Mountainbiker wollen mitreden

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Michael Barth (links) und Daniel Binzer sind die Sprecher der neuen IG Mountainbiiker im südlichen Landkreis Oberallgäu.

Oberallgäu – Die Mountainbike-Szene im Oberallgäu organisiert sich. Eine Interessengemeinschaft Mountainbike Oberallgäu-Süd will zukünftig Ansprechpartner sein und bei der Frage mitbestimmen, wohin „die Reise“ des boomenden Mountainbike-Sports in der Region gehen soll.

Rund 160 Besucher konnten die Organisatoren beim Treffen in Sonthofen begrüßen und waren selbst „platt“, dass ihre Versammlung eine derart große Resonanz gefunden hatte. Für die Initiatoren um Vossy Gardoni (BPI Bikeschule in Sonthofen) und einige Mitstreiter an sich schon „ein Signal“, dass sich was tut in der Mountainbike-Szene im Oberallgäu. Ziel der Runde war es, ein Gremium zu bilden, dass als Ansprechpartner wirken soll im Konflikt mit anderen Naturnutzern – Landwirten, Jägern, Älpler, aber genauso Tourismusverantwortlichen. Es sei an der Zeit für eine solide Organisation, so der Tenor. Nicht zuletzt, um sich als Natursportart zu positionieren und bei entscheidenden Fragen mitreden zu können.

Die Mountainbiker wollen nicht länger den Prügelknaben abgeben und als „Störer“ oder gar „Naturzerstörer“ gelten, wenn sie Wanderwege nutzen. Nach einem ersten Treffen im Herbst habe sich der Kreis „gut entwickelt“ und die Zeit sei reif, sich endlich aufzustellen, deutete Gardoni das Ziel der Versammlung an.

Unter dem Dach der „Deutschen Initiative Mountain Bike e.V. DIMB“ haben sich bereits mehrere Interessengemeinschaften gebildet, die vor Ort die Interessen der Mountainbiker positioniert und mit Betroffenen und Beteiligten Konfliktlösungen ansteuert und entwickelt. Das Allgäu biete beste Voraussetzungen für den Mountainbike-Sport, stellte Robert Albrecht von der DIMB fest und drängte: „Ihr habt das Paradies hier. Gründet eine IG, dann könnt ihr mitreden!“ Man suche jemanden, der den Bikern eine Stimme und ein Gesicht gebe. Einen ähnlichen Weg wählte die Bike-Initiative Kempten vor drei Jahren, die über einen Arbeitskreis und Runde Tische entstand und seitdem in Zusammenarbeit mit der Stadt „einiges erreicht“ hat, wie Stefan Sommmerfeld von der Initiative berichtete. „Die Zeit ist reif“, ermunterte auch er die Versammlung in Sonthofen.

Eine Interessengemeinschaft für die Belange der Mountainbiker fehle in der Tat noch in der Region, nahm Sonthofens Bürgermeister Christian Wilhelm den Ball auf. Das Projekt Radstadt verlange nach einem Ansprechpartner aus dem Kreis der Aktiven, eben auch aus dem Mountainbike-Lager. „Die Stadt stößt an ihre Grenzen bei der Lösungssuche.“

Auf „Lösungssuche“ ist man auch beim Lankreis Oberallgäu und der Allgäu GmbH. Einerseits soll das touristische Potenzial der Region genutzt und besser erschlossen werden. Andererseits gibt es immer öfter Konflikte mit der Land- und Alpwirtschaft, der Jagd oder anderen Erholungssuchenden in freier Natur. Ein Mountainbike-Konzept wird schon umgesetzt. Bislang kochten einige Gemeinden „ihr eigenes Süppchen“, wie Vossy Gardoni weiß. „Es fehlt das Konzept.“ Mitziehen bei den Konzepten will auch der Alpenverein DAV, wo man den Konflikt der unterschiedlichen Naturnutzer kennt, wie Matthias Laar vom DAV betonte.

Eine zentrale Forderung der DIMB ist es, alle Wege für Biker nutzbar zu machen, soweit dies mit Natur- und Umweltschutz vereinbar ist. Der Verband lehnt pauschale Beschränkungen generell ab, legt aber andererseits auf Beachtung der Wegeregeln und Rücksichtnahme großen Wert, etwa mit seiner Aktion „Fair on Trails“.

Nach gut zweistündiger Diskussion fand sich die Interessengemeinschaft Mountainbike Südliches Oberallgäu zusammen. Zu Sprechern der neuen IG wurden Daniel Binzer aus Durach und Michael Barth aus Immenstadt bestimmt.

Josef Gutsmiedl

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