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Mehr Tempo beim Klimaschutz

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Von: Josef Gutsmiedl

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Mann mit PV-Panel auf Dach
Vor allem die Photovoltaik soll den Klimaschutz im Oberallgäu voranbringen. ©  eza!

Oberallgäu– Mit großer Mehrheit hat der Oberallgäuer Kreistag in seiner jüngsten Sitzung den aktualisierten „Masterplan 100% Klimaschutz“ beschlossen.

Basierend auf dem seit 2017 in Umsetzung befindlichen Konzept wurden die Ziele zur Erreichung einer weitgehenden Klimaneutralität in Einklang mit den Klimazielen von Paris verschärft und Maßnahmen entsprechend angepasst. Bis zum Jahr 2035 will der Landkreis Oberallgäu klimaneutral „unterwegs sein“.

„Ein anspruchsvolles Ziel“, räumte Martin Sambale, Geschäftsführer des Energie- und Umweltzentrums eza! ein als er dem Kreistag den Ist-Stand und den Weg zur neuen Zielvorgabe erläuterte. „Die Rahmenbedingungen müssen stimmen.“

Verstärkt Windkraft und PV

Während beim Strom schon etwa die Hälfte das Etikett „klimaneutral“ trage, sehe es beim Thema Wärme mit knapp 30 Prozent nicht gut aus. Sambale: „Da ist noch richtig viel zu tun!“ Generell werde die Umstellung zu einem Mehrverbrauch an Strom führen. Wichtige Bausteine bei der Neuausrichtung werden Sambale zufolge die Windkraft und Photovoltaik sein.

Biomasse und Wasserkraft zeigten dagegen nur geringes Ausbaupotenzial. Mit 50 weiteren Windkraftanlagen und 260 Hektar PV-Freiflächen-Anlagen, sowie eine Verdoppelung der PV Dachflächen könne der Mix gelingen. Komme man mit dem Ausbau der Windkraft nicht voran, schätzt Sambale den Flächenbedarf für Photovoltaik-Freianlagen auf 1300 Hektar (ohne die Stadt Kempten).

Als Vorreiter im Bereich Klimaschutz hat der Landkreis Oberallgäu im Jahr 2017 den Masterplan 100 % Klimaschutz beschlossen und veröffentlicht. Erklärtes Ziel damals: bis 2050 die Treibhausgasemissionen um 95 Prozent senken (im Vergleich zu 1990) und den Energieverbrauch halbieren.

Seither wurden zahlreiche Maßnahmen erfolgreich umgesetzt. Unter anderem die Solaroffensive mit Erstellung eines Solarkatasters, die Fertigstellung des Nahverkehrsplans, Informationskampagnen zur energetischen Baubegleitung und Sanierung, die Initiierung von nachhaltigen Mobilitätsformen sowie eine Untersuchung zur Gewinnung und Vermarktung von grünem Wasserstoff im Landkreis.

Pariser Klimaschutzabkommen steht Modell

Vor diesem Hintergrund kam der bestehende Masterplan Klimaschutz im Oberallgäu auf den Prüfstand. Er wurde in den Jahren 2021 und 2022 überarbeitet und auf die Ziele des Pariser Klimaabkommens, die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen, angepasst.

Der Landkreis zeige damit, dass er sich seiner Verantwortung zum Schutz des Klimas bewusst sei und setzt sich das Ziel, schon im Jahr 2035 – also 15 Jahre früher als ursprünglich geplant und zehn Jahre vor der Zielvorgabe der Bundesregierung – klimaneutral zu werden. Ein Ziel, das die große Mehrheit der Kreisrätinnen und Kreisräte ausdrücklich befürwortet: Mit nur zwei Gegenstimmen wurde der aktualisierte Masterplan verabschiedet.

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