Keine Atempause beim Straßenbau

+
Tiefbau-Chef Christoph Wipper erläuterte die neu geordnete Verkehrsführung der Riedbergpass-Straße beim Burgschrofen-Tunnel in Obermaiselstein.

Im Spätherbst werden die meisten Straßenbaustellen dicht gemacht. So auch an der Dauerbaustelle Riedbergpass-Straße zwischen Obermaiselstein und Balderschwang. Diesmal konnten zwei Teilabschnitte abgeschlossen werden. Und womöglich wird im nächsten Jahr der – vorerst – letzte Abschnitt „erledigt“.

Das Treffen auf einer Baustelle an der Passstraße hat tatsächlich eine Tradition. Kurz vor dem Winterbeginn fand jetzt bei Obermaiselstein der alljährliche kleine Festakt der offiziellen Verkehrsfreigabe statt. Diese bewährte Tradition wollte der Oberallgäuer Landrat Anton Klotz als Zeichen verstanden wissen, wie aktiv der Landkreis beim Unterhalt und Ausbau seiner Straßen vorangehe. Auch diesmal vergaß Klotz nicht den Hinweis, dass man Balderschwang, die kleinste Landkreisgemeinden, nicht links liegen lasse: „Balderschwang ist uns lieb und teuer. Wir geben Euch nicht her.”

Die beiden Bauabschnitte, die heuer „abgehakt” werden konnten, waren zum Teil mit schwierigen Erd­arbeiten verbunden. Nicht ungewöhnlich am Riedbergpass, doch jedes Mal eine Herausforderung, wie Christoph Wipper, Chef der Kreistiefbau-Verwaltung, andeutete. In diesem Jahr ging es um die „Neuordnung” der Straßenführung am neuen Burgschrofen-Tunnel, sowie um einen Teilabschnitt am sogenannten „Hennenbrunnen“ im weiteren Verlauf der Passstraße. Insgesamt wurden dabei mehr als fünf Millionen Euro „verbaut“. Wobei der Landkreis Dank einer 90-prozentigen Förderung durch den Freistaat Bayern nur gut 600 000 Euro schultern musste.

„Wir hoffen auf ein paar ruhige Jahre, wenn denn die Passstraße erst einmal fertig ist”, meinte Peter Stehle, der Bürgermeister von Obermaiselstein. Er könne die hohe staatliche Bezuschussung der Bauarbeiten an der wichtigen Straße nur begrüßen und darüber hinaus danken für die „vorrangige Behandlung” beim streckenweisen Ausbau. Die Passstraße sei nicht nur die einzige Verbindung nach Balderschwang, sondern darüber hinaus eine wichtige überregionale Straße, nicht zuletzt für den Tourismus der Region.

Tatsächlich werde man im kommenden Jahr mit dem letzten Bauabschnitt beginnen können, deutete Landrat Klotz an. „In den vergangenen 22 Jahren wurden rund 68 Millionen Euro an der Straße verbaut”, rechnete Klotz vor. Die Straße sei wichtig und wertvoll. Es sei unabdingbar, die Kreisstraßen in Schuss zu halten, zu sanieren und wo erforderlich auch auszubauen, so Klotz weiter. Der Landrat hatte bereits in der jüngsten Sitzung des Kreis-Bauausschusses betont, dass der „hohe Aufwand“ durchaus gerechtfertigt sei. Klotz verwies zudem auf eine „ordentliche Summe“ von 17 bis 19 Millionen Euro, die der Kreis jährlich in seine Straßen stecke. „Deutlich mehr als andere Landkreise.“

Dass der Riedbergpass seit zwei Jahrzehnten eine „besondere Baustelle” ist, wissen die beteiligten Firmen genauso gut wie die betroffenen Verkehrs- teilnehmer: Ohne mehr oder weniger lange Komplett- und Teilsperrungen der Kreisstraße OA 9 während der Bauphase geht es in kaum einem Sommer. Während etwa die Bürgermeister der beiden beteiligten Kommunen die Sperrungen verständlicherweise so kurz und gering wie möglich halten wollen, hält Hans-Walter Dieing, Geschäftsführer der „oberall bau“, umfassendere Straßensperrungen während der Bauarbeiten durchaus für angeraten: „Wir waren oft über der Schmerzgrenze.” Die Sicherheit der Arbeiter sei ansonsten nicht mehr gewährleistet. Den Hinweis auf mögliche durch Umleitungen bedingte Einbußen bei der Gastronomie lässt Dieing jedenfalls nicht gelten: „Dann bezahlen halt wir die fünf Tassen Kaffee...”

Der Riedbergpass ist nicht die einzige Großbaustelle im Landkreis. Derzeit laufen die Arbeiten am Brückenbau an der Kreisstraße OA 29 bei Burgberg auf vollen Touren, sowie der Neubau eines Kreisverkehrs an der B 308 / OA 5 bei Stein. Bei der OA 29 rechnet Tiefbau-Chef Christoph Wipper mit einer provisorischen Verehrsfreigabe noch vor Weihnachten. Die aufwändige neu Ortsumfahrung Betzigau ist so gut wie abgeschlossen. Kosten: Rund 20 Millionen. Eine große Pause wird es nicht geben: Im kommenden Jahr stehen eine ganze Reihe weitere Baustellen ins Haus, etwa der Ausbau der Kreisstraße OA 27 bei Gunzesried oder die „Unterzollbrücke“ in Immenstadt, sowie eine Vielzahl kleinerer Baumaßnahmen im ganzen Landkreis.

Nachholbedarf sehen der Bauausschuss und Landrat Klotz allerdings beim weiteren Ausbau der B 19 zwischen Waltenhofen und Kempten. Da müsse man „politischen Druck“ machen und die Verhandlungen mit der Stadt Kempten voranbringen, meint Landrat Klotz.

gts

Auch interessant

Meistgelesen

"Corona-Foto" mit den Jahrgangsbesten
"Corona-Foto" mit den Jahrgangsbesten
Kinderpornografie: Ermittlungen im Oberallgäu
Kinderpornografie: Ermittlungen im Oberallgäu
Frist nicht verpassen: Zuschüsse für Familien
Frist nicht verpassen: Zuschüsse für Familien
V-Partei³ ruft zu Demonstration gegen Schlachthöfe auf
V-Partei³ ruft zu Demonstration gegen Schlachthöfe auf

Kommentare