass in der jetzigen Situation wirklich Jeder seinen Teil für eine Verbesserung der Situation der Milchviehhalter beitragen kann und muss“, erklärt BDM-Vorsitzender Romuald Schaber die Aktion.

„Unsere Position ist, dass der Handel nicht der Verursacher der aktuellen Krise auf dem Milchmarkt ist. Unsere Forderungen zielen daher auch nicht darauf ab, dass der Handel in den Markt eingreift und die Krise löst. Allerdings kann und muss auch der Handel Verantwortung übernehmen und im Rahmen seiner Möglichkeiten die Markt­erholung stabilisieren, die sich vor allem durch den europaweiten Rückgang der Milchmengen bereits eingestellt hat“, sagt Schaber. Der Handel habe es zusammen mit den Molkereien in der Hand, wie schnell und umfassend sich die Markterholung auch im Geldbeutel der Milchviehhalter abzeichne.

„Unsere zentrale Forderung an den Handel lautet, den Einstands­preis für alle Milchprodukte sofort auf ein Niveau zu heben, das eine umgehende Anhebung des Milchauszahlungspreises an die Milchviehhalter auf mindestens 40 Cent ermöglicht“, so das Resolution des BDM. Gleichzeitig solle der Handel bei den Molkereien darauf bestehen, dass diese die Mehrerlöse, die jetzt aufgrund einer besseren Marktlage erzielbar sind, sofort und vollständig an die Milchviehhalter weitergeben.

Egal wie hoch der Verkaufspreis der Milch sei – Handel wie auch Molkereien zögen davon ihre fast konstante, zumindest aber immer kostendeckende Marge ab, ehe der Restbetrag an die Milchviehhalter für ihre bereits im Vormonat abgelieferte Milch ausbezahlt werde, stellt der BDM weiter fest. „In einem derartigen System baden die Milchviehhalter die Milchmarktkrise praktisch alleine aus. Alleine in Deutschland haben sie einen Einkommensverlust von annähernd 10 Milliarden Euro zu verkraften.“ Für viele Milchbetriebe sei es daher längst „fünf nach zwölf“ und auch bei den verbleibenden Milchviehhaltern zähle jeder Tag, wenn es darum gehe endlich wieder Liquidität auf die Höfe zu bringen. Noch immer machten die Milchviehhalter mit jedem Liter Milch, den sie melkten, Verluste.

„In dieser Situation ist es völlig inakzeptabel, dass man Preissenkungen fast unmittelbar, Preissteigerungen aber meist erst mit einem Zeitverzug von fast drei Monaten an die Milchbauern weitergibt“, bekräftigt Romuald Schaber, Bundesvorsitzender des BDM.

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