"Die Feste feiern wie sie fallen"

+
Mit Jubiläumshut und Jubiläumstassen in die Zugabe: Solistin Carola Egger (von links), Solist Martin Kiener und Dirigent Professor Johann Mösenbichler.

Sonthofen – „Heute ist alles ein bisschen anders“, leitete Bürgermeister Hubert Buhl seine Rede anlässlich des traditionellen gemeinsamen Neujahrsempfangs der Stadt Sonthofen und der Bundeswehr vergangenen Freitag ein.

Im Jubiläumsjahr der Stadt standen nicht die Ansprachen von Bürgermeister und Standortältestem im Vordergrund der Veranstaltung, sondern das Neujahrs-Galakonzert des Polizeiorchesters Bayern. Und der gute Zweck: die Besucher konnten nach Ende des Konzerts für den Allgäuer Hilfsfonds spenden. 

Am Anfang standen jedoch erst einmal Tonprobleme, funktionierte doch das Mikrofon nicht, als Bürgermeister Hubert Buhl zu seiner Ansprache ansetzte. Buhl nahm es mit Humor, denn „man kann nicht alles so ernst sehen, wie es sich manchmal darstellt!“ 

Ein 50-Jähriges Stadtjubiläum sei zwar kein „außergewöhnliches Jubiläum“, aber „man soll die Feste feiern wie sie fallen“, hob Buhl hervor. Sonthofen habe sich in den vergangenen 50 Jahren „enorm entwickelt“, einen wesentlichen Einfluss dabei hätte die Bundeswehr mit ihren hier stationierten Einheiten und drei Kasernen gehabt. Die Angehörigen der Bundeswehr setzten sich für ihre Stadt ein, wie beispielsweise durch Blutspendeaktionen, deren Erlös bedürftigen Familien in der Kreisstadt zugute käme. Buhl gedachte in seiner Ansprache auch der Soldaten im Auslandseinsatz, die „unser Land und auch unsere Stadt vertreten.“ 

Für die positive Entwicklung Sonthofens waren laut Buhl zwei Männer entscheidend. Zum einen der damalige Bürgermeister Alois Waltenberger, der es verstand, „mit politischem Einsatz und einem Stück weit Allgäuer Hartnäckigkeit dafür zu sorgen, dass Sonthofen zur Stadt erhoben wurde.“ Den Weg zur weiteren Entwicklung und steigenden Bedeutung der Kreisstadt Sonthofen als „Drehscheibe in der Region“ ebnete laut Buhl sein Amtsvorgänger, Altbürgermeister Karl Blaser. 

Wie in seiner Ansprache bei der Proklamationsfeier hob Buhl erneut die „Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt, die Verantwortung übernommen haben“ hervor. „Sie haben ihren Teil dazu beigetragen, dass der Alltag funktionierte, dass Sonthofen wachsen und sich heute als prächtige und nachhaltige Alpenstadt darstellen kann.“ 

Auch die Herausforderungen der Zukunft wie demographischer Wandel, Klimaschutz und Energiewende ließen sich „am besten gemeinsam meistern.“ 

Auslandseinsatz immer eine Belastung 

Auch Oberst Hans-Christian Hettfleisch, Standortältester und Kommandeur der ABC- und Selbstschutzschule, ging in seiner Ansprache auf die Soldaten im Auslandseinsatz ein. „Hier gehen Menschen in den Einsatz, die sich von ihren Familien und Freunden trennen müssen, und denen sie als Ehepartner, als Elternteil oder Freund für die Zeit des Einsatzes nicht zur Verfügung stehen.“ Ein Einsatz stelle – auch wenn er Teil des Berufsverständnisses von Soldaten sei – immer eine Belastung dar, für die Betroffenen und ihr persönliches Umfeld. 

Hettfleisch dankte den Menschen in Sonthofen und im Allgäu, die „zu ihren Soldatinnen und Soldaten“ stehen und ihnen „für ihre Leistung Anerkennung und Respekt“ zollen. 50 Jahre Stadterhebung seien ein wirklicher Erfolg, „und zu diesem Erfolg der Stadt haben 58 Jahre Bundeswehr am Standort Sonthofen auch ihren Beitrag geleistet“, betonte Hettfleisch – wie zuvor Buhl – das gegenseitige Geben und Nehmen von Stadt und Bundeswehr: „Die Bundeswehr steht zu Sonthofen und ich weiß, Sonthofen steht zur Bundeswehr.“ 

Hettfleisch ging jedoch auch auf die Umwälzungen, die dem Standort Sonthofen im Zuge der Bundeswehrreform bevorstehen, ein: unter anderem die Reduzierung der Soldaten in Sonthofen und der Aufbau des Zentrum Brandschutz der Bundeswehr. 

Spanische Töne im Oberallgäu 

Im Anschluss an die Ansprachen folgte mit dem Neujahrs-Galakonzert des Polizeiorchesters Bayern unter der Leitung von Professor Johann Mösenbichler der eigentliche Teil des Neujahrsempfanges. Die Euregio via Salina und das SWW Oberallgäu hatten der Stadt mit dem Konzert „etwas ganz besonderes zum Stadterhebungsjubiläum“ geschenkt, wie Bürgermeister Hubert Buhl betonte. 

Zu Beginn spielte das Orchester die Stadtfanfare Sonthofen. Dies sei eine Besonderheit, erläuterte Tubist Herbert Hornig, der die Gäste des Neujahrsempfanges galant und humorvoll durch das Konzert führte: dass das Polizeiorchester in einer Stadt ein Stück spielt, das eigens für diese Stadt komponiert wurde. Der erste Teil des Konzertes stand ganz im Zeichen Spaniens: Johann Strauß´ „Spanischer Marsch“ machte den Anfang, gefolgt von der Ouvertüre und der Arie „Habanera“ aus Georges Bizets Oper „Carmen“, die die Solistin Carola Egger gekonnt vortrug. 

Auch Martin Kiener, Solist im Stück „Granada“ von August Lara, beeindruckte die Gäste mit seinem Gesang. Im „Spanischen Zigeunertanz“ von Pasqual Marquina und bei den Melodien von Bert Kaempfert zeigte das Polizeiorchester sein ganzes Können. Ein Medley mit Liedern aus dem Musical „West Side Story“ stand am Schluss des Konzertes. Das Publikum im Haus Oberallgäu zeigte mit anhaltendem Applaus und Standing Ovations seine Begeisterung über diesen musikalischen Leckerbissen.

Eva Veit

Auch interessant

Meistgelesen

Babyglück im Allgäu
Babyglück im Allgäu
Dorffest in Burgberg
Dorffest in Burgberg
Dorffest in Burgberg - Zwischen Böller- und Donnerschlägen
Dorffest in Burgberg - Zwischen Böller- und Donnerschlägen
Allgäuer Wasserwirtschaftsamt gibt Hochwasser-Vorwarnung  heraus
Allgäuer Wasserwirtschaftsamt gibt Hochwasser-Vorwarnung  heraus

Kommentare