Stärkung für die Mittelschule

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Schulamtsleiter Thomas Novy (rechts) und Richard Wucherer, Leiter der Mittelschule Durach, die als M5/M6-Modellprojektschule für Bayern ausgewählt wurde.

Oberallgäu - Der Oberallgäuer Landrat Gebhard Kaiser informierte zusammen mit dem Landtagsabgeordneten Eberhard Rotter und Schulamtsdirektor Thomas Novy über das Bildungsprojekt „Bildungsregion Oberallgäu/Lindau“. Der Modellversuch soll die Mittelschulen im ländlichen Raum stärken und beginnt mit dem kommenden Schuljahr. Als Modellprojektschule wurde die Mittelschule in Durach ausgewählt.

„Dieses Projekt“, erklärte Kaiser, „ist bei einem Gespräch mit Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle und dem Leiter der Staatskanzlei Thomas Kreuzer für die Mittelschulen im ländlichen Raum ausgehandelt worden.“ Damit solle erreicht werden, dass Schüler(innen) die Mittlere Reife wieder vor Ort erwerben können. 

Für Schulamtsleiter Novy ist das Modellprojekt „eine Chance zur Stärkung des Bildungsangebotes in der Schule im ländlichen Raum“. Die Mittelschule habe sich bestens bewährt, weil sie eine individuelle Förderung der Schüler auf der Basis von Leistungsfeststellungen und Elterngesprächen ermögliche. Eine wichtige Rolle spiele hierbei der Klassenleiter, der eine wichtige Bezugsperson für die Schüler sei. 

Die Mittelschule ist nach Ansicht des Landtagsabgeordneten Eberhard Rotter bereits ein Erfolgsmodell. „Die individuellen Qualifikationen der Mittelschule ermöglichen allen Schülern einen passenden Abschluss mit Anschluss,“ ergänzte Richard Wucherer, Leiter der Mittelschule Durach, der Modellschule des Projektes, „sei es in beruflicher oder weiterführender schulischer Ausbildung“. „Die M5/M6-Kurse an Mittelschulen ermöglichen den Einstieg in die Mittlere Reife“, erläuterte Schulamtsdirektor Novy. „Dadurch werden die Schüler frühzeitig in der 5. und 6. Klasse auf den M-Zug mit seinen erhöhten Anforderungen vorbereitet.“ 

Das Kursangebot beziehe sich auf die Fächer Mathematik, Deutsch und Englisch. Die Schüler der M-Kurse und der Regelkurse könnten sogar im Klassenverbund zusammen bleiben. Bei kleinen Schulen könnten die M-Kurse auch jahrgangsübergreifend (M5/M6) angeboten werden. Schüler mit Einzelstärken könnten zudem unterschiedliche Kurse besuchen wie zum Beispiel Mathe-Regelkurs und Deutsch-M-Kurs. Ebenso sei ein späterer Einstieg in den M-Kurs möglich, denn das Prinzip der Durchlässigkeit sei bei diesem Bildungsmodell von großer Bedeutung. Die Schüler der M5/M6-Kurse werden sogenannte M5/M6-Zeugnisse erhalten. Wer das ganze Schuljahr in einem einzelnen M-Fach die Leistungen erbringe, bekomme dies im Zeugnis bescheinigt. Zum Zwischenzeugnis gebe es außerdem eine eingehende Beratung. 

Die Aufnahme der Schüler in den Kursbereich erfolge nach einer Beratung durch die Schule. Als Richtwert gelte ein Notenschnitt (Deutsch, Mathematik und Heimat- und Sachunterricht) von 2,66 der 4. Grundschulklasse. Bei Noten über 2,66 entscheide die Lehrerkonferenz auf Antrag der Eltern. Letztlich sei der Elternwille entscheidend. Der Übertritt in die M-7 erfolge für die M-Schüler nach den Vorrückungsbestimmungen des M-Zweiges (Schnitt: 4,0 (D, M, Englisch); max. eine Note 5) und für die Regelschüler nach der Volksschulordnung (Schnitt: 2,66 in D, M, E). 

Die Bildungsregion Oberallgäu/Lindau erhoffte sich von der Evaluation des M5/M6-Modellversuchs an der Duracher Mittelschule in zwei bis drei Jahren ein positives Ergebnis, um dann künftig eine attraktive schulische Ausbildung im ländlichen Raum anbieten zu können. Landrat Kaiser wünschte sich von diesem Bildungsprojekt eine deutliche Entspannung bei den Grundschul-Eltern hinsichtlich ihrer Übertrittplanungen am Ende der Grundschulzeit, denn die Mittelschule sei dann „erst recht eine echte Alternative zu Realschule und Gymnasium“.

Hans Ehrenfeld

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