Gasheizstrahler wohl die Ursache für Brand in Oberstdorf

Großbrand zerstört Traditionsgasthof "Traube"

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Bis in die frühen Morgenstunden dauerten die Löscharbeiten beim Hotel "Traube" in Oberstdorf.

Oberstdorf - Ein Großbrand hat am Mittwoch Abend das Hotel-Gasthof „Traube” in der Oberstdorfer Fußgängerzone zerstört. Drei Menschen wurden laut einer Polizeimeldung leicht verletzt. Nach ersten Erkenntnissen war ein Gasheiz- strahler die Brandursache.

Die Traube ist einer der ältesten Gasthöfe im Ort, ein beliebter Treffpunkt für Einheimische und Gäste. Der Biergarten wird im Winter umgebaut und dient als gemütlicher Apresski-Treff. Hier brach nach Auskunft von Polizei und Feuerwehr der Brand aus, der das Gebäude weitgehend zerstörte. 

Der Alarm wurde gegen 16.30 Uhr ausgelöst. Kurz zuvor war in Oberstdorf ein „ohrenbetäubender Knall” zu hören gewesen, wie eine Augenzeugin dem Kreisbote berichtete. Als die ersten Rettungskräfte eintrafen, standen der Apresski-Stadl und eine Seite des Gasthofes in hellen Flammen. 

Ausgangspunkt des Brandes war ein Gasheizstrahler, der Feuer fing. Die Flammen griffen sofort auf eine Holzhütte und auf die Holzverkleidung des überdachten Winterbiergartens über. Schnell breitete sich das Feuer auf die Gasträume und das Hotelgebäude bis hinauf zum Dachstuhl aus. 

Die 20 Hausgäste konnten vom Personal rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden und wurden in benachbarten Hotels untergebracht. Glücklicherweise kam es zu keinen schweren Personenschäden. Drei Menschen mussten mit leichten Verletzungen zur Beobachtung ins Krankenhaus gebracht werden. Der Sachschaden wird mittlerweile auf etwa 2 Millionen Euro geschätzt.

„Der Brand verbreitete sich rasend schnell”, so Feuerwehrkommandant Peter Vogler. „Wir hatten Glück, dass nicht mehr passiert ist”. Das Gas habe wie ein Bunsenbrenner gewirkt. Stundenlang stand eine riesige Rauchwolke über dem Ort. Die Feuerwehr bekämpfte das Feuer über zwei Drehleitern und konnte mit ihrem schnellen Eingreifen ein Übergreifen auf die Nachbargebäude in dem dicht bebauten Ortskern verhindern. 

Übergreifen der Flammen verhindert 

Insgesamt waren etwa 200 Rettungskräfte im Einsatz. Neben der Wehren aus Oberstdorf und den Ortsteilen auch Mannschaften aus dem Kleinwalsertal, Obermaiselstein und Sonthofen. Die Umgebung des Brandortes wurde großräumig abgesperrt. Wegen der starken Rauchenwicklung wurden die Bewohner mit Lautsprecherdurchsagen gewarnt, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Nachdem die Flammen unter Kontrolle waren, musste der Dachstuhl abgehoben werden, um an die Brandnester heranzukommen. 

Ein Bild der Zerstörung 

Die Löscharbeiten zogen sich die ganze Nacht hindurch bis in die Morgenstunden. Auch Bürgermeister Laurent Mies und Tourismuschefin Heidi Thaumiller waren an der Brandstelle und zeigten sich schockiert. „Ein Verlust, der nicht zu ersetzen ist für den Ort”, reagierte ein Oberstdorfer, der die Löscharbeiten hinter der Absperrung beobachtete, betroffen. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen, wie es zu dem Unglück kommen konnte. 

Den Passanten bot sich am nächsten Morgen ein Bild der Zerstörung. Immer noch bekämpfte die Feuerwehr einzelne Glutnester. Große Teile des Hotels und Gasthofes sind den Flammen zum Opfer gefallen.

Heinrich Bonert

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