Auf ein faires Miteinander!

Neuer Stadtrat in Immenstadt will alte Gräben zuschütten

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„Alters-Präsident“ Ralf Kellner (links) vereidigte den neu gewählten Ersten Bürgermeister Nico Sentner in der konstituierenden Sitzung.

Immenstadt – „Als Neustart in eine Zeit des Miteinanders will der neu gewählte Immenstädter Stadtrat die jetzt beginnende Legislaturperiode verstanden wissen. Unter diesem Tenor stand die konstituierende Sitzung des 24-köpfigen Gremiums, dem jetzt sieben Frauen angehören. Der neu gewählte Erste Bürgermeister, Nico Sentner, sieht die Stadt vor großen Herausforderungen, zeigt sich aber optimistisch, bald wieder Gestaltungsmöglichkeiten zu gewinnen.

Einen entspannteren Start in sein Amt hätte sich der Erste Bürgermeister sicher vorgestellt. „Inmitten der größten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Krise seit dem Zweiten Weltkrieg“ trete er das Amt an, so Nico Sentner in seiner Rede zum Auftakt der konstituierenden Sitzung. Die derzeitige Pandemie treffe alle und nicht zuletzt die Kommune, die bald einen neuen Haushaltsplan aufstellen und alle größeren Ausgaben auf den Prüfstand stellen müsse. Sentner rechnet mit fünf bis sechs Millionen weniger an Steuereinnahmen. „Ich bin sicher, dass wir diese Krise bewältigen werden. Er, Sentner, setze auf einen „sachlichen und fairen Umgang“ im Stadtrat und mit den Menschen der Stadt. Meinungsverschiedenheiten werde es immer geben. Ziel seiner Stadtpolitik sei es, die Menschen mitzunehmen und einzubeziehen in allen Projekten. „Auf Augenhöhe mit den Menschen sprechen und einen fairen und offenen Umgang pflegen.“

Sentners größter Wunsch: „Ich hoffe, bald vom Verwalter zum Gestalter zu werden.“ Den zurückliegenden Wahlkampf betrachtet er als gutes Omen für ein weiteres gutes Miteinander. Mit einer gehörigen Portion Allgäuer Gelassenheit werde es gelingen, so der neue Erste Bürgermeister optimistisch.

Auf ein „neues Miteinander“ setzten auch die Fraktionssprecher. „Mit Volldampf in die Sacharbeit gehen“ fordert Thomas Wurmbäck von der CSU. Einige „alte Themen“ habe der neue Stadtrat quasi als Erbe übernommen. Und diese Altlasten müsse man „schnell und vernünftig abarbeiten“. Gerade die Finanzen werden das Gremium „verstärkt beschäftigen“, so Wurmbäck. „Alle Kräfte in der Stadt sind offenbar an einem Neustart interessiert, so der CSU-Fraktionschef. Daher dürfe man sich nicht im Kleinklein verlieren.

„Wir haben viel vor“, ergänzte Rosi Oppold von den Grünen. Ihre Fraktion hoffe auf einen guten, gemeinsamen Weg. Und Markus Fetzer von den Freien Wählern zeichnete das Bild „eine Mannschaft kämpft für ein Ziel: Immenstadt“. Alle Parteien im Stadtrat sollten sich wie die Freien Wähler vom Fraktionszwang verabschieden, um breite Mehrheiten zu ermöglichen.

„Gewaltige gemeinsame Kraftanstrengungen“ werde es brauchen, um die Herausforderungen zu bewältigen, sieht Herbert Waibel von den Aktiven – bislang Zweiter Bürgermeister – auf die Kommunalpolitik zukommen. Die Bürger erwarteten, dass jeder sein Bestes gebe, möglichst gemeinsam und gebündelt, umschrieb er den Auftrag. Erich Angerer von den Liste Junge Alternative JA sieht es ebenso: „Über Parteigrenzen hinaus denken.“ Auf eine gute Zusammenarbeit nach einem „anständigen Wahlkampf“ setzt auch die SPD mit ihren beiden Stadträten. Bürgermeisterkandidatin Vera Huschka deute an, dass die SPD weiterhin „soziale Aspekte im Auge behalten“ werde. Und „auf Tuchfühlung mit der Bürgerschaft“ will die neue Frauenliste bleiben, die mit Alexandra Konda auf Anhieb einen Sitz im Stadtrat erobern konnte.

Bei der Wahl des Zweiten Bürgermeisters machte Siegfried Zengerle (CSU) das Rennen. Im Wahlgang um das Amt des Dritten Bürgermeisters setzte sich Rosi Oppold (Grüne) klar gegen Vera Huschka (SPD) durch. „In der ersten Sitzung gleich eine Hauptrolle spielen“, das sei schon aufregend, so die neue Dritte Bürgermeisterin.

Herzlich begrüßt wurden von allen Fraktionen die sieben Frauen, die es bei der Kommunalwahl in den Immenstädter Stadtrat geschafft haben. „Fast ein Drittel“, kommentierte Thomas Wurmbäck von der CSU den großen Frauenanteil. Über Jahre hinweg war nur eine Stadträtin „im Boot“. Bürgermeister Sentner fasst zusammen: „Eine Bereicherung für das Gremium.“

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