Keine 50-Millionen-WM für Oberstdorf

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Reinhard Reitzner erläuterte den Planungsstand für die Nordische Ski-WM 2021.

Oberallgäu – Die Planungen und das noch vage Bauprogramm im Rahmen der Nordischen Ski-WM 2021 beschäftigt die Oberallgäuer Grünen seit Monaten. Die Kreistagsfraktion wollte wissen, wie weit die Planungen sind und wie die Summe von knapp 50 Millionen Euro für das Investitionsvolumen zustand kommt.

Reinhard Reitzner, Mitglied des Finanz- und Rechtsbeirates des Aufsichtsrates der Ski-WM GmbH, erläuterte den Stand der Planungen und rückte die Kostenschätzung zurecht: Ganz so heftig werde es nicht kommen und einige Dinge wurden aus der „Wunschliste“ gestrichen.

Das Planungsgremium sei noch „in der Findungsphase“, stellte Kreiskämmerer Reinhard Reitzner fest. „Es gibt noch kein Bauprogramm.“ In einer ersten Aufstellung hatte die Marktgemeinde vor wenigen Monaten dem Internationalen Ski-Verband FIS eine Liste vorgelegt, in der notwendige und mögliche Investitionen im Zusammenhang mit der Nordischen Ski-WM 2021 aufgeführt sind. Unterm Strich kam dabei eine Summe von 49,5 Millionen Euro heraus, deren Höhe seitdem immer wieder kritisiert wird. Reitzner: „Das ist nur eine Zahl und keineswegs belastbar.“ Manches auf der Liste sei auch gar nicht umsetzbar, ergänzt Reitzner; zum Beispiel die Anbindung der Loipen am Ort mit den Wettkampfloipen im Ried. Das scheiterte schlichtweg am Einvernehmen mit den Grundbesitzern. „Ist schon gestrichen“, so Reitzner.

Oberstdorfs Bürgermeister Laurent Mies räumte ein , dass es „mit der großen Zahl schwierig“ sei. Man habe die Bedarfsanmeldung transparent dargestellt und die Rückendeckung des Deutschen Skiverbandes DSV eingeholt und eine Art Kostenvoranschlag erstellt. Ein Betrag habe genannt werden müssen. „Zugegeben: ein hoher Betrag.“ Die Aufstellung sei letztlich eine Pflichtübung, um gegenüber den Fördergebern - Bund und Land - gemeinsam auftreten zu können. „Ein ganz normaler Arbeitsschritt. Die Endsumme wird anders aussehen“, betonte Mies. Der Bürgermeister erinnerte an die Nordische Ski-WM wo man zunächst von Kosten in Höhe von 3,5 Millionen Euro ausgegangen war. Unterm Strich waren es dann 23 Millionen.

Kreisrat Thomas Gehring von den Grünen hält die umfangreiche Liste mit der Endsumme von knapp 50 Millionen Euro Investitionskosten für eine „Wunschliste“ und hegt die Vermutung, dass „möglichst viele Wünsche vorgebracht wurden, um vieles zu bekommen“. Da müsse man schon überlegen, ob man sich alles wünschen solle, so Gehring. Schließlich sei ein Hauptargument für eine Bewerbung Oberstdorfs gewesen, dass nahezu alle Einrichtungen für die WM schon da seien, gab er weiter zu bedenken.

Das stimme zwar weitgehend, so Reitzner, doch sowohl bei den Langlauf- als auch bei den Skisprungeinrichtungen seien einige Nachbesserungen erforderlich. Zusammen mit einem FIS-Beauftragten wurde das Loipennetz geprüft. In einigen Teilbereichen sind dem „Coursedesigner“ der FIS zufolge Verbesserungen notwendig. Auch bei den Schanzen müsse aufgerüstet werden.

„Kein sehr glücklicher Start“, kommentierte Landrat Anton Klotz die anhaltende Diskussion über die „50-Millionen-Rechnung“. Aber es werde deutlich günstiger werden.

gts

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