Mit dem Bike nach vorne

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Die Kongressteilnehmer sehen im MTB-Tourismus große Chancen für die Region.

Mit mehr als 120 Teilnehmern aus dem deutschsprachigen Raum befasste sich der vierte Deutschen MTB-Tourismuskongress in Oberstaufen mit aktuellen Aspekten der boomenden Tourismus-Sparte.

Unter dem Motto „Zusammen Wachsen“ beleuchteten Touristiker und Branchen-Vertreter die Ist-Situation und vor allem die Zukunftsperspektiven des Mountainbike-Tourismus. Und: Oberstaufen will mitmischen und den MTB-Boom mitgestalten und mitnutzen.

„Ein Impuls auch für Oberstaufen und die Region“, stellte Oberstaufens Tourismusdirektor Christopher Krull fest. Am Abend des ersten Kongresstages hatten etwa 30 Teilnehmer Gelegenheit, bei einer Mountainbike-Exkursion Einblicke in die Bemühungen der Marktgemeinde und der Allgäu GmbH zu gewinnen, „Biken“ im Allgäu als touristisches Segment zu etablieren. „In Kombination mit dem Gesundheitstourismus passt das super zu uns!“, fand Krull. Die Kommunalpolitik fördere die Entwicklung nach Kräften.

Gerade die Knackpunkte der aktuellen Diskussion zum Thema Mountainbike in sensibler Landschaft, wie Wegebau und Wegeunterhalt sowie Haftungsfragen seien für den Raum Oberstaufen schon weitgehend gelöst – im Einvernehmen mit den Grundeigentümern, skizzierte der Tourismus-Chef den Sachstand. Mit einer durchdachten, einfühlsamen Besucherlenkung in Zusammenbarbeit mit dem Naturpark Nagelfluhkette werde man sensible Bereiche vor Auswüchsen schützen können.

Vision 2030

Deutschland als internationale Top-5-Bike-Destinationen – das ist die Vision 2030 für das Mountainbike Tourismusforum Deutschland. Flächendeckende MTB-Infrastrukturen, Top-10 der Jugendfreizeitbeschäftigungen und viele Entwicklungen sollen damit einhergehen. Damit ein solches erstklassiges und ausdifferenziertes Produktportfolio entstehen kann, entwickelte Tilman Sobek vom Mountainbike Tourismusforum Deutschland Thesen und Leitlinien für die Entwicklung der Branche. „Jede Wanderregion ist (auch) Mountainbike-Region“, so Sobek. Die daraus zu gewinnende Wertschöpfung könne man nutzen - oder aber laufen lassen. Die Konflikte zwischen beiden „Fraktionen“ müsse ein „intelligentes Besuchermanagement“ lösen.

Zudem sei der Gast von heute „multisportiv“, sprich: viele Wanderer sind auch mit dem Bike unterwegs. Mit dem E-Bike-Boom stehe ein neues Mountainbike- und Naturerlebnis viel mehr Menschen offen als bislang. Verabschieden müsse man sich von der Einschätzung, der Mountainbike-Gast sei „jung, wild und knapp bei Kasse“, betonte Sobek weiter. „Weit gefehlt: der typische Mountainbike-Urlauber ist durchschnittlich Mitte 30, gut gebildet, hat Familie und verdient gut.“ Mithin eine überaus attraktive Zielgruppe, meinte Tilman Sobek.

Anhand dieser Erkenntnisse und Thesen will das Mountainbike Tourismusforum Deutschland bis zum Jahr 2030 unter die Top-5 der Bike-Destinationen bringen. Dabei legten die Vetreter des Tourismusforum den Fokus auf die Weichen, die gestellt und die Beteiligten, die involviert werden müssen. Denn ganz nach dem Motto „Zusammen Wachsen“ müssen dazu viele Akteure am selben Strang ziehen. „Wenn alle fair beteiligt und ins Boot genommen werden, kann das gut klappen“, zeigte sich Norman Bielig optimistisch. Etwas durchdrücken oder überstülpen gehe keinesfalls: „Manchmal muss man die Dinge wachsen lassen, abwarten und sehen wie es wird...“

gts

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