Neue Informationstafeln sollen Besucherlenkung unterstützen

Klare Spielregeln in den Bergen

Im Stillachtal präsentierten  Michael Finger, Alpinberater Moritz Zobel, Bürgermeister Klaus King, Christine Rietzler, Tourismusdirektor Frank Jost, Ethelbert Babl vom Zentrum Naturerlebnis Alpin ZNalp, Stefan Bechter vom Landratsamt Oberallgäu, Rangerin Daniela Tritscher und Henning Werth die neuen Infotafeln
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Nicht zu übersehen: Im Stillachtal präsentierten (von links) Michael Finger, Alpinberater Moritz Zobel, Bürgermeister Klaus King, Christine Rietzler, Tourismusdirektor Frank Jost, Ethelbert Babl vom Zentrum Naturerlebnis Alpin ZNalp, Stefan Bechter vom Landratsamt Oberallgäu, Rangerin Daniela Tritscher und Henning Werth (ZNAlp) die neuen Infotafeln.

Oberallgäu – In einem Gemeinschaftsprojekt wurden 63 Informationstafeln verschiedener Größen auf den Wegen und Zugängen zum Naturschutzgebiet, auf den Auffang- und Wanderparkplätzen sowie an touristischen Brennpunkten im Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen und Naturschutzgebiet Schlappold angebracht.

Damit werden Bergwanderer, Radfahrer und andere Freizeitsportler erstmals direkt vor Ort über das Schutzgebiet und die darin geltenden Verhaltensweisen informiert. Über Piktogramme wird leicht verständlich klar gemacht, dass zum Beispiel Zelten und Feuermachen verboten sind und die Besucher die markierten Wege nicht verlassen sollen. Das Besondere daran: Jedes einzelne Schild ist auf den jeweiligen Standort individualisiert und informiert ganz lokal auch über Pflanzen- und Tierarten, die in der Umgebung zu entdecken sind.

Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit dem Zentrum Naturerlebnis Alpin ZNAlp in Obermaiselstein sowie in Kooperation mit der Naturschutzbehörde der Regierung von Schwaben realisiert und finanziert. Auch die Grundbesitzer spielten sofort mit und erlaubten das Aufstellen der Infotafeln. Für den künftigen Unterhalt wurden die Schilder und Standorte digital erfasst. Die höchsten Standorte sind zum Beispiel am Pfannenhölze, am Zeigersattel und natürlich auf den Übernachtungshütten. Die nun deutlich sichtbaren Informationen können der unteren Naturschutzbehörde als Grundlage für Bußgelder bei Ordnungswidrigkeiten dienen.

Alle Beteiligten lobten das gemeinschaftlich erarbeite Konzept und die gute Zusammenarbeit im Sinne des Naturschutzes. Jost nannte die Beschilderung ein „deutschlandweit einzigartiges Projekt“. Alle Standorte seien separat definiert mit großen Schildern an den Parkplätzen im Tal und kleineren Schildern im hochalpinen Bereich und den Berghütten: „Wir wollen sensibilisieren für den Schutz der Natur“.“ Es gebe schon Vorschläge für weitere Standorte. Im Rahmen von „Zämed Duss“ hatte die Gemeinde zuletzt schon weitere Projekte zur Vorbeugung von Konflikten auf den Wanderwegen, den Schutzhütten sowie alpwirtschaftlichen Flächen verwirklicht.

„Wir sind überzeugt, dass die Schilder Wirkung zeigen“, so Bürgermeister King aus eigener Beobachtung. Alle Gäste seien gerne gesehen. Doch gerade dieses Jahr habe gezeigt, dass sich nicht Alle an die Regeln halten. Er wünscht sich, dass die Ranger mehr Befugnisse bekommen.

Für Henning Werth vom Zentrum Naturerlebnis Alpin ist die Beschilderung ein „echter Fortschritt“: „Wir wollen agieren und die Besucher stärker lenken.“ Auch der Vorsitzender der Ortsgruppe des Bund Naturschutz, Michael Finger, der den Prozess mit begleitet hat, freut sich über das neue Konzept. Er fordert allerdings mehr festes Personal, um das Schutzgebiet zu betreuen. Möglichst direkt bei der Gemeinde angesiedelt.

Für Rangerin Daniela Tritscher erleichtern die Schilder auch die Arbeit, da die Besucher nun vorinformiert seien, wie sie sich in den sensiblen Gebieten zu verhalten haben. Oft wüssten die Leute gar nicht, dass sie sich in einem Schutzgebiet befinden. Die stellvertretende Landrätin Christine Rietzler, hält die– mit viel Fachwissen entwickelten Tafeln – für wichtig.

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