Turbulente Machtübernahme: Kinderprinzenpaar der "Hillaria" regiert in Sonthofen

Sonthofer Rathaus in Narrenhand

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Die jungen Narren entrissen dem Sonthofer Bürgermeister Christian Wilhelm beim kurzen Handgemenge den symbolischen Rathausschlüssel und übernahmen die Regentschaft.

Sonthofen – Chancenlos waren die Verteidiger des Sonthofer Rathauses als die jungen Narren der Faschingsfreunde Hillaria und der SfZ zum Sturm ansetzten und die Regentschaft über die Stadt an sich rissen. Bis zum Aschermittwoch „regiert“ das Kinderprinzenpaar der Hillaria Savas I. und Mariella I.

„Diesmal haben wir mit Bedacht, uns Verstärkung mitgebracht!“, eröffneten Sivas I. und Mariella I. ihren Angriff auf die kleine Schar der „Radhaus“-Verteidiger um Bürgermeister Christian Wilhelm. Verstärkung deshalb, weil nicht nur Prinzessin Jessica mit von der Partie war, sondern auch das Zunftmeisterpaar der SfZ, Carina und Adam mit ihrer Blauen Garde und der Guggenmusik „Flachshuilar“. Wie andernorts die großen Fasnachter in Narrensitzungen nahmen die Kleinen ein paar Dinge in der Stadt aufs Korn, die sie so nicht akzeptieren könnten. Natürlich die „Große Wand“ in der Generaloberst-Beck-Kaserne. Diese Mauer müsse weg, so Faschingsprinzessin Jessica, die sich einen idealen Abnehmer vorstellen könnte im neuen amerikanischen Präsidenten Trump. Ein Vorschlag, dem sogar Bürgermeister Wilhelm etwas abgewinnen konnte: als Mauer ums Weiße Haus! Da sei dann Trump in Sicherheit.

Weiterer Kritikpunkt der jungen närrischen Truppe: die rasenden Radfahrer in der Innenstadt. Viele Fußgänger fühlten sich regelrecht verfolgt bei den täglichen Radrennen durch den Fußgängerbereich. Ein Mittelstreifen müsste her und am besten ein paar Bremsschwellen dazu, so der Vorschlag. Und Kontrollen, die wohl der Bürgermeister „in Radfahrerkluft“ selbst durchführen solle, damit er mal an die frische Luft komme. Bürgermeister Wilhelm konterte: die jungen Narren seien wohl selbst dabei wenn die Fußgängerzone zur Radrennpiste würde.

Noch was Praktisches für die Radstadt Sonthofen schlugen die Belagerer daraufhin vor: auf dem Oberallgäuer Platz ein Radrennbahn, die zugleich als Kreisverkehr genutzt werden kann.

Die „Ampelweiblein“ an der Kreuzung vor der Sparkasse verfehlen offenbar ihren Zweck, gab Prinzessin Jessica noch zu bedenken. Während Frauen ungeniert auch bei Rot die Straße passierten, stehen Männer sogar bei Grün brav an der Ampel. Abhilfe: Männlein und Weiblein zusammen als Symbol. „Das wäre fair.“

Das Zunftmeisterpaar lenkte den Blick auf den kulturellen Sektor. Mit Kultur sei wohl kein Pokal zu holen, im Gegensatz zum Radsport. Der versprochene Proberaum für die vielen Kapellen und Musikgruppen der Stadt stehe noch aus. Eine mögliche Abhilfe sieht der Bürgermeister, tatsächlich in Rennradlerkluft an der Spitze der Radhaus-Verteidiger, im Pavillon der Fachoberschule. Der werde ja schließlich nach dem Erweiterungsbau frei. Dann ließ sich die Narrenmeute nicht mehr hinhalten und setzte unter der lautstarken Begleitung der „Flachshuilar“ zum Sturm an. Ein Handgemenge mit den Rathäuslern – schon war der Rathausschlüssel in der Hand des Kinderprinzenpaares.

Rathaussturm in Sonthofen

gts

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