Oberallgäuer CSU setzt auf Verjüngung

Joachim Konrad heißt der neue Vorsitzende des CSU-Kreisverbandes Oberallgäu. Der 31-jährige Wertacher, tritt die Nachfolge von Landrat Gebhard Kaiser an. Der hatte bereits beim Politischen Aschermittwoch angekündigt, das Amt an einen Jüngeren abgeben zu wollen. Konrad steht das gleiche Stellvertreter-Quartett zu Seite, wie zuletzt Kaiser. Auch beim Schatzmeister setzte der Kreisverband auf den Nachwuchs: Der 33-jährige Betzigauer Ortsvorsitzende Heiko Burger kümmert sich künftig um die Finanzen.

Seit 1996 ist Joachim Konrad Mitglied der Jungen Union, 2002 wählten die Bürger von Wertach ihn in den Gemeinderat, in der laufenden Legislaturperiode bekleidet er zudem das Amt des dritten Bürgermeisters. Den Ortsvorsitz der CSU führt er bereits seit 2005. Schon in diesem Amt habe er sich viel von den Bürgern anhören müssen – Beschwerden über Büchergeld, Nichtrauchergesetz und das achtstufige Gymnasium. Die Parteiführung, unter der all diese Gesetze in Kraft traten, kritisierte er als arrogant und beratungsresistent. Zu seinen Visionen von einer CSU gehöre auch, das persönliche Gespräch mit den Bürgern zu suchen und deren Wünsche in die Gemeinderäte, nach München und nach Berlin zu tragen, so der gelernte Bankkaufmann und Diplom-Verwaltungswirt. Klare Forderungen Zu mehr Bürgernähe riet auch der Landrat seinen Parteikollegen eindringlich. Vor allem die Jugend müsse man wieder mobilisieren. „Wir haben uns zu wenig mit den Sorgen und Nöten junger Menschen auseinander gesetzt“, gestand er ein. „Deswegen haben sie sich von uns abgewandt oder sind gar nicht mehr zur Wahl gegangen.“ Mit einem Abriss seiner fast 40-jährigen politischen Karriere und Zitaten von Konfuzius bis Franz-Josef Strauß versuchte Kaiser, die Oberallgäuer Christsozialen zu mutigem Handeln zu animieren. „Wir müssen als Allgäuer wieder selbstbewusster auftreten", erklärte er. Wer von einer Sache überzeugt ist, der müsse sie auch durchziehen. Die Politik traue sich nicht mehr genug, kritisierte er. Die anstehenden Wahlen seien eine „besondere Aufgabe", erklärte der frisch bestätigte Lindauer Kreisvorsitzende, der Landtagsabgeordnete Eberhard Rotter, den über 150 Anwesenden in Wiggensbach. Vor der Wahl müsse die CDU/CSU auch auf Themen setzen, die sie in der Großen Koalition mit der SPD nicht habe realisieren können. Eines davon hatte die Oberallgäuer CSU bereits per Handzettel im ganzen Saal verteilt – die Eigenheimzulage muss schnell wieder her. „Auch Normalverdiener sollen es sich leisten können, ein Haus zu bauen", unterstützte der neue CSU-Kreisvorsitzende die Forderung. Neben Konrad wählten die Delegierten vier gleichberechtigte Stellvertreter. Hier gab es keine Veränderung zur bisherigen Besetzung. Manfred Baldauf aus Oberstdorf, Bezirksrätin Renate Deniffel aus Wildpoldsried, der Ofterschwanger Bürgermeister Alois Ried sowie der zweite Bürgermeister von Immenstadt, Thomas Wurmbäck, bekleiden die Posten. Heiko Burger aus Betzigau löste Ulrich Geiger als Schatzmeister ab. Geiger hatte sich nach 18 Jahren im Amt nicht mehr zur Wahl gestellt. Schriftführer sind Renate Specht und Simon Gehring. Gehring wird gleichzeitig auch noch das Amt des Kreisgeschäftsführers bekleiden.

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