Ein "Motor" für das Alphornblasen

Wenn in diesen Wochen und Monaten im Allgäu Alphornbläser zu ihren Konzerten einladen, ist der Sonthofer Toni Haßler zumindest „Zaungast“ - in Gedanken dabei. Viele Jahre wirkte der aktive Alphornbläser als „Motor“ für das Alphornblasen im Allgäu, organisierte Veranstaltungen, holte das Alphorn aus der Ecke des „verstaubten Gestrigen“. Jetzt - im Alter von über 70 Jahren - will er die letzten Ehrenämter rund um das Alphornblasen abgeben.

Mit der Jakobi-Kirbe sowie der 10. Internationalen Älplerletze auf dem Fellhorn (27. September), zieht sich Haßler nach rund 60 Jahren Aufbau- und Organisationsarbeit „aufs Altenteil“ zurück. Genau mit diesen beiden Alphorn-Veranstaltungen setzt er quasi den Schussakkord unter sein Lebenswerk, denn sowohl die Jakobi-Kirbe als auch die Älplerletze hat Toni Haßler selbst „erfunden“, wieder entdeckt und zu neuer Tradition geführt. „Meine Devise war immer: Was man begonnen hat, soll man auch ordentlich zu Ende bringen“, sagt Haßler in seinem Rückblick auf bald sechs Jahrzehnte ehrenamtliche Arbeit in der Musik und vor allem im Alphornwesen. Die Jakobi-Kirbe und die Euregio Älplerletze betrachtet er als seine „geistigen Kinder“, denen er noch viele erfolgreiche Jahre wünscht. Mit Leib und Seele widmete sich der Sonthofer der Förderung des Alphornspielens im Allgäu. Zum Beispiel mit seiner Mitarbeit im Arbeitskreis Alphornblasen im Allgäu. Auch beim traditionellen Allgäuer Alphornbläsertreffen war Haßler lange Zeit Chef-Organisator und brachte viele Gruppen aus dem Allgäu und den Nachbarregionen zusammen. Vor zehn Jahren, beim 1. Euregio Musikfestival in Sonthofen, wurde auf Haßlers Betreiben hin die Euregio Alphorngruppe aus der Taufe gehoben. Die Gruppe mit mehr als 60 Musikern - die größte Alphorngruppe Europas - ist heute aus der „Alphorn-Szene“ nicht mehr wegzudenken. Das zehnjährige Bestehen der Gruppe wird heuer mit einem Alphornfest am Sonntag, 21. Juni, auf dem Fellhorn gefeiert. Aus gesundheitliche Gründen - nach zwei Herzoperationen - zieht sich Haßler als Organisator zurück. Einige Ehrenämter hat er in den vergangenen Jahren schon abgegeben. Das Alphorn und seine Freunde hätten ihn „durch schöne Jahre, aber auch schwere Zeiten“ begleitet. Allen, die ihn in diesen Jahren unterstützten, will Haßler danken. Andererseits freut sich der Alphorn-Senior wenn seine jahrelange Arbeit von einem Mitstreiter wie etwa Hans-Jörg Sommer aus der Schweiz gewürdigt wird. Sommer kommentiert den „Rückzug“ Haßlers in einem Brief: „Durch Dich fand das Alphorn im Allgäu diese große Verbreitung.“ Und weiter: „Ich denke daher, dass man Deine Leistung - um nicht zu sagen: Dein Lebenswerk - erst in einigen Jahren richtig schätzen wird.“ Toni Haßler will sich jetzt in erster Linie um seine Familie kümmern, und auf seine Gesundheit achten. Eine Veranstaltung, die er maßgeblich seit 38 Jahren prägt, will er jedoch weiter führen: „Advent im Allgäu“ im Allgäu Stern Hotel in Sonthofen. Ein wenig wehmütig blickt die „Allgäuer Alphorn-Legende“ schon zurück auf seine jahrelange ehrenamtliche Arbeit für die Volksmusik und das Alp-horn. Unvergesslich sind ihm etwa die vielen Ausflugsfahrten zu Freunden in Südtirol. Kontakte, die schnell zu festen Freundschaften wurden - über das Alphornblasen hinaus. Auch in der Rolle des Beobachters und Ruheständlers werde er dem Alphornwesen verbunden bleiben, versichert Toni Haßler.

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