Klimaschutz jetzt! Auch im Oberallgäu

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Der Landkreis soll beim Klimaschutz Ernst machen, fordern die Oberallgäuer Grünen (von links) mit Thomas Frey, Ulrike Hitzler, Christina Mader und dem Landtagsabgeordneten Thomas Gehring.

Beim Klimaschutz soll der Landkreis endlich in die Gänge kommen. Das fordern die Oberallgäuer Grünen und wollen in der nächsten Sitzung des Kreistages am Freitag mit einem Antrag die Umsetzung von konkreten Maßnahmen zum Klimaschutz anstoßen.

Mit einer ganzen Reihe von Initiativen müsse der Landkreis „etwas tun“ und das Thema voran bringen, so der Vorstoß der Grünen. Das Geld sei da, man müsse es nur anders einsetzen.

„Das Motto 'Global denken, lokal handeln' ist aktueller denn je“, betont der Oberallgäuer Landtagsabgeordnete der Grünen und Kreisrat, Thomas Gehring. Auf allen Ebenen sei viel zu tun. Im beschlossenen Klimaplan des Landkreises würden „gute Dinge“ aufgelistet, aber der Landkreis müsse „schneller und effektiver werden“ bei der Umsetzung, so Gehring. Der aktuelle Antrag beinhalte konkrete Vorschläge, wie man etwas voran bringen könne, vor allem in den Bereichen Energieeffizienz bei landkreiseigenen Gebäuden, Fördermaßnahmen, Verkehr sowie der Forcierung erneuerbarer Energien.

„Beim Verkehr sehen wir die größte Baustelle“, erläutert Kreisrat Thomas Frey den Antrag. Seit 30 Jahren verzeichne man hier keine effektive Einsparung. Sechs Jahre lang habe der Landkreis Konzepte aufgestellt, doch nichts verwirklicht: „Eine schlimme Bilanz!“ Wolle man die CO2-Bilanz aufmöbeln, brauche es vor allem einen klimaneu­tralen Verkehr, so Frey und fordert die Halbierung des Etats für den Straßenbau (etwa 18 Millionen Euro pro Jahr). Statt in den Aus- und Neubau von Straßen zu investieren müsse der Landkreis Geld in den ÖPNV und das Radwegenetz stecken. Den Einwand, dass seit 20 Jahren allein die Hälfte der Kosten für Straßenbauten am Riedbergpass eingesetzt würden, lässt Frey ncht gelten. Da sei man wohl „erst mal durch“ und habe einen guten Standard erreicht.

Der Landkreis solle weder den weiteren Fernstraßenausbau (B12) unterstützen, noch den Allgäu Airport in Memmingen. Für einen vernünftigen ÖPNV müsse man auch Geld in die Hand nehmen, so Frey weiter. Die Regionalbahn Allgäu als eine Hauptschlagader des ÖPNV müsse umgesetzt werden, wenn man Fahrgäste gewinnen wolle. Die bislang angestellten Machbarkeitsstudien seien ungenau, weil „vieles nicht beachtet“ worden sei, kritisiert Frey und meint: „Da braucht man sich nicht wundern, wenn kein vernünftiger Kostenrahmen herauskommt.“

Was die Vorbildrolle des Landkreises angeht, lenkt Kreisrätin Ulrike Hitzler den Blick auf die Möglichkeiten bei den landkreiseigenen Liegenschaften, die auf Ökostrom und Photovoltaik-Nutzung umgestellt werden müssten. Desweiteren sei eine klimaneutrale Verwaltung Pflicht, und die Küchen aller landkreiseigenen Einrichtung sollten auf regionale, biologische Lebensmittel umgestellt werden.

Ebenso engagiert soll der Landkreis alle Fördermaßnahmen umsetzen, die klimawirksam seien, ergänzt die Landratskandidatin der Grünen, Christina Mader. „PV auf jedes Dach!“, müsse die Devise lauten und mit entsprechenden Förderungen untermauert sein. Ebenso der Heizungsaustausch und klima-neutrales Bauen, vor allem bei landkreiseigenen Gebäuden und dem Sozial-Wirtschaftswerk SWW. Der Umbau der Berufsschule Kempten könne in dieser Hinsicht eine Art Leuchtturmprojekt werden. Die Förderrichtlinie des Landkreises soll erweitert werden auf verpflichtende Klima- und Umweltkonzepte für Veranstaltungen.

Frischen Wind fordern die Grünen in ihrem Antrag schließlich bei den Windkraftanlagen. So könnten im nördlichen Landkreis zwölf neue Anlagen sofort gebaut werden, wenn es gelinge, das Flugverkehr-Funkfeuer der Flugsicherung in den südlichen Teil zu verlegen, wo Windräder derzeit Tabu sind.

Am Geld sollte das Maßnahmenpaket der Grünen nicht scheitern, meint Thomas Gehring: „Man muss das Geld nur anders einsetzen.“ Vorstellen können sich die Grünen etwa einen solidarischen Beitrag der Gemeinden für Klimaschutzmaßnahmen im Rahmen der Kreisumlage.

gts

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