Fairtrade soll Kreise ziehen

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Das Ziel „Fairtrade-Town“ ist erreicht: von links Christine Uebelhör, die stellvertretende Landrätin Ulrike Hitzler, Anton Weiler, Renate Schiebel, Bergith Hornbacher-Burgstaller, Kathrin Bäuerle, Bürgermeister Laurent Mies und Manfred Holz.

Oberstdorf – Die Marktgemeinde hat als 370. Gemeinde in Deutschland den Titel „Fairtrade-Town“ erhalten. Die Auszeichnung wurde im Rahmen des Wochenmarktes im Oberstdorf-Haus von Fairtrade-Ehrenbotschafter Manfred Holz an Bürgermeister Laurent Mies überreicht.

Die Auszeichnung ist an mehrere Bedingungen, wie den Nachweis von Fairtrade-Produkten in Handel und Gastronomie und Organisationen, einer Steuerungsgruppe und entsprechender Medienpräsenz, geknüpft,

Auf Antrag der Grünen hatte der Gemeinderat im Sommer 2016 beschlossen, Fairtrade-Gemeinde zu werden. Im Dezember wurde der Antrag gestellt. Eine Steuerungsgruppe mit Renate Schiebel, Bergith Hornbacher-Burgstaller, Irmela Fischer, Susanne Benkert, Kathrin Bäuerle, Anton Vogler und Christine Uebelhör (für die Gemeinde) übernahm die Vorbereitungen. „Fairer Handel ist die Grundlage für fairen Austausch in der Welt“, dankte Bürgermeister Mies allen Beteiligten. Auf Initiative der Grünen habe die Gemeinde das Thema aufgenommen und sich auf den Weg gemacht.

Mit der Anerkennung Oberstdorfs sei man dem Ziel „Fairer Landkreis“ ein ganzes Stück näher gekommen, freute sich die stellvertretende Landrätin Ulrike Hitzler über den „wichtigen Schritt“. „Ein kleiner aber bedeutsamer Baustein, die Fluchtursachen auf der Welt zu bekämpfen“, wünschte sie den Initiatoren „viel Kraft und Energie für den weiteren Prozess“. Renate Schiebel – Geschäftsführerin der Oberallgäuer Weltläden – verwies auf das große ehrenamtliche Engagement, das dahintersteckt. „Die Verantwortung muss beim Einkaufen beginnen“. Auch viele Urlauber schätzten den Weltladen in Oberstdorf.

„Wir stehen alle in der Pflicht, unseren Teil gegen die Armut zu leisten“, freute sich Holz, dass Oberstdorf die hohen Anforderungen „mit Bravour geschafft“ hat. Deutschland sei ein dynamischer Fairtrade-Markt mit einem hohen Bioanteil. „Bio, Fair und Regional“ müsse das Motto für die Zukunft lauten. Beim Fairen Handel gehe es sich nicht um Spenden oder Almosen sondern um nachhaltige Hilfe für Kleinbauern und Plantagenarbeiter. „Auch, wenn es ein hartes Stück Arbeit war. Es hat sich gelohnt“, so die Initiatorin Hornbacher-Burgstaller. Mit der Urkunde sei die Arbeit noch lange nicht beendet, hofft sie, dass das Thema im Ort noch weitere Kreise zieht.

Informationen zum Fairen Handel, Verkostungen fair gehandelter Produkten und Musik von der Harfenistin Jasmin Birker und der Trommlergruppe „Open Heart“ umrahmten die Verleihung.

Heinrich Bonert

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