Neue Struktur für bessere Schlagkraft

Sabine Vögel (von links) ist Ansprechpartner für ehrenamtliche Helfer, wie Brigitte Rebbert und Özlem Divrikli im Immenstädter Rotkreuzladen. Foto: privat

Ober

allgäu - Im April 2010 öffnete in Oberstaufen bereits der fünfte Rotkreuzladen im Bereich des Rotkreuz-Kreisverbands Oberallgäu. Vorreiter des seinerzeit in Deutschland neuartigen Konzeptes war 1996 der „Kleiderladen“ in Kempten. An die Stelle der bis dahin üblichen Verteilstellen von Kleidung trat ein Konzept, wie es auch im Einzelhandel üblich ist. Der Kunde wählt aus dem übersichtlich ausgestellten Angebot, selbst auf Beratung muss er nicht verzichten. Der Unterschied: Die Ware stammt aus Spenden der Bevölkerung, Aufbereitung und der Verkauf erfolgen durch ehrenamtliche Mitarbeiter. Die Ware, meist Kleidung, Spielzeug oder Haushaltsgegenständen kann jedermann für wenig Geld erwerben, Bedürftige sogar günstiger. Rotkreuzläden gibt es mittlerweile auch in Immenstadt (seit 2000), Sonthofen (2005) und Oberstdorf (2008). Aufgabenwechsel Die Rotkreuzläden erfreuen sich regen Zuspruchs. In den Oberallgäuer Ferienorten schätzen sogar zahlreiche Urlauber den Vorteil günstigen Einkaufs, zumal die Rotkreuzläden in Oberstdorf und Oberstaufen sich neben dem üblichen Angebot auf Trachten- und Landhausmode spezialisierten. Die vielfältigen damit verbundenen Aufgaben des sozialen Netzes mussten jetzt auf mehrere Schultern verteilt werden. Für die Leitung der vier Rotkreuzläden im südlichen Oberallgäu wurde die Immenstädter Einzelhandelskauffrau Sabine Vögel gewonnen. Die 32-Jährige sieht die neue Aufgabe als „Glücksfall“ an, in der sie ihre soziale Motivation ausleben könne. Sie will sowohl für Kunden wie für die vielen ehrenamtlichen Helfer da sein, sie wie ihre Probleme und Wünsche ernst nehmen. Nach dem Vorbild der „Tafel“, die ihren Ausgang 1993 in Berlin nahm, wurde 2004 in Kempten der Lebensmittelladen "Tischlein deck dich" ins Leben gerufen. Seitdem entstanden drei derartige Läden in Kempten, einen davon betreibt die Caritas. Die 2008 beschlossene Kooperation mit dem Roten Kreuz und der Beitritt zum Bundesverband der Tafeln brachte einheitliche Öffnungszeiten, gemeinsame Abholung und Verteilung der gespendeten Waren. Über den Bundesverband der deutschen Tafeln konnte ein Kleintransporter mit Kühlung zu günstigen Bedingungen geleast werden. Wegen der beengten Lager- und Sortiermöglichkeiten in den Läden wurde ein Lager angemietet. Die steigende Zahl der vergebenen Berechtigungsscheine weist zudem auf eine wachsende Beliebtheit der drei Läden hin. Der notwendige schnelle Umschlag der Waren, die oft bald das Mindesthaltbarkeitsdatum erreichen sowie die bedarfsgerechte Verteilung erfordern Koordination und flexibles Warenmanagement, für das seit Juli 2010 die Diplom-Sozialarbeiterin Claudia Michael zuständig ist.

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