Millionen für den Pass

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JOSEF GUTSMIEDL, Oberallgäu – Die Besichtigung eines bedeutenden Straßenbauprojektes im Oberallgäu führte den Bauausschuss des Oberallgäuer Kreistages auf den Riedbergpass. Hier wird gerade auf Hochtouren am Bauabschnitt XII gearbeitet. Auch heuer werden am Riedbergpass rund 2,5 Millionen Euro in Straßenbau- und Sanierungsmaßnahmen gesteckt. Allerdings muss der Kreis nicht die ganze „Rechnung“ bezahlen: Der Zuschuss des Freistaates beträgt hier – ausnahmsweise – 90 Prozent. Der Riedbergpass, mitunter als „Millionengrab des Landkreises“ bezeichnet, wird den Kreishaushalt noch einige Jahre belasten. Jährlich, so rechnte Landrat Gebhard Kaiser den Mitgliedern des Bauausschusses vor, muss der Kreis mit rund 2,5 Millionen Euro rechnen, die für die Sicherung und Sanierung der Riedbergpass-Straße erforderlich sind. Noch vier Jahre werde das so sein, „dann wird wohl etwas Ruhe einkehren“, meinte Kaiser. Allerdings, so deutete Bruno Müller, Chef der Kreistiefbauverwaltung an, müssten erste Straßenabschnitte nach 15 Jahren wieder saniert werden; auf „normalen“ Strecken halte der Asphaltbelag doppelt so lange. In Arbeit ist derzeit der Bauabschnitt XII. Auf einer Länge von rund 500 Metern sind zwei Brückenbauwerke zu erstellen und eine 200 Meter lange Bohrpfahlwand. Ein Dauerproblem am Riedbergpass sind instabile Hänge und Böschungen, die aufwändig gesichert werden müssen. Diesmal musste wesentlich mehr Erdreich abgetragen werden, um die Neigung aus dem Hang zu nehmen. „Rund 15000 Kubikmeter Boden und loses Gestein musste zusätzlich abgeräumt und weggefahren werden“, erläuterte Bruno Müller. Ein großer Teil musste sogar bis ins Illertal auf eine Erdkippe transportiert werden. Das kostete rund 300000 Euro zusätzlich. Da dies es Hindernis nicht vorhersahbar und kalkulierbar war, werden auch von dieser zusätzlichen Ausgabe 90 Prozent gefördert. Die Mehrkosten, die beim Landkreis „hängen bleiben“ können allerdings mit Minderkosten bei der Höhenfreilegung des Bahn-überganges Thanners verrechnet werden. Ruhe einkehren wird in den kommenden Jahren nicht am Riedbergpass. Im Passaufstieg müssen im kommenden Jahr zwei Konsolidierungssperren in der Schönberger Ach gebaut werden, um weitere Eintiefungen des Baches zu verhindern. Rund 340000 Euro wird das kosten, wobei auf den Landkreis mit 60 Prozent der Baulast 200000 Euro entfallen, die ebenfalls mit dem höchsten Fördersatz von 90 Prozent „entschärft“ werden. 40 Prozent trägt das Wasserwirtschaftsamt, also der Freistaat. Am sogenannten Hennenbrunnen musste ebenfalls bereits die Kreisstraße gesichert werden. „Der Bach kratzte an der Böschung“, beschrieb Bruno Müller die Situation. Die abrutschende Böschung wurde mit einer Bohrpfahlwand gesichert und stabilisiert. Bergseits musste der lose Fels abgetragen werden, und die Felswand mit mächtigen Betonriegeln gesichert werden. Rund 600000 Euro kostet dieser Kraftakt. Auch hier werden 90 Prozent bezuschusst. Bei allen Straßenbaumaßnahmen am Riedbergpass wurde eine Längsneigung von neun bis zwölf Prozent angestrebt. Das erleichtere die Arbeit des Winterdienstes ganz deutlich, da die Einsatzfahrzeuge bei einer gleichmäßigen Steigung effektiver arbeiten können. Ein Ende derBaumaßnahmen am Riedbergpass ist zwar noch in weiter Ferne, doch Landrat Kaiser schätzt, dass in drei, vier Jahren „etwas Ruhe einkehrt“. Bis dahin muss allerdings noch die Tal- und Ortsdurchfahrt von Balderschwang bis zur Landesgrenze saniert werden. Das koste von 2011 bis 2013 noch jährlich zwei Millionen Euro.

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