Beispielhaftes Miteinander

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Auf ein gutes Miteinander stießen der Standortälteste, Oberst Klaus Werner Schiff (links) und Sonthofens Erster Bürgermeister, Christian Wilhelm, beim Neujahrsempfang an.

Sonthofen – Für beide war der gemeinsame Neujahrsempfang der Stadt Sonthofen und der Bundeswehr am Standort eine Premiere: für Sonthofens Bürgermeister Christian Wilhelm und den Standortältesten und Kommandeur der Schule ABC-Abwehr / Gesetzliche Schutzaufgaben, Oberst Klaus Werner Schiff. Beide stellten fest, dass am bewährten, langjährigen Miteinander von Stadt und Bundeswehr auch in Zukunft nicht gerüttelt werde. Gleich zwei Jubiläen werden heuer gemeinsam gefeiert; 200 Jahre Musikkapelle und 100 Jahre Garnison Sonthofen.

„Die Herausforderungen der Zukunft werden wir nur in solidarischem Miteinander meistern“, stellte Sonthofens Bürgermeister Christian Wilhelm fest und erinnerte an das langjährige gute Miteinander der Stadt und „ihrer“ Bundeswehr, das vielfach weit über dienstliche Belange hinausgehe. Als aktuelles Beispiel nannte Wilhelm die Diskussion, wer heuer die Hauptrede zum Neujahrsempfang halten dürfe – Oberst Schiff habe gewonnen.

Ändern wolle er, Wilhelm, allerdings etwas am späten Zeitpunkt des gemeinsamen Neuahrsempfang. Ende Januar jedenfalls könne man ja „fast auf ganz Jahr 2015 zurückblicken“ und müsse sich nicht mit dem Vorjahr befassen. Hauptaufgaben in diesem Jahr seien die finanzielle Konsolidierung und Schaffung von Gewerbeflächen, die Vermarktung des Bahnhofareals sowie die Forcierung des Tourismus. Das Projekt „Zukunft Sonthofen“ soll „auf neue Beine gestellt werden“. Mitmischen will die Bundeswehr beim Jubiläum 100 Jahre Garnison. So wird es im Juni ein Konzert mit dem Gebirgsmusikkorps geben. Womöglich, so deutete Oberst Klaus Werner Schiff an, sei dabei auch ein Musikkorps der britischen Streitkräfte mit im Boot.

Auch wenn der Standortälteste nicht über die „großen weltpolitischen Themen“ sprechen wollte, zeigte Oberst Schiff auf, dass die Bundeswehr in Sonthofen durchaus von den Krisenszenarien in der Welt betroffen sei. So bereiten sich Soldaten der ABC-Abwehrtruppe und militärischen Brandschutzpersonal auf Einsätze vor oder befinden sich bereits im Einsatz. „Weiterhin stehen mögliche Einsätze im Rahmen der humanitären Hilfe bei der aktuellen Ebola-Epedemie in Westafrika an.“ Und rund 600 ABC-Abwehr-Soldaten stünden seit Jahresanfang in Bereitschaft im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise. Schiff selbst habe als Kommandeur eine multinationalen Formation bereits für einen möglichen Einsatz geübt. „Ich hoffe, es bleibt beim Üben“, sagte Oberst Schiff.

Die Schule ABC-Abwehr / Gesetzliche Schutzaufgaben leiste ohnehin als zentrale Ausbildungseinrichtung der Bundeswehr „einen unverzichtbaren Beitrag“, damit die Soldaten ihren Einsatz erfolgreich durchführen könnten. Dasselbe gelte auch für die Ausbildung in den Bereichen Arbeitsschutz, Umwelt- und Brandschutz. Diese Fähigkeiten seien etwa für den Betrieb eines Feldlagers für tausende Soldaten von hoher Bedeutung.

Unterm Strich, so bringt es Oberst Schiff auf den Punkt, nähmen die Dienststellen der Bundeswehr „so quasi aus Sonthofen heraus maßgeblich Einfluss auf die Einsatzbereitschaft“. Eine wesentliche Grundlage sieht Schiff nicht zuletzt im Rückhalt der Bevölkerung, die im Allgäu allerbeste Tradition habe. „Das Miteinander in dienstlichen und privaten Angelegenheiten ist beispielhaft.“

Josef Gutsmiedl

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