Konfirmation im kleinsten Kreis in Corona-Zeit

Nähe trotz Distanz: Familiäre Konfirmationsfeier in Sonthofen

Konfirmationsfeier in Sonthofen im engsten Kreis der Familie
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Eine familiäre Konfirmationsfeier in distanzierter Corona-Zeit. So assistierten die Eltern Andrea und Joachim Jenn Pfarrer Wolfram Henning bei der Segnung ihres Sohnes Linus.

Sonthofen – Trotz Abstand und Kontakteinschränkungen hat die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Sonthofen Wege und Möglichkeiten für eine hygienekonforme Feier der Konfirmationsgottesdienste gefunden. Nachdem der eigentliche Termin im Mai aufgrund des Lockdowns ausfallen musste, konnte die Konfirmation nun nachgeholt werden.

Die Konfirmation ist ein fundamentaler Schritt im Leben eines jungen Christenmenschen. Traditionell war sie im Mai geplant. Auf diesen festlichen Moment hatten sich die Konfirmandinnen und Konfirmanden ein Jahr lang im Konfi-Kurs vorbereitet. Anfang des Jahres waren die Vorbereitungen für die Gottesdienste und Familienfeiern nahezu vollständig abgeschlossen. Doch dann kam der Lockdown und die Konfirmation musste abgesagt werden. Der Kirchenvorstand und die Konfi-Eltern haben aber nicht aufgegeben, sondern Wege und Möglichkeiten gesucht, um im Rahmen der aktuellen Hygieneauflagen diesen Festgottesdienst durchführen zu können. Es sah zwar anfangs so aus wie die Suche nach der Quadratur des Kreises, weil viele Auflagen im Gegensatz zu den Gottesdienstgegebenheiten standen. So waren die Nähe von familiärer Gemeinschaft und mit dem Mindestabstand von 1,5 Metern in Einklang zu bringen; ebenso Abstand und Hygienemaßnahmen beim Abendmahl bei der Austeilung von Brot und Wein sowie bei der Segnung der Konfirmanden.

Die Lösung war, die Konfirmation in Kleingruppen verteilt über mehrere Gottesdienste zu feiern. So wurden die Konfirmationen heuer nicht zwei Mal, sondern acht Mal gefeiert. Damit hatten alle Familien unter den vorhandenen Auflagen in der Kirche viel Platz für die Angehörigen. Die Teilnehmerreduzierung brachte zudem einen wunderbaren Effekt: Die Gottesdienste waren viel familiärer als sonst.

Pfarrer Wolfram Henning reichte das Abendmahl sehr individuell und exklusiv dar.

Der familiäre Charakter wurde noch verstärkt, weil die Eltern ihre Konfirmanden bei der Segnung begleiteten. Sie legten ihrem Konfirmanden die Hände auf, während der Pfarrer die Segensworte sprach. Darüber hinaus hatten die Eltern eine Konfirmationskerze gestaltet, welche anschließend an der Osterkerze entzündet wurde.

Die Einzigartigkeit des Gottesdienstes setzte sich beim äußerst individuell gefeierten Abendmahl mit den Konfirmanden fort. Hier wurde jedem Wein im Mini-Kelch und Brot auf einem eigenen silbernen Tablett dargereicht. Die Maske wurde auch getragen, aber letztlich störte sie den festlichen Ablauf dieses sehr individuellen und familiären Festgottesdienstes nicht wirklich.

Die Eltern, die Pfarrer und der Kirchenvorstand waren sich in ihrem Fazit einig: „Es war gut, dass wir diesen Weg in familiärer Gemeinschaft für unsere Konfirmationsfeiern gegangen sind. Sie waren klein und sehr fein.“

- Hans Ehrenfeld -

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