Rentnerin wird Opfer eines Verwandtentrickbetruges und von falschen Polizeibeamten

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Vergangenen Mittwoch wurde eine betagte Rentnerin in Neu-Ulm Opfer eines Verwandtentrickbetrugs und von falschen Polizeibeamten. Sie übergab den bislang unbekannten Trickbetrügern insgesamt 60.000 Euro und Gold im Wert von 30.000 Euro.  Die Polizei warnt vor einer neuen Vorgehensweise.

Am vergangenen Mittwoch wurde eine betagte Rentnerin von der angeblichen Schwiegertochter telefonisch kontaktiert. Im mehreren Telefonaten täuschte die vermeintliche Schwiegertochter eine finanzielle Notlage aufgrund eines Immobilienkaufes vor und erbat einen Betrag von 100.000 Euro. Daraufhin übergab die Rentnerin vor ihrem Haus 50.000 Euro an eine unbekannte Frau, die zuvor von der Anruferin als Geldabholerin angekündigt wurde.

Nach dieser Geldübergabe meldete sich die vermeintliche Schwiegertochter sofort wieder telefonisch und forderte weiteres Geld. Nachdem die ältere Dame darauf dann mit Zweifel reagierte, rief ein angeblicher Notar an, der den vorgetäuschten Immobilienkauf der Schwiegertochter bestätigte. Um die Skepsis der Rentnerin zu entkräften erfolgte im Nachgang zu diesem Anruf noch ein weiterer Anruf eines falschen Polizeibeamten. Dieser gab dabei an, dass man aufgrund einer Telefonüberwachung von den Geldforderungen bei der Rentnerin informiert sei und es sich dabei um eine Betrügerbande handeln würde. Um diese Bande jedoch überführen und festnehmen zu können, müsste die Rentnerin nochmals eine Geldübergabe durchführen. Danach würde sie auch wieder ihr gesamtes Geld zurückerhalten.

Nachdem die ältere Dame darauf einging kam es erneut in der Nähe ihres Hauses zu einer Übergabe von 10.000 Euro und Gold im Wert von 30.000 Euro an dieselbe Geldabholerin wie zuvor. Nach dieser zweiten Übergabe am Nachmittag meldete sich erneut ein angeblicher Polizeibeamter bei der Geschädigten und bedankte sich für die Zusammenarbeit.

Der Rentnerin kamen im Anschluss jedoch Zweifel und sie informierte daraufhin ihren Sohn. Dieser erkannte sofort, dass seine Mutter Opfer einer Betrügerbande wurde und informierte die Polizei in Neu-Ulm. In diesem Zusammenhang bittet die Kriminalpolizei Neu-Ulm um Hinweise unter der Telefonnummer 0731/8013-0 auf verdächtige Personen und Beobachtungen im Bereich des Grüntenweg in Ludwigsfeld am vergangenen Mittwochnachmittag (06.03.2019).

Die Polizei rät eindringlich zu folgenden Verhaltensweisen:

- Geben Sie am Telefon nie Auskunft über Vermögensverhältnisse 

- Behörden fordern nie auf solche Art und Weise Geld oder Vermögenswerte von Ihnen 

- Setzen sie Familienangehörige über diese Vorgehensweisen in Kenntnis 

- Informieren Sie bei derartigen Anrufen Ihre Angehörigen 

- In Bayern erhalten Sie keine Anrufe von der Notrufnummer 110! 

- Rufen Sie bei dem geringsten Zweifel den Polizeinotruf 110 

- Lassen Sie keine unbekannten Personen in Ihre Wohnung

Weitere Präventionshinweise und sonstige Informationen zum Thema „Falsche Polizeibeamte“:

Die äußerst professionellen und sehr sprachgewandten Anrufer stellen sich als Polizeibeamte, oder auch andere behördliche Vertreter vor. Durch geschickte Manipulation und wiederholte, teils über Wochen dauernde Kontaktaufnahme gelingt es ihnen, ein starkes Vertrauensverhältnis zu ihren Opfern aufzubauen. Um sich zu legitimieren wird das Opfer teils aufgefordert bei der örtlichen Polizeidienststelle zurückzurufen. Der Täter täuscht dann durch das Einspielen eines Freizeichens vor, dass die Verbindung unterbrochen wurde, obwohl diese noch weiter besteht. Wenn das Opfer nun die Nummer der örtlichen Polizei oder die 110 wählt, wird keine neue Verbindung aufgebaut. Stattdessen täuscht derselbe Täter oder ein Komplize vor, den Anruf als „richtige Polizei“ wieder anzunehmen.

Wichtiger Hinweis: Trennen Sie die Verbindung durch Auflegen und wenden sie sich an die Notrufnummer 110, wenn möglich von einem anderen Telefon. Lassen Sie sich nicht verbinden!

Die im Telefondisplay der Angerufenen angezeigte Rufnummer kann von den Tätern über eine Software manipuliert werden. Im Falle falscher Polizeibeamter wird teils die Rufnummer der örtlichen Polizeidienststelle oder die örtliche Vorwahl in der Verbindung mit der 110 angezeigt. Die Anzeige einer bekannten Rufnummer ist also kein Grund für falsches Vertrauen.

(KPI Neu-Ulm/PP Schwaben Süd/West)

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