Im Weiler Acker bei Vorderburg soll ein Mobilfunkmast errichtet werden. Die Anwohner wollen das nicht.

Anwohner wehren sich gegen geplanten Mobilfunkmast

Die Interessengemeinschaft „Gegen Handymasten in Acker“ hat an der Stelle, an der der Mobilfunkmast errichtet werden soll, einen Steinkreis gebaut und wird noch eine Linde einpflanzen.

„Kein Mobilfunkmast in Rettenberg-Acker!“ fordern die Anwohner der Weiler Acker, Keller, Morgen, Gerats und Rieder bei Vorderburg. Die Telekom plant, auf einem Hügel in Acker einen Mobilfunkmast zu errichten. Die Anwohner fühlen sich übergangen. Sie sehen zudem keinen Nutzen in einem Mast an dieser Stelle.

Auf diesem Hügel soll der Mobilfunkmast errichtet werden.

Mit Unterschriftenlisten, einer Petition im Internet und Briefen an Parteien, Politiker und Naturschutzverbände wehren sich die Anwohner der Weiler Acker, Keller, Morgen, Gerats und Rieder gegen die Errichtung eines Mobilfunkmasten in Acker bei Vorderburg. Sie fürchten Auswirkungen auf die Gesundheit durch Strahlen und Elektrosmog und fühlen sich übergangen. 

Der Mast soll laut der Interessengemeinschaft „Gegen Handymasten in Acker“ einen Radius von 1,5 Kilometern abdecken, in dem bislang kein Telekomnetz verfügbar ist. Die Bewohner des betroffenen Gebietes sagen, sie haben Verträge bei einem anderen Anbieter und brauchen keinen weiteren Mobilfunkmast. Die Anwohner fühlen sich übergangen. 

Der Besitzer des Grundstückes habe den Vertrag über den Bau des Mobilfunkturmes auf seinem Grundstück überstürzt unterschrieben. Er möchte aus dem Vertrag raus – das sei jedoch nicht möglich. „Es ist ein Knebelvertrag!“ sagt Jörg Zinsmeister von der Interessengemeinschaft.

Die Mobilfunkversorgung in dem betroffenen Gebiet sei ausreichend, so die Anwohner. Der Mobilfunkmast soll „in die schönste Gegend, mitten auf einen Hügel in einem Gebiet, das als Urlaubsparadies und Heimat von unzähligen, auch seltenen und bedrohten Tierarten bekannt ist“, gebaut werden, heißt es in der Petition der Interessengemeinschaft „Gegen Handymasten in Acker“. Viele Anwohner sind (Bio-)Landwirte oder Gastgeber, die von einer gesunden und sauberen Umgebung leben. Zudem soll der Mobilfunkmast direkt gegenüber eines kleinen Buddhistischen Klosters entstehen – der Hügel gilt aber auch den nicht-buddhistischen Menschen in der Region als spiritueller Ort. 

„Wir haben bis jetzt 79 Unterschriften gesammelt, das sind eigentlich alle Menschen, die hier vor Ort betroffen sind!“, erzählt Claudia Maier aus Acker gegenüber dem Kreisbote. Was sie und ihre Mitstreiter stört ist, dass ihnen jegliches Mitspracherecht von Seiten des Mobilfunkbetreibers abgesprochen wird. „Der Mast wird gebaut werden, ob wir wollen oder nicht, man hat uns gesagt, es gibt für uns keine Möglichkeit mehr, das zu verhindern!“, sagt Barbara Zweng. Die Anwohner hätten erst sehr kurzfristig und auch nicht auf offiziellem Weg von den Plänen erfahren. Erst vergangene Woche habe es schließlich eine Informationsveranstaltung in Vorderburg gegeben. 

"Wir lehnen nicht den Fortschritt ab!" 

„Wir lehnen nicht das Internet und den Fortschritt ab!“, erklärt Claudia Maier weiter. Die Anwohner sehen jedoch keinerlei Nutzen darin, dass in Acker ein Mobilfunkmast aufgestellt wird. Sie fragen sich, warum nicht der Mast eines anderen Anbieters in Vorderburg ausreichend ist, schließlich gäbe es eine Absprache der Mobilfunkanbieter, dass sie sich Mobilfunkmasten teilen könnten. 

Eine weitere Sorge der Anwohner ist, dass sie als „Versuchskaninchen“ für das künftige 5G-Netz dienen sollen. Scheinbar soll das Netz über kurz oder lang auch über diesen geplanten Mast ausgebaut werden. Über die gesundheitlichen Risiken der neuen 5G-Technologie ist noch kaum etwas bekannt. Viele Menschen fürchten jedoch, dass durch die vermehrte Strahlung die Auswirkungen auf den menschlichen Körper groß sind. „Ich laufe fast jeden Tag mit meinen Kindern an der Stelle vorbei“, sagt Barbara Zweng. Wenn dort der Mobilfunkmast stehe, würde sie sich nicht mehr wohl fühlen.

eva

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