Neuer Ortstermin zum Kraftwerksprojekt

Die „unendliche Geschichte“ um den Bau eines Wasserkraftwerkes im Rappenalptal bei Oberstdorf ist um ein weiteres Kapitel reicher. Nach einem Ortstermin sprach sich der Naturschutzbeirat der Regierung von Schwaben erneut gegen das Projekt aus. Die Angelegenheit schien schon abgeschlossen, als im Mai dieses Jahres der Gemeinderat mehrheitlich seine ablehnende Haltung zu dem Projekt im Rappenalptal bei Oberstdorf deutlich machte und auch keinen Gemeindegrund zur Verfügung stellte (der KREISBOTE berichtete). Auch der Naturschutzbeirat legte sein Veto ein.

Bis in das Jahr 2006 gehen die konkreten Pläne zurück, im Naturschutzgebiet „Allgäuer Hochalpen“ die Wasserkraft zur Stromgewinnung zu nutzen. Nach anfänglich positiven Signalen aus dem Gemeinderat begannen die Planungen der Betreiber. Gutachten und Umweltverträglichkeitsprüfungen wurden erstellt. Doch die Stimmung kippte – es mehrten sich die Stimmen, das Gebiet in seinem natürlichen Zustand zu erhalten. Bei ihren neuerlichen Besuch im Tal wurde die über 40-köpfige Gruppe mit Plakaten begrüßt, auf denen Gegner des Projektes vor Eingriffen in das mehrfach geschützte Gebiet warnen. Vor Ort prallten in der Diskussion zum wiederholten Male die Argumente der Befürworter und Gegner ein weiteres Mal aufeinander. Während die Antragsteller, Planer und Vertreter der Alpwirtschaft von einer deutlichen Verbesserung sprachen und die Wasserausleitung zur Energiegewinnung verteidigten, gab es von Seiten der Naturschützer und der Fischerei massive Einwände gegen die Eingriffe in die Gewässerökologie und den Naturhaushalt. Die Regierung von Schwaben lehnte das Projekt bereits bei der ersten Planungsvorlage ab. Der Bund Naturschutz warnt: „Eine Genehmigung wäre ein Präzedenzfall für zahlreiche neue Kraftwerksprojekte in Naturschutzgebieten.“ Die Betreiber gaben jedoch nicht klein bei und legten ihrerseits eine überarbeitete Planung vor, die das Projekt nicht mehr auf Gemeindegrund sieht und bei der die Oberstdorfer Rechtler als Mitbetreiber ins Boot genommen wurden. So musste sich der Naturschutzbeirat der Bezirksregierung mit Regierungspräsident Karl Michael Scheufele erneut in das Tal bemühen. Um sich - begleitet von Vertreten des Landratsamtes und der Gemeinde, Investoren und Grundstückseigentümern sowie Vertretern der Fischerei und des Naturschutzes - ein Bild von der Situation zu machen. Begrüßt wurde die über 40-köpfige Gruppe mit Plakaten, die sich gegen Eingriffe in das mehrfach geschützte Gebiet wehren. Vor Ort prallten in der Diskussion zum wiederholten Male die Argumente der Befürworter und Gegner aufeinander. Während die Antragsteller, Planer und Vertreter der Alpwirtschaft von einer deutlichen Verbesserung sprachen und die Wasserausleitung zur Energiegewinnung verteidigten, gab es von Seiten der Naturschützer und der Fischerei massive Einwände gegen die Eingriffe in die Gewässerökologie und den Naturhaushalt. Es gebe keine neuen fachlichen Erkenntnisse und darum sei auch keine grundsätzliche Diskussion mehr notwendig, machte Oberstdorfs Bürgermeister Laurent Mies deutlich. Es gehe nur darum, die vorliegende neue Planung zu beurteilen. Von Seiten der Gemeinde werde auch diese abgelehnt. Umweltreferent Siegmund Rohrmoser läuterte er für die Gemeinde den ökologischen und touristischen Wert des Gebietes und forderte, „hier glaubwürdig“ zu bleiben. Argumente, die letztlich wohl auch den Naturschutzbeirat der Regierung von Schwaben überzeugten, eine entsprechende Ausnahmegenehmigung nicht zu erteilen. Die Entscheidung über die „unendlichen Geschichte“ fällt nun in den nächsten Tagen bei der Bezirksregierung.

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