Bockbier statt Wasser

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Novize Ludovicus (Sepp Dornach) hatte wieder viele Tipps für die Oberstdorfer Kommunalpolitiker.

Oberstdorf - Offenbar habe er die „wichtigen Leute“ der „Zipfelgemeinde“ nicht zu sehr ins Gebet genommen, meinte Bockbier-Prediger Ludovicus, denn alle seien „trotz des Beleidigtseins im Vorjahr“ wieder versammelt beim Bockbieranstich. „Aus Angst, etwas zu versäumen...“ 

Und Ludovicus versprach nicht zuviel: auch diesmal deckte er – unterstützt von seiner Oma – viele Dinge auf in der Zipfelgemeinde Oberstdorf. Bürgermeister Laurent Mies hatte zwar Anlaufschwierigkeiten beim Anzapfen des Bockbier-Fasses – doch der vierte Schlag führte ans Ziel: „Es ist angezapft!“ Allerdings hatte Fasten- und Bußprediger Ludovicus (Sepp Dornach) dann einmal mehr keinen gefüllten Maßkrug „auf der Kanzel“ und musste sich zunächst mit fremdem Billigbier aus Omas (Franz Bisle) Vorräten behelfen. Schnell reichte Katharina dem Geistlichen eine richtige Maß WM-Bockbier, der sich dann den „Gute Nacht Geschichten aus Oberstdorf“ widmete und dem Oberstdorfer Wappen-Rössle die Sporen gab. Stichwort Volksabstimmung zur geplanten Panoramabahn im Kleinwalsertal. „Wer ja gemeint hat, musste mit Nein stimmen“, so Ludivicus. So eine komplizierte Fragestellung könne doch kein Walser verstehen. Bergbahn-Chef Gustl Kröll könnte sein Geld jetzt in Oberstdorf anlegen, etwa im Schrattenwang-Lift oder „beim alten Glump“ Höllwieslift. Ohnehin stehe eine Übernahme des Oberstdorfer Bergbahn-Inventars wohl bevor: Mit dem neuen Kur AG-Chef Josef Moser – „der Nachlassverwalter von Peter Müller“ – sei neben Kröll ein weiterer Östereicher am Ball und der Weg frei für die Gründung der „Kröll-Moser-Haid AG“, wenn der Walser Bürgermeister in den Vorstand der neuen Gesellschaft wechsle. Das könnte Edi Geyer nutzen, um nach dem Anschluss Oberstdorfs ans Walsertal dort Bürgermeister zu werden, wo es keine Altergrenze für Kommunalpolitiker gebe. TBC kommt vom Bock! In einer ähnlich komplizierten Abstimmung wie die Walsertaler zur Panoramabahn ließ Ludovicus die Besucher des Bockbier-Spektakels in der Oybelehalle kurzerhand abstimmen und kam zum Schluss: Wer kein Rindvieh sei, kann’s trinken, wer Oberstdorfer Wasser trinkt, ist eh ein Rindvieh... „Das Beste für Oberstdorf“ – eine Frage, die angesichts der Kommunalwahl im kommenden Jahr auch in Oberstdorf auf den Tisch kommen wird, meint Ludivicus. Besondere Bedeutung müsse man dem Stellvertreter zumessen und der Prediger gab den Fraktionen schon mal Tipps wie sie dies einfädeln könnten. Der Oberstdorfer Tourismus setze auf „Tradition und Unverfälschtes“, so Ludovicus weiter. Da müsse man aber bei der Nebelhornbahn anfangen, wo offenbar die Fahrgäste auf gut Sächsisch begrüßt würden: „Een scheenen Daach winschen wir – bee ins daheeme...“

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