Beratung in Sachen Pflege

Neuer Pflegestützpunkt im Oberallgäu geplant

Alte Dame sitzt auf einer Bank
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Der Seniorenstützpunkt Oberallgäu soll ein neues Beratungsangebot in Sachen Pflege und „älter werden“ im Oberallgäu schaffen.

Oberallgäu – Wenn ein Angehöriger pflegebedürftig wird, kommen viele Fragen auf: Kann der Pflegebedürftige zu Hause gepflegt werden oder braucht es einen dauerhaften Pflegeplatz? Wie beantragt man einen Pflegeplatz? Wo gibt es überhaupt Beratung und was kostet die Pflege? Ein sogenannter Pflegestützpunkt soll ab Mitte kommenden Jahres im Oberallgäu den Angehörigen alle Fragen rund um die Pflege beantworten.

Bei der jüngsten Sitzung des Oberallgäuer Sozialausschusses, stellte Helen Schmidmeier vom Seniorenamt, die Planung für den neuen Pflegestützpunkt vor. „Die Bevölkerung wird immer älter und es ist klar, dass in diesem Zusammenhang auch mehr Beratung benötigt wird“, so Schmidmeier. Zwar gibt es bereits umfangreiche Beratungsangebote verschiedener Einrichtungen im Oberallgäu, allerdings wünschen sich die Betroffenen eine zentrale Anlaufstelle. Der Pflegestützpunkt soll diese Lücke füllen.

Konkret werden zwei bis drei Mitarbeiter im Landratsamt für den Pflegestützpunkt eingestellt, die Pflegebedürftige und deren Angehörige in allen Fragen der Pflege beraten und an entsprechende Einrichtungen und Organisationen vermitteln. Besonders wichtig ist dem Seniorenamt eine wohnortnahe Beratung. Deshalb sollen die künftigen Mitarbeiter des Pflegestützpunktes die Beratung in verschiedenen Gemeinden anbieten. „Wir könnten uns vorstellen, dass die Berater an einem Tag in Oberstaufen, am nächsten in Rettenberg, Oberstdorf, Sonthofen und so weiter sind. Mit einem mobilen Büro sind sie an festen Tagen in den jeweiligen Gemeinden vor Ort. Für Angehörige von Pflegebedürftigen ist die neue Situation sowieso schon ein Kraftakt, eine Beratung in der Nähe des Wohnorts erleichtert es ungemein“, führte Schmidmeier aus. Auch Hausbesuche könnten Teil der Beratung sein. Zweck des Pflegestützpunktes sei es jedoch nicht, eine Parallelstruktur zu bereits bestehenden Beratungsangeboten aufzubauen, sondern alle bereits bestehenden Angebote zu vernetzen. Eine gute Kommunikation und gebündelte Information sei eine wichtige Hilfe für die Angehörigen.

So ist auch eine Datenbank in Planung, in der alle aktuell verfügbaren Kurzeitpflegeplätze eingesehen werden können. Helen Schmidmeier betont: „Die Kommunikation muss verbessert werden, sodass Angehörige sofort wissen, wo Plätze zur Verfügung stehen“. Bisher mussten Angehörige bei jeder Einrichtung separat anfragen, ob Kurzzeitpflegeplätze frei sind oder nicht. Die neue Datenbank soll dies deutlich erleichtern. Mit wenigen Klicks ist dann zu sehen, wo Plätze zu welchem Zeitpunkt verfügbar sind. Im letzten Jahr wurden durchschnittlich nur 9.5 der 22 Kurzzeitpflegeplätze im Oberallgäu genutzt. Die Datenbank soll dazu beitragen, dass Angehörige mit weniger Aufwand die Kurzzeitpflegeplätze in Anspruch nehmen können.

Neben der bereits bestehenden Broschüre „Älter werden im Allgäu“ soll auch eine digitale Datenbank eingerichtet werden, die alle Angebote für Seniorinnen und Senioren im Landkreis zusammenfasst.

Außerdem ist die Aufklärung über Demenz weiterhin ein Schwerpunkt des Seniorenamtes. Neben einer bereits abgeschlossenen Ausstellung im Landratsamt, sind künftig auch generationsübergreifende Projekte mit Schüler und Senioren geplant. Schulungen für Behördenmitarbeiter zum Umgang mit dementen Menschen sowie Öffentlichkeitsarbeit, soll zu mehr Verständnis und Akzeptanz von Demenzerkrankten führen.

Der Pflegestützpunkt einschließlich der Datenbank für Kurzzeitpflegeplätze und Seniorenangeboten soll bereits im nächsten Sommer starten.

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