Mit dem Schwung des Jubiläums geht das SWW mutig in die Zukunft

SWW Oberallgäu: Vorbildlich am Puls der Zeit

+
Christian Ude fordert eine Wiederbelebung des sozialen Wohnungsbaus.

Sonthofen – Durchtamen ja, zurückschalten nein. Unter dem Motto „Die Zukunft mutig gestalten“ stand das Jubiläum „70 Jahre Sozial-Wirtschafts-Werk Oberallgäu SWW“.

Die Aufgabe des gemeinnützigen Wohnungsbau-Unternehmens seien im Kern dieselben wie vor 70 Jahren: soliden und bezahlbaren Wohnraum schaffen, so der Tenor des Festabends in Sonthofen. Verändert haben sich dabei die Rahmenbedingungen, denen sich das SWW gegenüber sieht. Festredner Christian Ude, ehemaliger Oberbürgermeister der Stadt München, appellierte: „Wir brauchen eine Wiederbelebung des sozialen Wohnungsbaus!“

Die neue Einordnung des Begriffs „Sozialer Wohnungsbau“ machte Christian Ude zum Thema seiner Festrede. So gebe es im Prinzip Wohnungen genug, „aber oft am falschen Ort“. Es helfe wenig, wenn das Angebot nicht mit der Nachfrage am gewünschten Ort zusammenfinde; dort wo es Arbeit gebe, Ausbildung, Lebensqualität.

Sozialer Wohnungsbau müsse sich heute an demografischen Entwicklungen orientieren und an Lebenssituationen der Menschen, so Ude weiter. „Eine Stopp-and-go-Politik im Wohnungsbau ist dumm!“ Vielmehr müsse es eine kontinuierliche Entwicklung geben: „Man darf dabei nicht die Zahl der Menschen alleine sehen, sondern deren Ansprüche an Wohnraum.“ Der Flächenbedarf heute sei nicht mehr mit dem der 1970er Jahren zu vergleichen. Wohnungsbau müsse sich an demografischen Entwicklungen und den sich verändernden Lebensformen und Lebensumständen der Menschen orientieren.

Ude weiter: „Wir brauchen eine Wiederbelebung des sozialen Wohnungsbaus!“ Das SWW Oberallgäu sei ein Paradebeispiel für die gelungene Umsetzung. Und auch das über den klassischen Mietwohnungsbau hinaus gehende Engagement des Unternehmens findet Ude gut: „Genau das ist der Weg!“ Generell warnte der ehemalige Münchner OB vor dem „Verscherbeln“ eines Wohnungsbestandes: „Wir müssen den öffentlichen, sozialen oder genossenschaftlichen Wohnungsbestand hüten wie unseren Aug- apfel!“

SWW-Geschäftsführer Martin Kaiser skizzierte die 70-jährige Geschichte des Unternehmens und erinnerte an das frühe Lob für das SWW, das es schon 1951 seitens des US-Hochkommissars für Deutschland für die „fortschrittliche Lösung des Wohnungsproblems“ gab. Bereits 1964 stellte das SWW seine 2000. Wohnung fertig. Mit Wegfall der Gemeinnützigkeit Ende der 1980er Jahre kam das SWW in der Privatwirtschaft an. Ein umfangreiches Sanierungsprogramm lief an, das im Jahr 2007 abgeschlossen werden konnte. Wo die Sanierung nicht vertretbar war, wurden alte Häuser durch Neubauten ersetzt.

Als aktuelle „Mission“ bezeichnet Kaiser die weitere Strategie des Unternehmens: Zweck der Gesellschaft bleibe eine sichere und sozial verantwortbare Wohnungsversorgung der Bevölkerung.

Josef Gutsmiedl

Auch interessant

Meistgelesen

Viermal um die Welt geradelt
Viermal um die Welt geradelt
Unbekannte beschädigen Sonnenschirm in Sonthofen
Unbekannte beschädigen Sonnenschirm in Sonthofen
Allgäuer Bäcker vereint
Allgäuer Bäcker vereint
Warnung vor falschen Polizeibeamten
Warnung vor falschen Polizeibeamten

Kommentare