Ein Baum für den Rubinger Wald

+
Die Bürgerinitiative „Stoppt das Gewerbegebiet Karweidach – Rettet das Rubinger Wäldchen“ beim Bäumepflanzen mit (von links) Frank Maier, Julia Ess, Michl Finger, Viktoria Harzheim, Ralf Ecke und Rudi Kaiserswerth.

Mit einer Baumpflanzaktion hat sich die Bürgerinitiative „Stoppt das Gewerbegebiet Karweidach – Rettet das Rubinger Wäldchen“ öffentlich präsentiert und ihre neue Homepage vorgestellt.

In ihr organisieren sich Oberstdorfer und Rubinger Bürger gegen das von der Gemeinde geplante Gewerbegebiet und setzen sich für den Erhalt des ortsnahen Naherholungsbietes für Urlauber und Einheimische ein.

Die Mitglieder pflanzten eine Birke direkt am Wanderweg und hoffen auf ein Umdenken bei der Gemeinde. „Alle reden von Nachhaltigkeit und vom Klimaschutz und hier soll ein intakter Auwald geopfert werden, obwohl es Alternativen für Gewerbeansiedlungen gibt“, so Michl Finger vom Bund Naturschutz. Man wolle die Bürger informieren und die Gemeinde zu der Einsicht bewegen nach anderen Standorten zu suchen, beschreibt Julia Ess das Anliegen.

Vor etwa 20 Jahren war auf dem Gelände eine Mineralwasserabfüllanlage geplant und eine Fläche entsprechend gerodet worden. Das Projekt scheiterte – die Brache wird seither für Ablagerungen genutzt. Die Fläche soll auf insgesamt 60 000 Quadratmeter bis fast zum Iller­ursprung mehr als verdoppelt werden. Die Gemeinde will kommunale Firmen wie den Bauhof ins Karweidach verlegen. Zudem sollen sich heimische Gewerbetreibende ansiedeln können. Dagegen wehren sich die Bürger. Sie möchten, dass das Rubinger Wäldchen eine Zukunft hat. Das alte Mineralwassergelände möchten sie am liebsten wieder aufgeforstet und als CO2-Speicher und Ausgleichmaßnahme für andere Bauprojekte haben. Befürchtet wird auch ein Anstieg des Schwerlastverkehrs über die Kreisstraße, die durch die Oberstdorfer Ortsteile Rubi und Reichenbach führt.

Die Gebäude wären von Rubi aus vor der Bergkulisse gut sichtbar. „Unsere Gäste wollen keinen Blick auf hohe Gewerbehallen“, so Viktoria Harzheim, die ein behindertengerechtes Hotel betreibt. Das Rubinger Wäldchen sei bei behinderten Gästen und Familien mit Kindern besonders beliebt, da es eben, direkt an der Iller und im Sommer schön schattig ist: „Ein Stück Heimat würde verschwinden."

Die Mitglieder der Bürgerinitiative wollen das Thema auch in den anstehenden Kommunalwahlkampf tragen und sind zuversichtlich, die Politik überzeugen zu können. Notfalls auch mit einem Bürgerbegehren. „Es gibt keinen Vorstand – wir sind basisdemokratisch organisiert und freuen uns über jeden der mitmachen will“, hofft Rudi Kaiserswerth, der die Homepage (www.stop-karweidach.de) gestaltet hat, auf weitere Mitstreiter. Unterstützt wird die Initiative von den Grünen, der ÖDP und dem Bund Naturschutz. Parallel startete eine Oberstdorfer Bürgerin eine Online-Petition zur Rettung des Wäldchens.

Einige Spaziergänger und Radler beobachteten interessiert die Baum­pflanzaktion. Das Urlauberpaar Bischof aus Landau in der Pfalz zeigte Unverständnis über die Pläne: „Ein Ferienort wie Oberstdorf kann es sich eigentlich nicht leisten, so ein Idyll zu zerstören.“

Heinrich Bonert

Auch interessant

Meistgelesen

Gewinnen Sie 6 Tage zu zweit im 4*S Verwöhnhotel am Achensee
Gewinnen Sie 6 Tage zu zweit im 4*S Verwöhnhotel am Achensee

Kommentare