"Loose – sinne – lache"

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Robert Martin (von links), Conny Ney, Michael Bartenstein und Beate Lipp bei der Mundartlesung „Loose, sinne, lache“ im Fischinger Heimathaus.

Fischen – Zu einer gefragten Veranstaltung bei Mundartfreunden hat sich mittlerweile „Loose – sinne– lache“ im Rahmen der Fischinger Kulturzeit entwickelt. Indiz dafür sei, so ein Kenner der Heimatpflege, dass der Kreis der Zuhörer sich allmählich ausgeweitet hat auf das ganze Oberallgäu.

Neben den „Hausdichterinnen” Beate Lipp aus Hinterstein und Conny Ney aus Ofterschwang, hat Robert Martin, Organisator und Sprecher, diesmal Michael Bartenstein aus dem Bregenzerwald eingeladen. Der pensionierte Lehrer hat es sich mit Freunden, zur Aufgabe gemacht das schriftstellerische Erbe des aus Hittisau stammenden Heimatdichters Othmar Mennel († 2007) zu bewahren und weiterzugeben. Themen bot für ihn das Leben „Zwüschad Aah und Subers” (Bregenzerach und Subersach), mal heiter, ernst oder kritisch betrachtet.

Auch für Beate Lipp ist es ein Anliegen, im Rahmen solcher Abende neben Eigenem auch den Mundartschatz ihrer Mutter Blanca Zettler vorzutragen. Und Conny Ney nennt den unvergessenen Martin Hehl als Vorbild und Inspirator für ihre schriftstellerische Tätigkeit.

In bunter Folge wurde in Vortragsrunden sinniert und berichtet über Geräusche in einem alten Haus, von der Iller, die nach der Befreiung aus dem Kanalbett wieder Uferidylle bietet oder die Aufgeregtheiten in unserer Zeit, die ebenso schnell vergehen wie sie gekommen sind, von respektlosen Lausbubenstreichen und von der Erkenntnis, dass „a bleed Küeh” nicht im Stall zu finden ist. Die Rede ist von einer Biberfamilie, den „Biberle”, wobei die Meinung dazu, je nach Betroffenheit, von „nett” bis „Gfrett” variiert. Berichtet wird vom „malad sing” in allen nur denkbaren Formen, wobei am Schluss die Erkenntnis steht, dass „a bees Mül” unheilbar ist. Zur Sprache kommt das Ohrlochstechen in früherer Zeit, von dem man sich trotz Blutfluss und Ohnmachtsanfall nicht abhalten ließ. Um die richtige Richtung geht es bei „nüf, ra, hinder, nüs, her, na, ning dined …” und was es an „exakten” Angaben in der Mundart sonst noch gibt. Hauptsache man kommt damit immer wieder nach Hause.

Diese und andere Betrachtungen und G’schichtle – ob wahr oder erfunden – bescherten dem Publikum einen vergnüglichen Abend, musikalisch verschönt durch das Beargar Trio sowie dem Langenwanger Dorfbachtrio.

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