Mitreden ist Integration

In den Räumen des türkisch-islamischen Gemeindehauses in Immenstadt, nutzten elf Teilnehmerinnen die Möglichkeiten des Bildungszentrums TIP. Neun Teilnehmerinnen stellten sich der Prüfung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge. Acht Teilnehmerinnen erwarben die Sprachkompetenz B1, eine Teilnehmerin erreichte die Sprachkompetenz A2. Foto: Elke-Sabine Barth

Die Sprache ist der zentrale Schlüssel um Kontakte aufzubauen. Das Bildungshaus TIB – Treffpunkt Integration durch Bildung in der Immenstädter Moschee, setzt diese Erkenntnis seit einigen Jahren bewusst um und fördert erfolgreich durch verschiedene Bausteine die Integration von Kindern und Erwachsenen mit Migrationshintergrund. Jetzt gab es die Zeugnisse für die Teilnehmerinen des ersten „Integrationskurses für Frauen“.

Einer dieser Bausteine ist der Deutschkurs für Migrantinnen und Migranten mit gleichzeitiger Kinderbetreuung. In 660 Unterrichtsstunden setzten sich in den letzten Monaten 11 Teilnehmerinnen mit den Themen Demokratie, Rechtsordnung, Geschichte, Gesellschaft und Kultur in Deutschland auseinander und erwarben sehr zielstrebig und fleißig Deutschkenntnisse auf dem Sprachniveau B1. „Mit der Sprachkompetenz B1 haben die Kursteilnehmerinnen ausreichende Deutschkenntnisse um sich jetzt im täglichen Leben, Privat und am Arbeitsplatz sprachlich zurechtzufinden. Sie können Texte im Alltag und in einfacher Berufssprache verstehen und mündlich wie schriftlich wiedergeben oder auch einfache Texte über vertraute Themen schreiben“, fasst Astrid Keller, stellvertretende Schulleiterin von Bildung und Beruf GmbH – Lingua Viva Sprachschule in Kempten zusammen. Die Lehrer Monika Theuring und Andreas Michel führten die Teilnehmerinnen durch die einzelnen Themen und bereiteten sie auf die vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zertifizierte Deutschprüfung vor. Zweimal wöchentlich trafen sich die Lernenden und erfuhren dabei auch viel über die kulturellen Prägungen der anderen Kursteilnehmerinnen die aus der Türkei, Polen, Ukraine, Marokko, Turkmenistan, Pakistan, Indien, Thailand und China stammen. Immenstadts 2. Bürgermeister, Thomas Wurmbeck, übergab mit seinem Kreistags-Kollegen, dem stellvertretenden Landrat, Heinz Möschel, die Urkunden. Wurmbeck lobte die Motivation der Teilnehmerinnen: „Ich bin stolz auf Sie und darauf, dass sie den Weg gewählt haben Deutsch zu lernen. Er ist der Schlüssel, um näheren Kontakt zu unserer Bevölkerung zu bekommen und der Schlüssel zum Arbeitsmarkt. Aber auch mit Blick auf ihre Kinder leisten sie als Mütter einen wertvollen Beitrag, dass die Kinder die Deutsche Sprache schnell und leicht erlernen.“ Sevdat Karakas, Projektleiter des TIP, ist ebenfalls stolz auf die Teilnehmerinnen, die mit dem Ergebnis der Abschlussprüfung über dem Bundesdurchschnitt liegen: „Das Prüfungsergebnis zeigt, dass unsere Teilnehmerinnen sich integrierten wollen, aber bisher nicht die Chance dazu gehabt haben.“ Miriam Duran, Beauftragte für Migration und Integration des Landkreises hat sehr viel Energie in das Projekt gesteckt. Sie weiß: „Es gibt bundesweit wenig spezielle Frauenkurse vor Ort, nahe am Wohngebiet und mit Kinderbetreuung. Die Bildungsräume und -voraussetzungen in der Moschee sind ein Glücksfall.“

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