Kochwäsche beim "ABK"

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Die Jugendgarde der FGD mit dem fulminanten Gardemarsch.

Dietmannsried – Jede Menge „Raketen“ schickten die Besucher der Premieren-Narrensitzung der Faschings- Gesellschaft Dietmannsried FGD in den Himmel. Das aktuelle Programm bot wieder Faschingsunterhaltung vom Feinsten: fetzige Gardeauftritte, fantasievolle Showtänze, viel Klamauk und Kabarett. Für die weiteren Narrensitzungen gibt es noch Restkarten – für Spätzünder.

„Raketen“ sind bei den Narrensitzungen des Faschingsgesellschaft Dietmannsried die höchste Form des Beifalls – eingeleitet von trampelnden Beinen des Publikums, Trommeln der Hände auf den Tischen und dann die Rakete „Hui......!“ wenn alle blitzschnell die Hände zur Decke strecken. Diese Regularien werden wie der traditionelle Schlachtruf „Kokolores ohe!“ zu Beginn geübt, dann kann das Narrenschiff zum vierstündigen kunterbunten Spektakel unter den Augen des Elferrates und des Prinzenpaares Christine I. und Peter I. in See stechen. Prinzessin Christine I. stammt übrigens aus Düsseldorf und sei daher „von närrischem Blut“, meinte der Hofmarschall.

Alles wie gehabt? Nicht ganz im Jahr 1 nach HPK. Auch dem ehemaligen Dietmannsrieder Bürgermeister Hans-Peter Koch – dem HPK, so bislang der Sprachgebrauch in Dietmannsried – ist mittlerweile der „ABK“ geworden, der Altbürgermeister Koch, stellte der Chor der FGD fest und zeigte, was der Ruheständler so treibt.

Während der ABK vergebens wie verzweifelt auf Anrufe wartet („Das Handy ist kaputt - kein einziger Anruf....!“), hat ihn seine Gattin längst im Haushalt eingespannt: Hans-Peter kann inzwischen nicht nur den Geschirrspüler einräumen, sondern kennt auch die drei „Fraktionen“ für die Waschmaschine: Bunt-, Fein- und Kochwäsche. Das mit der „Koch“-Wäsche (!) geht ihm noch in den Kopf, aber wozu sollte er „für den Bund“ waschen? Das habe man doch wirklich nicht nötig bei der guten Pension nach 24 Bürgermeisterjahren. Da sucht er doch lieber „Boschi“, den neuen Rasenmähroboter, der irgendwo in der Nachbarschaft unterwegs ist.

Fester Bestandteil der alljährlichen Narrensitzungen ist der „Gmoindsboschtbot“ (Stephan Fackler), der die großen Pannen mitbekommt und kleinen Geheimnisse im Ort kennt und nicht für sich behält. Etwa das Maleur, das einem Gastwirt widerfuhr, der sich am frühen Morgen – nackt bis auf die Unterhose – aus der Wohnung ausgesperrt hatte und den Schlüssel – zu Fuß durch das Dorf – am anderen Ortsende holen musste – jede Deckung nutzend.

Nicht weniger in die Hose ging der Ausflug einer Familie zum Affenberg in Salem. Für den anschließend geplanten Einkauf – ein teurer Kaffeeautomat sollte endlich ins Haus – hatte das Familienoberhaupt das notwendige Geld zur Brotzeit in den Ausflugsrucksack gesteckt. Kurz und (nicht) gut: ein frecher Affe schnappte sich den Rucksack, floh damit ins Gebüsch und begann mit der Begutachtung seiner Beute. Nach der Brotzeit widmete sich das Tier schließlich auch den Geldscheinen nach dem Motto „Geld stinkt nicht“ – es schmeckt sogar: In der allergrößten Not, frisst's der Aff' auch ohne Brot!

„Raketen“ erntete auch die Showeinlagen der FGD-Kids mit dem „Frühlingserwachen im Garten“, das „Luftpumpenorchester“, die „Jumping Jacks“ oder die Prinzengarde mit ihrem Ausflug in die 1950/1960er Jahre, sowie die Juniorchaoten mit den „Lustigen Gesellen vom Südpol“.

Restkarten für die weiteren Narrensitzungen der Faschings-Gesellschaft Dietmannsried täglich um 19.30 Uhr (am Sonntag bereits um 18 Uhr) von Freitag, 12. Februar, bis Rosenmontag, 16. Februar, gibt es unter Telefon 08374 / 8641 (zwischen 17 und 21 Uhr).

Josef Gutsmiedl

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