Nach 15 Jahren an der Spitze übergibt Joachim Wawersich die Amtsgeschäfte an Edgar Rölz

Nahtloser Wechsel bei der Lebenshilfe

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Joachim Wawersich (links) übergab Edgar Rölz vor Kurzem die „Amtsgeschäfte“ bei der Lebenshilfe Sonthofen.

Sonthofen – Bei der diesjährigen Mitgliederversammlung der Lebenshilfe Sonthofen stellte der langjährige Vorsitzende Joachim Wawersich sein Amt zur Verfügung. Nach 15 Jahren kandidierte er aus Altersgründen nicht mehr für den Vorsitz, dies hatte er bereits im Vorjahr angekündigt und sich mit gewohnt engagierter Art nach einem geeigneten Nachfolger umgesehen. Wawersich wurde für seine Verdienste im Verein zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Bezirksrat Edgar Rölz aus Fischen ist bereits seit einigen Jahren im Verein als beratender Beisitzer tätig und stellte sich als neuer Vereinsvorstand zur Verfügung. Nach eindeutiger Abstimmung durch die Mitglieder übernimmt Rölz die Leitung des Vereins für die nächsten drei Jahre.

Rolf Johne (bisher Stellvertretender Vorstand) und Karl-Peter Schafheutle schieden auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand aus. Beide waren viele Jahre in unterschiedlichen Funktionen in dem Gremium tätig und konnten wichtige Entwicklungen begleiten. Neu ins Amt gewählt wurden Grit Scheiber als stellvertretender Vorstand und Susanne Flemming als weiteres Vorstandsmitglied, wiedergewählt wurde ebenfalls als weiteres Vorstandsmitglied Thorsten Pülm.

Das Modell für das neue Wohnhaus der Autisten-Gruppe ist schon fertig. Im nächsten Jahr soll es mit dem Bau an der Albert-Schweitzer-Straße losgehen.

Gut vorbereitet hatte der scheidende Vorsitzende den Wechsel an der Spitze der Lebenshilfe Sonthofen. Mit Edgar Rölz habe man einen Nachfolger gefunden, der sich in der Materie bestens auskenne und die Lebenshilfe Sonthofen seit längerem schon „begleitet“. Die Entwicklung vom „Familienbetrieb“ zu einem Wirtschaftsbetrieb habe Joachim Wawersich maßgeblich gestaltet. „Das verlangt viele Fähigkeiten, die mein Vorgänger in wunderbarer Weise eingesetzt hat.“ Die Ernennung zum Ehrenvorsitzenden sei daher nur folgerichtig, so Rölz. „Er darf weiterhin dabei sein und sich engagieren.“ Und Wawersich ergänzt: „Es läuft wie eine kleine Firma. Wir haben das Geld gut und sinnvoll eingesetzt.“

Dass seine Arbeit an der Spitze der Sonthofer Lebenshilfe „nur viel Spaß“ gemacht habe, lässt der ehemalige „Chef“ nicht unkommentiert: „Es hat viel Freude gemacht.“ Eine vorbildliche Entwicklung habe die kleine Lebenshilfe im südlichen Landkreis genommen und finde weit über Schwaben hinaus große Anerkennung.

Eines der „großen Projekte“ hat damit der neue Vorsitzende „geerbt“ – den Neubau eines Autismus-Wohnheims in Sonthofen. Nach jahrelangem hin und her geht es nun voran, wenn auch mit einer etwas „abgespeckten“ Version. Die Finanzierung steht schon lange und die Lebenshilfe hofft, bald einen Bauantrag einreichen zu können für das Projekt an der Albert-Schweitzer-Straße. „Mit etwas Glück können wir im kommenden Frühjahr zum Spatenstich einladen...“, sagt Geschäftsführer Hartmut Höger. In der neuen Wohnanlage sollen bis zu 24 Menschen mit Autismus wohnen können.

Absolutes Neuland hatte die Lebenshilfe mit der Corona-Pandemie und den daraus folgenden Beschränkungen vor sich. „Es gab viele Tipps und Informationen; doch niemand wusste, was in unserem Fall gut ist“, erinnert sich Hartmut Höger an die Anfangsphase. „Plötzlich war es sehr, sehr ernst.“

„Wenn es einschlägt, muss es überschaubar bleiben“, lautete die Devise: Risiko eindämmen. Man bildete kleine Gruppen, gerade auch für die Arbeit in den Allgäuer Werkstätten und in den Wohngemeinschaften. Alle waren großen Belastungen ausgesetzt und hatten viel zusätzliche Arbeit, alles möglichst optimal zu organisieren und zu steuern. Bisher sei die Lebenshilfe mit ihrem Konzept und begleitet von der Betriebsärztin „gut gefahren“, betont Höger und ergänzt: „Wir bilden uns nicht ein, über‘m Berg zu sein. Das Phänomen wird uns noch lange beschäftigen.“

Letztlich habe auch das „Wirtschaftsunternehmen Lebenshilfe“ unter den Pandemie-Beschränkungen gelitten, sagt der neugewählte Vorsitzende. Ein deutlicher Mehraufwand für die beschäftigungslose Zeit konnte nicht über Umsätze welcher Art auch immer, aufgefangen werden.

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