"Kein bisschen nachhaltig" - Oberstdorfer Grüne kritisieren Kostenvoranschlag zur WM 2021

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Die Oberstdorfer Grünen halten die Investitionen für die Nordische WM 2021 für überzogen.

Oberstdorf - „Wir werden diesen Größenwahn nicht mittragen“, reagieren die Obersdorfer Grünen auf Anmeldung von knapp 50 Millionen Euro für die WM 2021 bei den Fördergebern Bund und Land. Die Summe sei mehr als doppelt so hoch wie die Investitionen für die Nordische WM 2005. Obwohl damals Vieles neu gebaut werden musste.

„Uns wurde immer versprochen, dass die Bewerbung darauf fußt, dass das Meiste an sportlichen Anlagen schon vorhanden ist und nur Nachbesserungen stattfinden müssen“, so die Ortsprecherin und Gemeinderätin Bergith Hornbacher-Burgstaller. Die Strategie, möglichst hohe Summen anzumelden, um dann in den Verhandlungen abzuspecken, nannte sie ein „fatales Signal nach außen“. Das Wort Nachhaltigkeit werde hier nachhaltig missbraucht. Die Gemeinde habe noch andere wichtige Pflichtaufgaben und Zukunftsinvestitionen zu stemmen. Die Grünen seien gespannt, was dem Gemeinderat und der Bevölkerung bei der Loipenführung und bei der Beschneiung vorgestellt werde. Zwei Posten, die mit hohen Millionensummen zu Buche schlagen und für den Ortsverband ökologisch mit am fragwürdigsten sind. Für Günter Ziffus gehört zur Vorbereitung der WM ein modernes, digital gesteuertes Verkehrskonzept für die Gemeinde.

Der Kreisverband der Oberallgäuer Grünen zeigt sich erstaunt und fragt sich, ob solche Summen mit dem Landkreis abgesprochen sind und wie man sich dessen Beteilung vorstellt. Letztendlich werde Oberstdorf ja auf den Landkreis zukommen, damit dieser sich an dem nicht geförderten Rest beteiligt. Bei 50 Millionen Investitionskosten in die WM und 80 Prozent Förderung bleiben 10 Millionen übrig. Bei der zuletzt praktizierten Praxis, mit Oberstdorf die Kosten zu teilen, seien dies 5 Millionen für den Landkreis. Geld, das an anderer Stelle für dringende Aufgaben fehlt. Selbst wenn bei den Investitionskosten noch abgespeckt wird, sei es kühn, mit solchen Summen in die Verhandlungen zu gehen, zumal Dinge enthalten sind, die es nicht zwingend für die WM brauche, wie etwa die Kleinschanzen in der Erdinger Arena. Die Grünen fürchten, dass bei solch hohen Investitionssummen die Nachhaltigkeit auf der Strecke bleibt.

hb

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