Oberstdorf: Beschluss zum Langlaufstadion im Ried verschoben

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Beim Ausbau des Langlaufstadions gab es auch in der jüngsten Sitzung keinen Durchbruch.

Selbst eine knapp halbstündige Sitzungsunterbrechung damit sich die Fraktionen beraten können brachte nichts. Der Oberstdorfer Gemeinderat beschloss in Sachen Nordische WM 2021 erst mal nichts zu beschließen. Drei Vorschläge lagen zur Beschlussfassung vor – keiner von ihnen erreichte eine Mehrheit.

Für viele Gemeinderäte gibt es zu viele Unklarheiten. Von nicht belastbaren Zahlen über ein fehlendes Betriebskonzept bis zur ungeklärten Bauherrenfrage. Wieder einmal wurde deutlich, wie stark sich die Vorstellungen unterscheiden, sowohl was die Vorgehensweise, wie auch Kosten und Volumen der Baumaßnahmen betrifft.

Die Geister scheiden sich weiter am Ausbau des Langlaufstadions im Ried. Trotz mehrerer Termine, Sitzungen und Hintergrundgespräche findet sich kein Konsens. Eine Entscheidung war mehrfach verschoben worden. Zuletzt waren Lattengerüste aufgestellt worden, damit sich die Räte ein Bild über die Ausmaße der Gebäude machen können. Eine Rampenlösung wird vor allem vom Sport favorisiert um kreuzungsfrei in den Innenraum zu gelangen. Die Befürworter einer kleineren Lösung argumentierten mit der Beeinträchtigung des Landschaftsbildes, Kosteneinsparungen und weniger Flächenverbrauch.

Bürgermeister Laurent Mies hatte zu Beginn der Sitzung versucht, mit einem kurzfristig vorgelegten Acht-Punkte Vorschlag eine möglichst breite Übereinstimmung zu finden. Zwischen dem, was vom Sport an Funktionalität gewünscht wird und den städteplanerischen Aspekten, wie er betonte. Darin enthalten: Eine Rampenlösung im Langlaufstadion, Realisierung der nötigen baulichen Infrastruktur bei Festhalten am Finanzplan der Gemeinde, Einsparungen in allen Bereichen des Bauprogramms und Planungsrechnungen mit unterschiedlichen Förderkulissen. Einsparvorschläge und ein Betreiberkonzept der Anlagen sollen bis Ende Mai stehen und im Juli die Förderanträge gestellt werden. Antragsteller soll dabei die Gemeinde, Bauherr die Nordische Skisport GmbH und Co. KG sein.

Der Widerspruch ließ nicht lange auf sich warten. Fritz Sehrwind ging für die CSU zwar teilweise mit den Vorstellungen des Bürgermeisters konform (etwa was die Rampenlösung im Ried betrifft), stellte aber die Vorgehensweise in Frage. Er wolle keine Streichungen am Bauprogramm (etwa bei den Kleinschanzen) ohne Not. Überlegungen in diese Richtung sollten erst nach Vorlage der Gesamtkosten stattfinden. Helmut Schratt (FW) bemängelte eine unklare Finanzierung, eine unklare Förderung und Unsicherheiten im Betriebskonzept. Er möchte die Gesamtkosten auf 30 Millionen reduzieren um die Beteiligung von Gemeinde und Landkreis klein zu halten: „Mit 30 Millionen kann man durchaus etwas bauen, das uns gerecht wird“.

„Farbe bekennen“

Martin Rees (AO/FDP) ging noch weiter. „Es ist Zeit Farbe zu bekennen“, forderte er klare Vorgaben und eine Deckelung, sowohl finanziell wie auch flächenbezogen. Er und acht andere Gemeinderatsmitglieder hatten Ende Februar einen Antrag gestellt, nach dem die Kosten für den Markt auf drei Millionen Euro – verteilt auf drei Haushaltsjahre – fest geschrieben werden soll. Außerdem werden ein Betreiberkonzept und eine Kalkulation der Folgekosten gefordert. Im Langlaufstadion soll die maximale Grundflächengröße von 1700 Quadratmeter ausreichen. Die Grünen-Fraktion machte deutlich, dass sie einem „Flächenfraß“ im Ried auf keinen Fall zustimmen werde. „Wir sind jetzt bei einer Lösung, die wir vor einem Jahr abgelehnt haben“, sprach Siegmund Rohrmoser von einem „Hakenschlagen“. Der Gemeinderat entwickle sich zu einem „Abnickgremium“.

Bürgermeister Mies verteidigte seinen Vorschlag. „Wir brauchen gleichzeitige Schritte, auch wenn die Kosten leider heute noch nicht vorliegen“ verwies er auf das enge Zeitkontingent. Auch Peter Titzler (FW) sah „Elemente auf dem Tisch, die von vielen ähnlich gesehen werden“ und plädiert für ein Vorankommen. Für eine „Prioritätenliste“, wo später notfalls gestrichen werden kann, sprach sich Toni Weiler (UOL) aus.

Nach einer von den Freien Wählern vorgeschlagenen Beratungsunterbrechung wurde im Gemeinderat erst einmal nichts „abgenickt“. Der Beschlussvorschlag des Bürgermeisters sowie die Deckelung auf drei Millionen scheiterten jeweils ganz knapp. Auch ein eilig nachgereichter Antrag der CSU fand keine Mehrheit. So bleiben wichtige Probleme der WM-Vorbereitung erst mal ungelöst. Die Vertreter des Oberstdorfer Skiclubs verließen enttäuscht den Sitzungssaal.

Heinrich Bonert

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