Die Narren stürmen Sonthofen

Die Fluhensteiner Geister und der "Hanswurscht" werden beim Narrensprung 2011 in Sonthofen mit dabei sein. Foto: Josef Gutsmiedl

Ausnahmezustand: Das kommende Wochenende sieht Sonthofen als Hochburg aller Schwäbischen Narren. Mit dem „Narrensprung 2011“ findet in der Kreisstadt ein Spektakel statt, bei dem mehr als 5600 Aktive und rund 20000 Besucher Sonthofen zum „Hexenkessel“ machen. Höhepunkt, neben einer ganzen Reihe von närrischen Veranstaltungen, wird der eigentliche „Narrensprung“ am Sonntagnachmittag sein. Schon am Samstagabend findet ein „Narrengericht“ statt mit „Hängen und Fleddern“ eines Delinquenten auf dem Marktanger.

„Wir freuen uns auf den Narrensprung und die vielen närrischen Veranstaltungen“, sagt Sonthofens Bürgermeister, Hubert Buhl. Der Narrensprung als traditionelles Freundschaftstreffen der alemannischen Häs- und Maskenträger im Bayerisch-Schwäbischen Fasnachtsverbandes (BSF), sei immerhin altes Brauchtum und habe mit den „normalen“ Faschingsumzügen nichts gemein. Immerhin, so bestätigt Rolf Döbbelin, der Organisationsleiter des Narrensprungs in Sonthofen, seien die Maskengruppen einer strengen Prüfung unterworfen. Die Masken der „Hästräger“ würden hinsichtlich ihrer Ausgestaltung streng reglementiert und müssten einen kulturellen, geschichtlichen Hintergrund haben, berichtet Döbbelin. Mit dabei beim Narrensprung ist auch die neue Maskengruppe der Faschingsfreunde Sonthofen Hillaria, die „Fluhensteiner Geister“. Ein Blick ins Programm zeigt, dass sich die Veranstalter einiges haben einfallen lassen. Bereits am Samstag, 12. Februar, wird das närrische Wochenende mit einem Vortrag zur „Narrenliteratur“ eingeläutet. Und um 14.11 Uhr findet der bunte Kinderumzug in der Innenstadt statt. Am Nachmittag wird auf dem Marktanger-Gelände der „Narrenbaum“ aufgestellt, das Herrschaftssymbol der Narren - mit den Wurzeln nach oben. Ab 16 Uhr steigt die Jugendparty, und um 18 Uhr findet ein ökumenischer Narrengottesdienst in der Täufer-Johannis-Kirche statt. Auf dem Marktanger wird es an beiden Tagen ein „Narrendorf“ geben, wo die Vereine der Jugendverbände der ASJ für das leibliche Wohl sorgen. „Wir bieten vor allem heimische Produkte an, betont Bettina Füß, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Sonthofener Jugendverbände (ASJ). Auch das Problem Jugendliche und Alkohol wurde gelöst: spezielle Armbänder sorgen für Klarheit. Zu Alkoholexzessen werde es nicht kommen. Ein speziell eingebrautes „Narrenbier“ gibt es aber. Immerhin hat die „Hirschbrauerei“ ihren Sitz in Sonthofen. „Süffig - schmeckt gut“, meinte der Oberallgäuer Landrat Gebhard Kaiser. Er sei ein ausgesprochener Fan von regionalen Bierspezialitäten. Daher begrüße er es, dass zum großen Narrensprung auch ein spezielles Bier gebraut wurde. Zum Brauch des Narrensprungs gehört auch das große „Narrengericht“ ab 19 Uhr auf dem Marktanger. „Wer hier für seine Schandtaten angeklagt wird und büßen muss, wird nicht verraten“, deutet Organisationsleiter Rolf Döbbelin an. Es handle sich aber um einen bekannten Politiker der Region, der - symbolisch – am Galgen der Narren ende und „gefleddert“ werde. Richtig „rund“ und närrisch wird es schließlich am Sonntagnachmittag, wenn um 13.03 Uhr der große Narensprung 2011 beginnt. Rund 5600 Masken- und Hästräger in 140 Gruppen bilden einen Umzug durch die Innenstadt Sonthofens. Gruppen aus ganz Süddeutschland sind dabei; sogar Teinehmer aus dem benachbarten Österreich, der Schweiz und Liechtenstein kommen ins Oberallgäu. Alle Gruppen haben einen speziellen „Narrenruf“ mit dem sie die Zuschauer auf sich aufmerksam machen. „Ein Bild, das man wirklich nicht alle närrischen Tage sieht“, freut sich Rolf Döbbelin.

Meistgelesen

"Bettl mit Dettl" an der Drogeriemarktkasse
"Bettl mit Dettl" an der Drogeriemarktkasse
"Bettl mit Dettl" - LaBrassBanda vs. Musikkapelle Burgberg
"Bettl mit Dettl" - LaBrassBanda vs. Musikkapelle Burgberg
Kreisjagdverband: Kein Kuhhandel am Riedberger Horn
Kreisjagdverband: Kein Kuhhandel am Riedberger Horn
Eine Frage der Sichtweise: Sparkasse Allgäu vs. Stadt Immenstadt
Eine Frage der Sichtweise: Sparkasse Allgäu vs. Stadt Immenstadt

Kommentare