Sprache – Schlüssel zur Welt

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Sprachwissenschaftlerin (M.A.) Christina Gozebina sieht sich mit Mina und Fleur ein Bilderbuch an.

Sonthofen – Zur großen Freude der Leiterin der Sonthofer Johannis Kindertagesstätte, Hannelore Wersig, konnte zum 1. April die vakante Stelle der Sprachfachkraft mit der diplomierten Sprachwissenschaftlerin Christina Gozebina (M.A.), 25 Jahre, aus Oberstdorf, neu besetzt werden.

Christina Gozebina ist Master of Arts (M.A.) für Linguistik/Allgemeine Sprachwissenschaft. Ihre Stelle wird zum einen durch die evangelische Kirchengemeinde, zum anderen über das Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ und zum Dritten durch Fördermittel des Landkreises Oberallgäu zur Optimierung des Spracherwerbes von Flüchtlingskindern finanziert.

Gozebinas Aufgabe ist es, in enger Zusammenarbeit mit der Kita-Leitung und den Erzieherinnen den Spracherwerb und die Sprachentwicklung von Kindern in der Kinderkrippe und im Kindergarten zu fördern. Dazu besucht sie alle 14 Tage eine andere Gruppe in der Kindertagesstätte, um alle Kinder kennenzulernen. „Ich sehe mich wie eine kleine Detektivin“, erzählt die Sprachfachkraft.

Weiter erklärt sie, dass sie in der Phase des „Freien Spiels“ in die Gruppe geht, sich zu den Kindern setzt, mit ihnen Kinderbücher anschaut und „in schönen Sätzen“ mit ihnen spricht. Gozebina setzt sich mit zwei bis drei Kindern zusammen, darunter auch Kinder ohne Förderbedarf, um integrativ und spielerisch den Sprachentwicklungsstand der Kinder kennenzulernen. „Die Kinder sollen meine Arbeit mit ihnen nicht als Prüfung empfinden“, so Christina Gozebina. „Sie sollen auch nicht merken, dass sie in diesem Moment von mir gefördert werden.“ Die Kindern sollen sie als eine Erzieherin mit zusätzlichem Angebot parallel zum Kita-Alltag verstehen.

Ihre Arbeit mit den Kindern und ihre Erkenntnisse über die Sprachentwicklung des Kindes dokumentiert sie als Grundlage für Gespräche mit Erzieherinnen und Eltern. Da sie keine Logopädin ist, wird sie bei Entwicklungsverzögerungen nicht selbst heilpädagogisch tätig, sondern spricht Empfehlungen für einen fachärztlichen Besuch aus.

„Mein großes Ziel ist es, die sprachliche Entwicklung von Kindern während der Krippen- und Kindergartenzeit mit viel Feingefühl und in vertrauensvoller Zusammenarbeit mit Erzieherinnen und Eltern optimal zu fördern, da die sprachliche Kompetenz eines Kindes einen erheblichen Einfluss auf dessen Selbstwertgefühl und Bildungschancen hat“, sagt Christina Gozebina.

Hans Ehrenfeld

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