Nach dem Sturm ist vor dem Sturm

Aufarbeitung der Sturmschäden hält Förster und Waldarbeiter in Atem

Aufgabe des Harvesters ist es, die umgestürzten und vom Wind angeschobenen Bäume aufzuarbeiten.
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Mit der Aufarbeitung der Schäden haben die Staatsforsten unverzüglich begonnen. Denn der Borkenkäfer wartet nicht. Sturmschadenshölzer sind für ihn ideale Brutvoraussetzungen für den Start einer Massenvermehrung. Einer der Schadensschwerpunkte im Forstbetrieb liegt diesmal im Wirlinger Wald. Die Sturmböen haben dort auf einer Fläche von 300 Hektar rund 15 000 Festmeter Schadholz „hinterlassen“.

Bei der Aufarbeitung von Windwurfschäden gelten dabei dieselben Vorgaben wie bei regulären Holzeinschlägen: Die Durchführung der Maßnahme muss so erfolgen, dass der Waldboden geschont wird. Die großen Forstmaschinen dürfen ausschließlich auf den Rückegassen fahren.

Staatsforsten-Betriebsleiter Jann Oetting betont: „Insbesondere die Einhaltung der Vorgaben zur Unfallvermeidung müssen zwingend eingehalten werden. Jeder Unfall ist einer zu viel!“ Die Umsetzung dieser Vorgaben ist im Normalbetrieb Alltagsroutine für Förster, Forstwirte und Unternehmer. „Bei Sturmschäden aber bedarf es an die Situation angepasster Lösungen“, so Revierleiter Markus König. „Hier im Wirlinger Wald haben wir zur Aufarbeitung der Sturmwürfe zwei betriebseigene Harvester angefordert. Diese fahren auf den Rückegassen, schneiden Wege frei und arbeiten das oftmals unter Spannung stehende Holz gefahrlos auf“, erklärt Markus König. Diese Verfahren bringen es mit sich, dass die Wege oftmals verschmutzt werden. „Sobald die Aufarbeitung abgeschlossen ist, werden die Wege wieder instandgesetzt und von Schmutz und Ästen befreit. Allein schon um die Holzabfuhr gewährleisten zu können, aber natürlich auch um den Waldbesuchern einen problem- und gefahrlosen Waldspaziergang zu ermöglichen“, so König.

Die großen Sturmschäden bringen auch mit sich, dass zahlreiche Holzpolter entlang der Forststraßen eingerichtet wurden. Nochmals Sonthofens Staatsforsten-Chef Jann Oetting: „Für diese Holzpolter gilt absolutes Betretungsverbot. Es können sich Stämme lösen und verrutschen oder gar herabfallen. Das ist ausreichend, um sich einen Fuß oder eine Hand einzuquetschen und im schlimmsten Fall erschlagen zu werden. Auch herrscht auf dem Holz Rutschgefahr, was zum Abstürzen führen kann. Sie werden mancherorts einen sehr schlechten Wegezustand vorfinden – aber ich versichere, dass wir alle Kapazitäten daransetzen, den vom Sturm gebeutelten Wirlinger Wald wieder in einen schönen, klimastabilen Wald zu überführen.“

Aus den anfälligen Fichtenwäldern sollen stabile Mischwälder aus Fichte, Weißtanne, Buche und Bergahorn werden. Auch dieses Jahr werden wieder zahlreiche Baumarten eingebracht, wie Schwarzerle, Douglasie oder Bergahorn, um so einen klimastabilen Mischwald zu schaffen. Der Wirlinger Wald von morgen werde ein anderes Bild zeigen als der Wirlinger Wald von heute, betont Oetting.

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