Im Moos geht's rund

Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner eröffnete vergangene Woche den neuen Moorlehrpfad im Werdensteiner Moos. Das rund 85 Hektar große Moos zwischen Immenstadt und Waltenhofen ist eine der größten Moorflächen im Allgäu. Entlang des 3,5 Kilometer langen Rundwegs erfahren Besucher viel Interessantes über Moore im allgemeinen und das Werdensteiner Moos in besonderen. Das Landwirtschaftsministerium förderte die Erschließung, die sowohl den Naturschutz als auch die Erholungsfunktion des Moores ermöglicht.

Mit der Fertigstellung des Moorlehrpfades erreichte die Erfolgsgeschichte einer Zusammenarbeit ihren Höhepunkt. Angefangen hatte diese Geschichte bereits in den 1980er Jahren, als eine Arbeitsgruppe des Bundes Naturschutz mit der Renaturierung des Werdensteiner Mooses begann. Mitte der 1990er Jahre kam mit dem Forstamt Kempten der Eigentümer, der Freistaat Bayern, mit ins Boot. Der Forstbetrieb Sonthofen der Bayerischen Staatsforsten führte die Arbeiten dann weiter. Die Entwässerung wurde Schritt für Schritt gestoppt und zehn Lehmdämme errichtet. Auch der alte Fichtenbestand wurde gefällt, um den früheren Moorcharakter wieder herzustellen. „Die Renaturierung des Werdensteiner Mooses hat zwei Gewinner”, meinte Dr. Ulrich Sauter vom Amt für Landwirtschaft und Forsten Kempten. Zum einen profitiere zweifelsohne die Natur von den Maßnahmen; zum anderen die Menschen in der Region, denen jetzt ein weiterer Zugang zu oft unbekannter Natur ermöglicht werde. „Hier erfahren die Besucher entlang des Rundweges viel über die Ökologie der Moore.” Die Idee stammt von Landschaftsrchitekt Michael Borth, der den neuen Rundweg plante und entwickelte. Landrat Gebhard Kaiser sieht den neuen Moorlehrpfad als „wichtigen Mosaikstein in einem Gesamtkunstwerk Allgäuer Tourismusregion“. Er denkt dabei auch an die aktuelle Trend-Sportat Wandern, die zunehmend jüngere Leute begeistere. Die Positionierung des Allgäus als Gesundheits-, Sport- und Wanderregion müsse weiter voran getrieben werden, meint der Landrat. Es gelte, „die vielen Stärken im Allgäu“ frei zu setzen und zu bündeln. Kaiser: „Das ist ein riesige Potenzial.“ Was vor rund 20 Jahren „im kleinen“ mit der Renaturierung des Werdensteiner Mooses begann, mündete später in die „Allgäuer Moorallianz“. Staatsminister Helmut Brunner würdigte bei seinem Besuch im Werdensteiner Moos das „schlagkräftige Bündnis“ zum Erhalt und der Verbesserung der Moore im Allgäu. Als einen der Partner, die bei der Renaturierung am einem Strang zögen, sieht Brunner auch die Bayerischen Staatsforsten. Rund 14000 Hektar Moore in Bayern befänden sich allein im bayerischen Staatswald. „Die Bayerischen Staatsforsten als Bewirtschafter übernehmen dafür eine besondere Verantwortung“, sagte Brunner. „In unserem Naturschutzkonzept haben der Erhalt und die Renaturierung vor allem der Hochmoore einen besonderen Platz.“ Es sei kurzsichtig, die Förderung an den wirtschaftlichen Erfolg der Forstbetriebe zu binden. So sei es schon bei der Gründung der Bayerischen Staatsforsten ein wichtiges Anliegen gewesen, die Leistungen des Unternehmens für das Gemeinwohl. die über das normale Maß einer vorbildlichen Waldbewirtschaftung hinaus gingen, dauerhaft und unabhägig vom betriebswirtschaftlichen Erfolg gefördert werden. So sehe etwa das Klimaprogramm 2020 bis zum Jahr 2011 jährlich zwei Millionen Euro für Moorrenaturierungen vor. Von den Kosten für den Rundwanderweg im Werdensteiner Moos in Höhe 100000 Euro übernimmt derdas Forstministerium 90 Prozent.

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