An die Zukunft denken!

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Nach einem lockeren Vortrag über ein ernstes Thema hatten die von Schülern umringten Hauptakteure (von rechts) Dr. Dieter Salomon, Irma Walter und Michael Renner noch immer Grund zum Lachen.

Immenstadt – Bereits zum dritten Mal hatten die Schulleiter des „Schulzentrums Immenstadt“, Realschuldirektorin Irma Walter und Oberstudiendirektor Michael Renner, zum Neujahrsempfang eingeladen.

Bei diesem „ungewöhnlichsten Neujahrsempfang“, wie es der Freiburger Oberbürgermeister Dr. Dieter Salomon nannte, wollte sich das „Schulzentrum“ zum einen bei seinen Förderern bedanken, die mit ihrem Engagement ein Netzwerk für eine bessere Bildungsarbeit ermöglichen. Zum anderen will das „Schulzentrum“ im 2. Schulhalbjahr ein neues Bildungsprojekt starten. 

Das Thema ergab sich rein zufällig, weil der Schulleiter des Gymnasiums rein zufällig Dr. Salomon in Immenstadt begegnet war. Aufgrund der persönlichen Verbundenheit Dr. Salomons mit dem Oberallgäu hatte der Oberbürgermeister der „Deutschen Umwelthauptstadt“ rasch als Gastreferent zugesagt, denn mit drei Jahren war er mit seiner Familie von Melbourne (Australien) nach Missen gezogen und hatte hier eine neue Heimat gefunden, bevor es ihn nach dem Studium auf die große grüne politische Bühne zog. Das Thema „Nachhaltigkeit als Daueraufgabe für Städte und Gemeinden“ war ihm wie auf den Leib geschneidert. 

„Mit dem Beschluss der Bundesregierung aus der Atomkraft auszusteigen und gleichzeitig die CO2-Reduzierung zu schaffen, werden wir weltweit kritisch beobachtet. Ticken die Deutschen noch ganz richtig?“ höre er die anderen oft fragen. Da er sich nicht in den Kommunalwahlkampf einmischen wollte, konzentrierte er sich nur auf die ökologische Entwicklung seiner Stadt. 

Die Stadt Freiburg sei stolz auf ihr ökologisches Profil. Dies werde getragen durch ein breit verankertes Umweltbewusstsein bei den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt sowie durch eine langfristig angelegte Umweltpolitik als Teil einer nachhaltigen Stadtentwicklung. Besonders wichtig sei in Freiburg die effizientere Energienutzung und die Energieeinsparung. In Freiburg sei es durch den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs in Kombination mit günstigen Einheitstarifen gelungen, die Fahrgastzahlen zu verdreifachen. Weniger als 30 Prozent der Fahrten würden nur noch mit dem Auto durchgeführt werden. 

Bei der Sanierung ihrer Schulen hätten sie von 1998 bis 2008 76 Prozent Energie eingespart. Bei städtischen Gebäuden werde konsequent als Standard die Passivhausbauweise gefordert. Dadurch würde ein Gebäude 95 Prozent Energie weniger benötigen als ein Gebäude der 1960er oder 70er Jahre. Dieser Mentalitätswandel sei dadurch auch bei den privaten Bauherren angekommen. 

Im Bereich der erneuerbaren Energien könne Freiburg, als „Solar-City“, ebenso große Erfolge aufweisen. Bei der Windenergienutzung müssten sie aber aufgrund eines „übertriebenen Artenschutzes” die Anlagen in Frankreich bauen. In der Abfallentsorgung möchte er gerne auf die großen Erfolge des Zweckverbandes für Abfallwirtschaft Kempten (ZAK) verweisen. 

Gemeinden müssen die Welt retten Das derzeit größte umweltpolitische Problem in Deutschland sei: „Alle wollen die Energiewende, aber keiner weiß wie es geht.“ Die Energiewende werde seines Erachtens aufgrund der Bürgernähe unten bei den Gemeinden entschieden und nicht oben auf Landes- oder Bundesebene. Jede Gemeinde habe ihre eigenen Entwicklungsmöglichkeiten, sie müsse nur von den anderen Kommunen die besten Ideen übernehmen. 

„Wir müssen in unseren Gemeinden die Welt retten.“ appellierte Dr. Dieter Solomon abschließend. „Wir sollten alles dafür tun, um die Energiewende zu schaffen, und dadurch dafür sorgen, dass die Zweifler Unrecht haben.“

Hans Ehrenfeld

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